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Thema: Markus SCHEER / Wojciech Czaja: Der Fuß weiß alles.

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    Markus SCHEER / Wojciech Czaja: Der Fuß weiß alles.

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    Damalige Verlagsankündigung:

    „Der fertige Schuh ist so gesehen nicht nur das Produkt von Arbeit, sondern auch von Geschichte, von Erlebnissen, von Persönlichkeit. Ein Schuh hat Seele, er hat Charakter, er hat Eigenständigkeit.“ Markus Scheer.

    Markus Scheer (43) stellt Schuhe nach alter Tradition her. Bereits in siebter Generation führt er das Wiener Familienunternehmen, das gänzlich auf Handarbeit setzt und zu den exklusivsten Schuhmanufakturen der Welt zählt. Internationale Kunden schätzen die außergewöhnlichen Maßanfertigungen aus dem Hause Scheer, das Ende des 19. Jahrhunderts auch den Kaiser sowie sämtliche Könige, Fürsten und Herzoge in den Provinzen ausstattete. In «Der Fuß weiß alles» spürt Markus Scheer der Geschichte und der Kultur des Schuhs nach und gibt Einblicke in ein faszinierendes Handwerk.

    „Der Schuh ist ein sinnliches Objekt.“
    Hinter dem Schuh steht eine jahrtausendalte Entstehungsgeschichte. Nachdem er zunächst vor allem zum Schutz diente, ist er heutzutage primär ein ästhetisches Objekt. Nicht zuletzt wurde der Schuh zu einem Statussymbol, das dem eigenen Charakter Form und Gestalt verleiht. „In einem Schuh“, so Scheer „scheint mir, wird der Mensch in seiner Gesamtheit abgebildet. Während ich einen Fuß anschaue, sehe ich im Geist das dazugehörige Gesicht.“ Männer wie Frauen können bei Markus Scheer ihre Schuhwünsche in Auftrag geben. Die Herstellung der Maßanfertigungen beginnt mit dem Leisten, der dem Fuß eines jeden Trägers individuell nachempfunden ist – er ist die Persönlichkeit des Schuhs. Bei der Ausgestaltung des Stiefels, Slippers oder beispielsweise Budapesters kann der Träger persönliche Vorlieben äußern. Die Herstellung bis zum fertigen Paar dauert bis zu sieben Monate.

    „Ich möchte den Fuß verwöhnen.“
    Neben der Ästhetik spielt beim Schuhwerk vor allem der Komfort eine entscheidende Rolle. Markus Scheer kennt die Gefahren von zu engen oder zu spitzen Schuhen. Mit den verfügbaren Mitteln eines Schuhmachers möchte er dem Fuß etwas Gutes tun und seine natürliche Form so gut und lange wie möglich erhalten. Denn die Gesundheit des Fußes ist wichtig für die Haltung und Sprache des Körpers. Die entscheidende Prämisse sei, „dass das Gesamtbild passt, dass Mensch und Schuh eine Einheit bilden.“ Pro Jahr produziert Markus Scheer maximal 300 Paar Schuhe – „Mehr ist unter Einhaltung meiner Ansprüche an Produkt- und Prozessqualität nicht möglich.“

    Markus Scheer ging nach der Schule bei seinem Großvater in die Lehre. Nach bestandener Ausbildung bis hin zum orthopädischen Schuhmachermeister führte er Seite an Seite mit seinem Großvater das Unternehmen. Im Mai 2011 übernahm er das Erbe in siebter Generation – in diesem Herbst feiert das Familienunternehmen sein 200-jähriges Jubiläum. In der „Scheer-Galerie“ im Keller der Schuhwerkstatt findet sich ein Archiv historischer Schuhe: Auch heute noch verfalle er in Ehrfurcht, sobald er den Raum betrete, erzählt Scheer.



    Sehr hübsch und recht kurzweilig liest sich die im Jahr 2016 erschiene Schrift "Der Fuß weiß alles" von Markus Scheer, Inhaber der renommierten Adresse Rudolf Scheer und Söhne (Wien). Auffällig ist, dass es Scheer vorrangig nicht nur um den Schuh als kulturhistorischen Gegenstand geht, wobei er an der gegenwärtig omnipräsenten "Schuh(-un)kultur" nicht mit Kritik spart. Diese Einlassungen ergänzt er erfrischend prägnant mit Ausflügen in die Familiengeschichte, der Tradition des einstigen k.u.k.-Hoflieferanten sowie dem eigenen arbeitsbiographischen Werdegang, ohne dabei in die Oberlehrerhaftigkeit abzudriften, abgedroschen für den eigenen Betrieb zu werben oder die Leserschaft anderweitig zu langweilen. Gelungen ist insbesondere das Format der kurzessayistischen Betrachtung. Erfrischend abwechslungsreiche 110 Seiten Hardcover mit 17 teils farbigen Fotos im Mittelteil.
    Antiquarisch sehr günstig zu erwerben. Empfehlung!
    Geändert von Biondo (26.02.21 um 21:03 Uhr)

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