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Thema: Zur Frage wer die 3d-Knitting Machine herstellt

  1. #1
    Administrator Avatar von urban
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    Zur Frage wer die 3d-Knitting Machine herstellt


  2. #2
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    Wholegarment gibt es schon seit 20 Jahren und soweit ich den Beitrag verstehe haben sie nun neue Technologien, die ein direkteres Design am Computer ermöglichen. D.h. die Übertragung des Designs vom Schirm auf die Strickmaschine ist weniger fehleranfällig und damit natürlich auch schneller. Der deutsche Strickmaschinenhersteller Stoll hat dieselbe Technologie, dort heisst sie "knit & wear".
    Ich handel mit italienischen Strickwaren und bin aber der Meinung, dass bei dieser Technologie Shima die Nase etwas weiter vorne hat. Die Sachen liegen eleganter an.
    Natürlich ist diese Technologie nicht erfunden worden, weil sie eleganter ist. Das die Nähte so filigran sind, war nicht immer der Fall. Nähte sind es natürlich keine.
    Geändert von Jean d'Arc (08.09.21 um 02:01 Uhr)

  3. #3
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    Wärst du bereit, dein Geschäft hier vorzustellen?

    Ich habe mir mal angesehen, wer zu den Kunden von Shima gehört und da war https://www.sonofatailor.com/designe...ric_colors=496 und https://alphatauri.com/de-de/c/men-knitwear/, Alphatauri gehört anscheinend zu Red Bull. Sonsoftailor scheint aber zumindest optisch traditionelle Nähte zu haben. Bei Alphatauri sieht es anders aus, da sind flache Übergänge, ich schätze das ist nahtfrei/"seamless"? Bei meinen Strickwaren von John Smedley sieht das je nach Modell ähnlich aus. Ein Übergang ist aber immer zu sehen, wie wird dieser bezeichnet?

  4. #4
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    Ich würde die Übergänge einfach weiterhin Nähte nennen, weil sie es von der Funktion her sind. Über diese Übergänge wird der Winkel beim Stricken verändert, also ist es eine Naht für mich, nur technisch anders gelöst.

    Hier wird übrigens das 20 jährige Jubiläum gefeiert von "Wholegarment" (WG)....und das war 2016 !

    https://www.youtube.com/watch?v=kZE8rvPYbII

    Das Video zeigt sehr schön in welchen Bereichen WG echt innovativ war/ist: Beim Stricken von Kleidern bspw., da war das wirklich innovativ. Medizinische Strickwaren, oder Strick für anderweitige Produkte (z.B. Schuhe).

    Nahtloses Stricken, „seamless knitting“ ist also ein nicht mehr ganz so junges Thema. Aber jetzt hat es halt das Marketing entdeckt.
    Ich habe mich die letzten Jahre schon gefragt, wann das los geht.

    Wenn ich mir das genauer anschaue, was im Video vom Urban dargestellt wird und was Du, Kami, dankenswerterweise über SOAT und Alpha-Bull herausgefunden hast, dann sieht es mir so aus, dass man nun endlich den Marketingaufhänger gefunden hat, um das Ganze salonfähiger und natürlich auch teurer zu machen.
    Es gab jahrelang viele kritische Stimmen zum WG. Das vielleicht kurz als Hintergrund.

    "3d Knitting" klingt erheblich spannender als langweiliges Zusammenschustern von 4 Einzelteilen.
    Ja, man spart sich dadurch viel Zeit, mechanische Arbeit und natürlich Personal und man produziert auch weniger Überhänge , das war aber schon immer so und ist nicht neu. Aber jetzt ist es dann „sustainable“. Früher war es halt nur "effizienter".

