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Thema: Fabrikverkauf - so fing alles einmal an

  1. #1
    Administrator Avatar von urban
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    Fabrikverkauf - so fing alles einmal an

    Mit diesem Büchlein und zusammen mit INA ging ich zum ersten mal 1997 auf Entdeckungstour in Italien

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    Das war recht interessant und spannend; nach dem Frühstück fuhren wir das erste Städtchen an, INA als Kartenleser und Lotse
    und ich als ihr Chauffeur, denn Navis gab's zu dieser Zeit noch nicht. Irgendwie aber haben wir immer unser Ziel gefunden.
    Gekauft haben wir morgens eigentlich nichts, sondern erst nach dem Mittagessen fuhren wir wieder den Fabrikverkaufsladen an
    und kauften die Sachen, die im Gedächtnis haften geblieben waren.
    Man muss verstehen, dass die Preise in Italien damals zur Zeit der DM und der Lira einfach nur paradiesisch waren;
    wir zahlen maximal so circa 40 % des deutschen Ladenpreises.
    Logisch, dass wir uns vorkamen wie im Schlaraffenland - die Gefahr bestand darin, dass wir einfach viel zu viel kauften,
    zumindest an den ersten Tagen, geblendet durch das gigantische Angebot.
    Nehmen wir nur einmal die Halle von Sergio Tacchini:
    8 m lange Regale pro Größe und die Poloshirts in allen Farben aufgereiht. Und dann gab es noch alle anderen Artikel von Tacchini;
    ich erinnere mich noch, dass die Hosen im Sonderverkaufsbereich bei 10.- DM, also 5.- € starteten.
    Oder die Damenschuhe von LARIO 1898:
    Damals in Deutschland ab 400 DM - in Italien ab 75 DM, knapp 38.- €.
    Schier gigantisch das Angebot in Parabiago bei Frat. Rossetti, Lorenzo Banfi und all den anderen Anbietern:
    Schuhe weiter als das Auge reicht.
    Aber irgendwann landeten wir am Abend in einem kleinen Fabrikverkauf für Schuhe und Lederwaren - vom Angebot waren wir beide
    maßlos enttäuscht aber der Inhaber hatte ein Buch auf seinem Schreibtisch liegen.
    Es war recht dick, zumindest dicker als meine deutsche Paperbackausgabe.
    Er verriet uns aber nicht den Titel dieses Einkaufsführers.
    Ich konnte den Titel nur auf dem Kopf stehend "lesen" und mir ein paar Buchstaben merken.
    Zuhause angekommen löcherte ich mit diesen Fragmenten dann all meine italienischkundigen Bekannten, und siehe da:
    Angelo konnte mir sagen was es bedeuten muss:
    SCOPRI OCCASSIONI.
    Der Rest war nur noch etwas Fleißarbeit... und ein paar Wochen später hielt ich dann endlich

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    in den Händen.
    Das Who-is-who der norditalienischen Hersteller von Kleidung, Accessoires und Schuhen - na, sagen wir sehr viele (aus heutigen Sicht).
    Ich hatte damals auch die Zeitschrift über Spacci, die, wenn ich mich recht erinnere, 4 mal pro Jahr erschien, abonniert.
    Die Fotoberichte waren trotz meiner nicht vorhandenen Italienischkenntnisse dennoch sehr aufschlussreich, von den Texten selbst
    erschloss sich mir aber nur ein ganz kleiner Teil, aber immerhin genug, um zu wissen was von der jeweiligen Qualität und dem Design
    des Herstellers zu halten war.
    Dann folgte die 5. edizione

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    und aus Neugier später das Annuario spacci

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    Ich schätze, dass es allein in Italien ungefähr 6000 bis 10.000 Fabrikverkäufe gibt - genaue Zahlen kennt wohl niemand.

    Das Internetangebot war in den neunziger Jahren nicht so umfassend wie heute, nicht alle italienischen Hersteller hatten einen Internetauftritt,
    dem selbst heute viele sehr skeptisch gegenüber stehen - z.B. veröffentlichen viele Manufakturen ihre neuesten Kreationen gar nicht, oder wenn,
    dann nur ein paar Teile aus der aktuellen oder kommenden Kollektion, da die lieben Asiaten wohl selten italienisch verstehen,
    aber kopieren können sie ganz gut.
    Ein paar wenige deutsche Outlets waren das Ziel von meinem Kumpel und mir in den Jahren ab 1998, auch stöberten wir ein wenig in
    Frankreich rum.
    In Italien, genau in Montegranaro waren wir dann nach einer Nacht im Auto zum ersten Mal im Juli 2007 bei Franco Gazzani,
    dem Miteigentümer von Bontoni.
    http://www.newsaboutshoes.de/showthread.php?t=441

    Auf der Rückfahrt besuchten wir noch ein paar Outletcenter und -villages, waren bei Loro Piana und Luigi Colombo, und deckten uns
    kurz vor der Ausreise noch in Como mit Proviant ein.

    Und von da an häuften sich meine Besuche in Italien stark, nur leider war ich meistens alleine unterwegs, was bei den Entfernungen
    schon einiges an Kondition erfordert, deswegen fahre ich nur noch max. 3 Stunden an einem Stück.
    Die ersten Fahrten hatten einige Zwischenstopps, angefangen von Chiasso, über Como und Bergamo, bis ich dann endlich im Hotel ankam,
    oder auf einer Raststäte bei Florenz.
    Der Rekord steht übrigens bei 2.100 km, davon ein Teil Land- und Bundesstraßen, in 36 Stunden und insgesamt 5 wahrgenommenen Terminen
    bis ich dann 5 Minuten vor Küchenschluss in Pedaso ankam.

    Nun, so lernt man Land und Leute kennen - ach ja, ich war auch schon mal in einer Schuhmacherei, ganz im Gegensatz
    zu anderslautenden Gerüchten.
    Wen oder was ich sonst noch so alles kenne, kann man u.a. in diesem Forum nachlesen - viel Spaß dabei!:)

  2. #2
    Administrator Avatar von urban
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    Hätte ich beinahe vergessen - die aktuellen 3 Outletführer von http://www.scoprioccasioni.it/ - davon 1 sogar in Deutsch:

    Name:  Lo scopri Occassioni.jpg
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    Und http://news.guidaspaccioutlet.it/

  3. #3
    Administrator Avatar von urban
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    Und ehe ich's vergesse:
    Von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen besuche keine Outlets mehr, es sei denn ich bin mir absolut sicher,
    dass ich auch 1A-Ware bekomme oder in der Firma ein ganz spezieller Service geboten wird.
    Eine solche Ausnahme ist Paul & Shark in Varese für Polos (ohne zerschnittenes Etikett).

    Wenn man die Outlets nicht kennt, dann ist diese Art einzukaufen schon recht mühsam und aufwendig,
    einmal ganz abgesehen von dem Frust, den man sich dabei einhandeln kann wenn man beispielsweise
    ein oder zwei Stunden im Auto saß, und dann doch nicht das bekommt, was man will.
    Das muss man dann schon auf die leichte Schulter nehmen können - nachrechnen darf man dann sowieso nicht,
    denn dafür sind die Fahrzeugkosten einschließlich Autobahnmaut in Italien viel zu hoch.
    Für diese frustrierenden Momente sollte man den Restaurantführer von Slow Food Italien und
    eine sehr nette Begleiterin dabei haben...;)

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