Es gab einmal eine Zeit da haben sich die Leute auf die Fachberatung im Geschäft verlassen solange bis die Stiftung Warentest begann
Maschinen und Geräte zu testen - ich habe nachgeschlagen, das war 1966. Von da studierte fast jeder Kaufinteressent zuerst einmal
die entsprechenden Testberichte bevor man sich aufmachte, um die gewünschten Sachen zu kaufen.
Damals gab es die großen Versandhäuser, die per Katalog verkauften wie Neckermann, Quelle, Schwab, Bader und einige Fachversender,
dort hatte mein Vater eingekauft als Zimmermann. Ich gebe zu ich war sehr erstaunt als er Anfang der siebziger Jahre eine Handkreissäge
und einen Elektrohobel von Makita aus Japan kaufte. Aber die Maschinen hielten "ewig".
Danach kam die Ära der Super- und Baumärkte - hatte man "Beziehungen", kannte jemanden, der bereits Kunde war, so konnte man
im Fachgroßhandel einkaufen oder erhielt zumindest ähnliche Konditionen beim Einzelhändler.
Fachlich versiert waren die Mitarbeiter dort auf jeden Fall, gaben Ratschläge und konnten nachvollziehbar erklären warum beispielsweise
eine Armatur mit austauschbarer Keramikdichtung, einer sogenannten Patrone, bei ihnen wohl teurer war als im Baumarkt eine mit Gummidichtungen
aber auch viel besser, weil länger halt- und reparierbar aufgrund des anderen Innenlebens.
Dann kam das Internet. Alles war auf einmal Premium, egal welcher Schrott, es erschienen Produktvergleichsseiten, die wohl ähnlich aussahen
oder zumindest betitelt waren wie die Originalen der Stiftung Warentest, aber man konnte fast alle in die Tonne treten - mit Werbung haben solche Seiten
wohl sehr viel zu tun aber mit auch nur halbwegs objektiven Tests ausgesprochen wenig bis rein gar nichts!
Die Rede ist hier jetzt nicht von tatsächlich durchgeführten Tests von Fachverlagen oder -redaktionen - das nur zur Betonung!

Nun stand ich die Tage vor dem sehr einfachen Problem, mit neues Bettzeug kaufen zu wollen und bemerkte dabei meine innere Unsicherheit:
  • keine wirklich nachvollziehbaren Testberichte zu finden
  • niemand greifbar, der mich hätte beraten können so wie bei der ersten großen Anschaffung im Fachgeschäft 1992
  • das leicht beklemmende Gefühl "zu viel" bezahlen zu müssen
  • die lächerlichen Testseiten im Internet
  • keinen blassen Schimmer davon wie sich die verschiedenen Füllungen der Kissen und Decken praktisch bemerkbar machen und - ganz wichtig -
    ob das jeweils das ist, was ich eigentlich anschaffen will wie beispielsweise beim Kopfkissen keine zu weiche Füllung
  • wo kaufen und die Frage ob ich mich auf die Beschreibungen des Anbieters verlassen kann
  • die große allgemeine Verunsicherung

Wenn das nicht ein schönes Marottenportfolio ist, dann weiß ich's auch nicht!
Influencer spielen bei Kaufentscheidungen absolut keine Rolle, Testberichte und Fachaufsätze im I-NET nutzte ich lediglich, um die hoffentlich angenehme,
stützende Füllung auszuwählen. 2 Kissen als Testbestellung sind das Ergebnis - nur gut, dass mich das Ganze nicht viel Zeit gekostet hat!

Bei der Festlegung der Komponenten meines PC letztes Jahr habe ich wohl einige Artikel in Computerforen gelesen, sehr gerne auch
die aufschlussreichen Kommentare in den Debatten, aber dann doch mir meine eigenen Gedanken darüber gemacht, welches MB
und wieviel RAM usw. es werden soll.
Lediglich bei der GraKa unterlief mir ein Irrtum, da ich wohl wusste, dass die neue GraKa-Generation kurz darauf erscheinen wird,
sah aber deren explodierenden Preise nicht voraus.
So werkelt seit einem Jahr in meinem PC eine etwas zu schwache Karte für den großen Monitor, nur kosten die der neuen Generation
immer noch einen hohen Aufpreis auf den UvP!

P.S.
Gekauft habe ich dann direkt bei einem deutschen Hersteller.