    Zu SOAT: Firma, die evtl. eigenes Design betreibt (wahrscheinlich nicht, weil sie nur Standardartikel vertreiben und deswegen keinen Designer brauchen, kann man auch fremd vergeben).
    Ich denke, das ist eine reine Marketing- und CRM Company, investorengetrieben, die aber anscheinend alles in der EU herstellen lässt (finde ich gut !) und nur direkt vertreibt.
    Hohes Kundenbindungspotential mit freiem „Remake“, wenn es beim ersten Mal nicht passen sollte. Was kaum zu erwarten ist, weil es einfache Sachen sind.
    Die Sachen, die zurück kommen, werden sicher nicht geschrottet.
    Machen anscheinend nur für Männer ?

    Interessant ist, dass sie nicht aufgrund meiner Abmessungen fertigen, sondern alle meine Daten haben wollen und mir dann ein vorläufiges Ergebnis mitteilen, dass ich ihnen auch selber hätte mitteilen können, aber dann wüssten sie halt nicht mein Alter, meine Größe, mein Gewicht, Figurtyp und dann noch meine Schuhgröße (!). So kann man natürlich viel besser und einfach Kundenprofile anlegen, mit Daten handeln oder später vielleicht passende Schuhe anbieten.
    Ich mag das nicht, aber ok, es ist halt heute so.

    „The first 3D knitted, made to order Pullover in the world.“

    Das klingt natürlich viel besser, als es ist und stimmt so auch nicht: Im Endeffekt ermitteln die aus den Daten, die angegeben werden, drei Abmessungen:
    1.Brustweite
    2.Hüftweite
    3.Länge

    Was ist z.B. mit der Armlänge ?

    Eigentlich kann man mit einem kleinen Video und einer Grafik dazu dem Kunden auch zeigen, wie man das zu Hause, an seinem bevorzugten Pullover, in 5 Min selber (und besser) ermitteln kann.

    Die Lieferfrist kann durch die Nachfrage entstehen, wahrscheinlicher ist aber, dass die Fertigung darauf beruht, erstmal eine gewisse Anzahl von Aufträgen in einer Farbe und einer Ausführung (C-, V- oder Turtleneck) zu sammeln, damit die Garne und die Programme so wenig wie möglich gewechselt werden müssen.

    Ich schätze meistens dauert das keine drei Wochen wie hier angegeben. Das hat dann den Vorteil, dass der Kunde sich zusätzlich freut.

    Ich glaube, sowas könnte ich evtl auch anbieten, da muss ich nachfragen.

    Zum Pullover: Der sieht ganz gut aus, das Material ist aber auch sehr dünn.
    Merino Extrafine ist ok, der Faden mit 2/48 1 Ply ist schon etwas mager, aber dafür recht fein, deswegen schreiben sie gleich dazu, „non transparent“, also das Unterhemd wird wohl nicht sichtbar.
    Ich denke er passt gut mit einem Hemd darunter, ansonsten nichts für Typen, die es gerne leger mögen.

    Wenn es die Möglichkeit eines Remake gibt, ist dann der Umtausch ausgeschlossen ?

    Meine Meinung:
    Ist insgesamt kein so schlechter Deal. Kann man machen. 140€ all inclusive ist in Ordnung.

    Schlimm finde ich AlphaTauri. Die Preise sind dermaßen gepfeffert und der Pullover den du benennst, besteht aus Schurwolle mit 10% Cashmere und dann schreiben sie von einem „Kaschmir-Wolle Pullover“. Also bitte ! 10% Cashmere Anteil bedarf an sich nicht der Erwähnung.
    Ein anderes Model (C-Neck) habe ich mir noch angesehen, das besteht aus 100% Polyamid und kostet denselben Preis ! Pardon, was soll das sein ?
    Klar, die Bilder sind gut, alles optimiert und cool, cool, cool…..schließlich gibt es ja noch einen F1 Rennstall mit gleichem Namen, der muss ja auch noch mitfinanziert werden. Für mich ein absolutes No-Go.

    Aber: Das Design ist gut, geradezu futuristisch, Das gefällt mir schon. Vielleicht sind die Parkas und Jacken, die auch teuer sind, aber sehr gut und funktional ? Kann sein.....


    Ich selber verkaufe in erster Linie Cashmere und Cashmere Mix (Cashmere-Seide, Cashmere-Cotton, Merino-Cashmere, Cashmere-Camel) Strickwaren aus kleinen, familiengeführten Strickereien aus Italien.
    Wir kaufen auch Handelsware von italienischen Herstellern, vor allen Dingen für die Damen.
    Da sind traditionell hergestellte Strickwaren genauso dabei wie „Wholegarment“.

    Ich kenne Puristiker aus der Branche, die würden immer darauf bestehen, dass ein Pullover gefälligst klassisch produziert gehört mit entsprechendem Linking. Die lehnen 3D rundherum ab.

    Ich handel fast nur mit Strickwaren hergestellt aus Garnen von bekannten Garnherstellern wie Biagioli, Cariaggi, Loro Piana.
    Linsieme und Zegna Baruffa ist auch mal dabei.
    Todd & Duncan aus Schottland gibt es auch.
    Ich weiß von jedem Stück aus welchem Garn es hergestellt wurde.

    In erster Linie gibt es klassische Modelle in begrenzter Farbauswahl. Begrenzt heißt nicht, dass nicht auch neue Farben und neue Modelle (wie jetzt zur Zeit z.B. „English Knit“) dabei sein können.
    Aber: Eine große Auswahl an Farben ist teuer und das muss dann der Kunde bezahlen. Als Händler bleibt man dann auf vielen Farben, dann auch einfach "sitzen".

    Es kommt drauf an, was mir angeboten wird.
    Die Farbkataloge von z.B. Biagioli oder T&D sind riesig und ausgesprochen schön, aber viele Farben sind keine Lagerware, sondern werden dann eben nur produziert wenn mindestens 5kg bestellt werden und kosten dann dementsprechend. Die Strickereien, mit denen ich arbeite haben meistens spezielle Angebote vom Stockservice, wenn am Ende der Saison noch Ware vorhanden ist.
    Ich bekomme dann günstigere Preise, kann aber eventuell nicht so viele Stücke produzieren lassen. Wenn es z.B. dann eben nur 1,5 kg gibt.
    Stückweise fertigen lassen kann ich auch, mache ich aber nur bei dicken Pullovern (6 Ply) oder Hoodies und braucht dann natürlich etwas Zeit.

    Wir haben ein Geschäft in Berlin für Damen und Herren und verkaufen auch Damenmode, weil im Sommer der Cashmere Handel nicht ausreicht für ein Geschäft. Damenmode nur aus der EU.
    Für Herren gibt es Strickwaren primär im klassischen Bereich, da bin ich dabei das Sortiment zu erweitern, nachdem die Nachfrage jetzt da ist. Wir machen bis jetzt keinen Online-Handel, nur Direct-Mailing.
    Geändert von Jean d'Arc (10.09.21 um 19:28 Uhr) Grund: Korrekturen

  5. #5
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    Danke für die ausführliche Antwort, das klingt ziemlich nachvollziehbar und auch ernüchternd. Deine Meinung über Redbull teile ich - schon allein würde ich das nicht kaufen aber nun gut. Da SOAT und Red Bull auf Seiko als Hersteller/Anwender von deren Wholegarment Maschinen vezeichnet worden sind, bin ich erstmal davon ausgegangen, dass das auch wirklich die Eigentümer sind. Bei beiden bezweifle ich das mittlerweile stark, auch wenn sich beide so präsentieren. Ich frage mich, warum die Japaner solche Händler als Anwender angegeben haben und nicht die Betriebe in Rumänien und Portugal und Italien.
    SOAT präsentiert sich mit ner ganz tollen Grafik als Direktvertrieb, dabei sind die Dänen doch selber der Mittelsmann/Verkäufer die die Waren beim Hersteller einkaufen.
    Was passiert, wenn es mit dem Ersatzpullover nicht passt schreiben sie nicht, das kommt wohl auf den Fall drauf an.
    Das mit den Garndetails ist interessant, ich habe das zuerst gar nicht direkt gefunden und erst mit google dann den Artikel gefunden nachdem du die 2/48 1-ply angesprochen hast:

    Wie dick ist das Garn?

    Der Zero Waste Pullover wird aus zwei verschiedenen Arten Garn gemacht.
    Für den Torso nutzen wir einen dicken, 1 ply 2/48 extra Merino 19.5 mikron Wollfaden.
    Für die Rippung nutzen wir einen dünneren, 2 ply 2/60 superfeinen Merino 17.5 mikron Wollfaden.
    http://help.sonofatailor.com/de/arti...0-garn-details

    Auf ihrem Webshop werben sie halt mit 17,5 Mikron - sauber ist das nicht wenn ales bis auf die Ärmel- und Kragenenden (?) nur 19,5 Mikron "fein" ist.

    Das gleiche Größenfindersystem habe ich gestern bei irgend einem anderen Shop gesehen, ich kann mir gut vorstellen, dass die das als Plugin nur mieten und jemand anderes die Daten sammelt und verkauft.
    Wenn man dieses System nutzt wird am Ende die Ärmellänge nicht angegeben. Ich habe gestern für meinen Fall eine Email an die geschickt und sie haben mir gesagt, dass in meinem Fall 74cm (Schulter zu Ärmelsaum außen) wären das würde auch stimmen. Nun ja, wenn man bestimmte Maße braucht, wie bei mir, und eine europäische Produktion haben möchte und keine hohen Anforderungen an die Qualität hat ist das sicherlich interessant.

    Gibt es "Seamless"-(was für ein dämlicher Marketingbegriff)-Pullover auch aus nicht Wholegarment-Strickmaschinen?
    Weißt du, wer die Strickmaschinen für die großen Luxusmarken mit Kernkompetenz Strickwaren wie Loro Piana, Zegna etc. herstellt? Das würde mich interessieren.

  6. #6
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    Meine Antwort war nicht ernüchternd gemeint.
    So ist halt diese Branche. Die Maschinen sind sündhaft teuer und wenn da keine große Mengen durchlaufen, macht es keinen Sinn, sich welche in den Keller zu stellen.
    Und selbst wenn, dann rechnet sofort jeder aus, was ihn die Betriebsstunde kostet und ob er das nicht als Auftragsarbeit lieber da anfertigen lässt, wo die Kapazitäten ohnehin noch vorhanden sind.
    Die (Strick-)Programme dafür können übrigens wieder ganz woanders hergestellt werden. Die werden einfach über eine Schnittstelle an die Maschine übertragen und die strickt dann.

    Jetzt überleg mal:
    Wenn jeder Betrieb, der Strickwaren verkauft, die Designer, die Techniker, die Arbeiter und die Maschinen selber anschaffen würde, was das dann kostet ?
    Und erst danach beginnt eigentlich die Arbeit: Ohne dickes Marketing, das Aufreissen von Vertriebskanälen und das Bekümmern der Kunden geht ja nichts.
    Also Arbeitsteilung ist fast schon Vorschrift.

    Das erste Video vom Urban, das diesen Betrieb in Amerika zeigt, der alles selber herstellt auf den teuersten Modellen von Shima beruht m.E. auf einem Geschäftsmodell, ähnlich einem Autoverleih.

    Der Betrieb kauft regelmäßig die neuesten Modelle von Shima, erhält dafür einen enormen Rabatt und verkauft die gebrauchten Maschinen nach ca. 6 – 12 Monaten wieder weiter, kann an den Maschinen und der Abschreibung verdienen und hat dadurch nur die Betriebskosten zu schultern, die bei Strickmaschinen nicht allzu hoch liegen, weil wenig Reparaturen anfallen und wenn, dann gibt es Garantie. Dafür haben sie immer die neuesten Modelle und können relativ günstig produzieren. Shima verkauft, kann seine Produktion besser auslasten und mehr Maschinen in den Markt drücken ohne sich die Preise zu versauen.
    Der Markt für gebrauchte Strickmaschinen ist riesig.

    Klar gibt Shima nur die Kunden an, die die Endprodukte verkaufen.
    Die Strickereien sind alle unbekannt und die meisten sind gar nicht so groß. Dafür laufen bei denen die Maschinen die ganze Zeit.

    Die Dänen sind keine Mittelsmänner, sondern sie vergeben die Aufträge an die Betriebe und die versenden dann direkt.
    Das ist alles optimiert und an theoretisch auch nicht schwer zu gestalten.
    Was wirklich wichtig ist: Es soll nichts zurück kommen. Dann kostet es Geld und bringt nichts mehr. Ein Remake anzubieten ist da eine sehr gute Idee. Man kann das Geld behalten und schafft zusätzliche Kundenbindung, wenn der Kunde denn endlich zufrieden ist. Ist ja alles im Preis inbegriffen.
    Wenn die eine eigene Strickerei hätten, würde es nicht anders laufen. Das ist völlig in Ordnung so.

    Ich verstehe jetzt auch die Ermittlung der Fertigungsdaten besser, nachdem Du geschrieben hast, dass es andere Anbieter gibt, die genauso arbeiten. Ich denke es geht dabei darum, dass die Kunden während des Bestellens nicht abspringen.
    Jeder kennt seine Größe und seine Gewichtsdaten.
    Wenn Kunden dagegen gesagt bekommen, „so, jetzt messe mal aus wie das bei deinem Pulli ist“, dann muss man aufstehen und Daten ermitteln, meistens geschieht das eh nicht sofort und die Bestellung wird abgebrochen.
    Dann gibt es noch die Kunden, denen kannst du zehnmal zeigen, wie sie messen sollen und sie machen es immer noch verkehrt. That‘s life….
    Auch die Preisgestaltung ist durchdacht. 56,- € für ein Shirt, bei zwei gibt es 12,5% Rabatt, macht für 2 Shirts knapp unter 100,- € und bei den Pullovern für zwei knapp 250,-€. Na…..is doch ein Angebot !

    Ich finde es schon positiv, dass sie detailliert beschreiben, welches Garn sie wo verwenden. Besser gehts eigentlich nicht.
    Die Beschreibung was Zegna alles so treibt ist zwar teilweise sehr verschwurbelt:
    „Das Garn wird mulesing-frei hergestellt, womit das Wohlergehen der Tiere während dem Abnehmen der Wolle sichergestellt wird.“

    Aber immerhin, es ist vieles an Aussage vorhanden. Zegna Baruffa ist durchaus ein Unternehmen mit Anspruch. Finde ich gut.

    „Seamless“ lässt sich auf herkömmlichen Strickmaschinen nicht herstellen. Der Begriff war schon immer so, jetzt wird er halt vermarktet.

    Hersteller, die was auf sich halten, haben immer Maschinen von Stoll oder Shima, oder evtl auch beides.
    Das sind halt die Marktführer und die bieten eben einen rundum Service was die Soft- und die Hardware angeht.
    Ob Loro Piana noch alles selber herstellt, weiß ich nicht. Es kann durchaus sein, dass sie ihre Designs selber machen, ein paar Maschinen selber haben, mit denen entwickeln und testen und optimieren und dann woanders fertigen lassen.
    Evtl haben sie auch alles im Haus, aber wozu ? Das kostet alles nur.
    Wenn ich mir anschaue, wie sich Piana die letzten Jahre entwickelt hat und umgebaut wird zu einem Lifestyle - Konzern, dann weiss ich nicht was die in die Fertigung von Cashmere noch investieren. Der Handel mit Garnen ist stark ausgebaut worden.
    Wenn ich mir ihre Seite jetzt ansehe, dann geht ihr Trend ja zum Baby-Cashmere und auch zu Vikunja. Ich bin erstaunt wieviel Baby-Cashmere es gibt.

    Ein Beispiel wie das auch laufen kann:
    Eine der Strickereien mit denen ich arbeite erhält ab und zu Aufträge von einem italienischen Top-Label, bei dem wahrscheinlich jeder vermutet, dass die sich alles selber herstellen.
    Die Strickerei erhält die Programme auf einem ROM, nicht kopierbar und strickt dann eine bestimmte Anzahl von Pullovern.
    Das machen die natürlich um Kosten zu sparen, aber andererseits muss halt drauf stehen „Made In Italy“.
    Mich hat es schier umgehauen als mir gesagt wurde, was dieses Label für die Fertigung eines Stückes bezahlt.
    Die selber verkaufen den Strick dann aber zu einem wirklich stolzen Preis.
    So kommen die Margen bei Top-Labeln zustande.
    Das Schöne daran ist, das ich dasselbe Teil ( in dem Fall ein Herren - Pullover) nach einem Jahr beziehen kann. Natürlich weiss keiner, von wem der ist und ich muss das ja auch nicht sagen.
    Die Qualität des Programms ist halt super.

  7. #7
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    Solche Einblicke erhält man selten, danke. Dass SOAT das Garn so genau angibt finde ich auch sehr gut - sonst müsste ich extra nachfragen wenn ich es in betracht ziehen würde zu kaufen. Nur dass sie mit 17,5 Mikron werben, obwohl es nur zum Teil im Kleidungsstück vorhanden ist finde schmeckt mir nicht. Die Preise finde ich gerade, wie du es schon erwähnt hast, bei mehreren Teilen gut.
    Der Teil mit den ROMs ist interessant, ich habe mich schon immer gefragt wie das in der Industrie, nicht nur bei Strickmustern in der Textilindustrie, mit dem Kopierschutz geht und was möglich ist.

    Sind denn die neuen Strickmuster eigentlich besser als die Alten, also gab es Fortschritte z.B. in der Stabilität oder sind es nur noch optische Unterschiede? So im Vergleich zu Modellen vor 10, 20, 30, 40, 50 Jahren.

  8. #8
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    Ja, man kann mit 3-D Strick andere, verbesserte und stabilere Designs herstellen.
    Es lassen sich natürlich auch viel kompliziertere Muster stricken. Das ist alles eine Frage dessen, wie gut der Designer ist und was der aus der Maschine herausholen kann.
    Ich bin von beidem überzeugt.
    Es ist halt wie überall in technischen Bereichen: Alles hat seine Vor- und Nachteile, aber insgesamt bietet wholegarment mehr Möglichkeiten fürs Design und sieht, wenn die Sachen passen, einfach einen Touch eleganter aus, schmiegt sich der Körperform besser an.

    Ich denke, ein gutes Geschäft hat beide Produktionsformen im Angebot. Traditionelle Strickwaren wie eben auch wholegarment.
    Wenn du dir die Seite von Loro Piana anschaust sind dort beide Herstellungsweisen zu finden.

  9. #9
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    Ich habe jetzt selber wieder eine Lieferung aus Italien erhalten, alles in wholegarment auf Shima Seiki hergestellt und mein Eindruck ist, dass die neuen Modelle in einigen Details durchaus nochmal verbessert wurden. Das Strickbild ist an den abgewinkelten Stellen, aber auch am Bund, sehr präzise gearbeitet und wirkt stabiler als früher.

  10. #10
    Administrator Avatar von urban
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    Könntest Du nicht mal ein paar Fotos machen und damit Deine sehr aufschlussreichen Erklärungen, herzlichen dank dafür, sichtbar machen?

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