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Thema: Edward Green - The Finest Shoes in England

  1. #1
    Administrator Avatar von urban
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    Edward Green - The Finest Shoes in England

    Name:  Edward Green LOGO.jpg
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    Edward Green macht sehr elegante Schuhe aus recht feinem Leder, die allerdings auch ihren (meiner Meinung nach zu)
    hohen Preis haben: > 1.000 €.
    Sie sind wohl alle Goodyear Welted aber leider nur mit einem Gemband - es war wohl einmal angekündigt zu
    genuine GYW zurückzuwechseln; näheres dazu ist mir aber nicht bekannt.
    Ed Green-Schuhe zeichen sich vor allen Dingen durch ihre sehr saubere Verabeitung aus - man wird z.B. nie einen schlecht
    eingeleisteten und schlecht gezwickten Schuh dort finden.
    Bei den Made to order-Schuhen kann der Kunde die Lederfarbe, Sohlenstärke bestimmen - gemacht werden die Schuhe
    auf den EG-Leisten und im EG-Design.

    Ein sehr gutes Video über die Herstellung der Schuhe:


    http://www.edwardgreen.com






  2. #2
    Für mich DER Hersteller aus England. Sie stellen einfach sehr sehr schöne Schuhe her. Für mich stimmt hier einfach alles, mit Ausnahme des hohen Preises, wobei ich auch da finde, dass die Preise teilweise schon gerechtfertigt sind, trotz Maschinen etc..
    Im Rahmen einer Englandreise, habe ich es mir nicht nehmen lassen, einige Hersteller und auch Factory Shops zu besuchen, so auch Edward Green. Bei Edward Green ist es so, dass man einen Termin absprechen muss, möchte man deren Factory Shop, sofern man das so nennen kann, besuchen möchte. Als ich dort ankam, wartete mein Onkel, mit dem ich dort verabredet war schon auf mich.
    Zwar ohne meinen Onkel, dafür das Schild. :D


    Als wir fertig waren im Shop, gingen wir ins Büro um zu bezahlen. Dies übernahm die Chefin höchstpersönlich. Als wir fragten, ob wir eine Tour durch die Fabrik bekommen könnten, bejate sie dies und führte uns durch die Fabrik. Da es ein Freitag war, waren nicht mehr alle "Stationen" besetzt. Nichts desto trotz war es sehr interessant und ich fand es erstaunlich, wie offen man dort mit Fragen zur Fertigung umgegangen ist. Frau Freeman hat uns sehr viel Erklärt und war und jede Frage wurde beantwortet.

    Die erse Station waren die sogenannten "Clicker". Hier wird das Leder ausgesucht und die Formen ausgeschnitten. Beim Schneiden bzw. absetzen des Messers nach dem Schnitt entsteht ein Clickgeräusch, weswegen sie so genannt werden. Was ich besonders interessant fand, war aber die Ausführung der Chefin bezüglich der Lederqualität. Sie erzählte, dass die Leder handverlesen werden und nur wirklich Narbenfreie Leder angekauft werden. Auch haben sie relativ viel Verschnitt, da sie versuchen die Lederstärke möglichst homogen zu haben pro Schuh. Die Clicker haben erzählt, wieviele Paar Schuhe sie aus einer Haut bekommen, da der Besuch aber 5 Jahre her ist, habe ich das vergessen. Es war aber deutlich weniger als bei z.B. Trickers oder Crockett & Jones. (nach deren Angaben)





    An dieser Station wurden die einzelnen Lederteile zusammengenäht.

    hier auch nochmal, welche Teile jetzt genau, weiß ich nicht mehr, auch wenn es uns genau erklärt wurde.


    Die Nächste Station war nicht besetzt, da keine Brogueings mehr gemacht wurden an dem Tag. Es war eine Maschine, wo die Löcher einzeln ausgestanzt wurden per Augenmaß. Ein großer Locher sozusagen. Frau Freeman meinte, dass die "Stanzerin" so ein feines Auge hat, dass es nur Abweichungen im Mirkometerbereich geben würde, also nur mit sehr geübten Auge könne man dies sehen.

    Für bestimmte Ziernähte war folgender Mann zuständig. Die Fäden für die Nähte sind handverzwirbelte Haare eines bestimmten chinesischen Stachelschweins. Er zeigte uns, wie die Haare verzwirbelt werden und wie er sie vernäht. Der Arme macht dies seit 30 Jahren. Ich stelle mir das äußerst langweilig vor. :D



    Noch ein Paar unbesetzte Arbeitsbereiche


    Hier einige der Leisten


    So ihr Lieben, dass war Teil 1. Teil 2 folgt morgen oder übermorgen.

  3. #3
    Administrator Avatar von urban
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    Vielen herzlichen Dank für Deine hervorragende Reportage!

  4. #4
    Hey,

    so, dann mach ich mal weiter mit Teil 2.

    Hier hat uns Frau Freeman gezeigt, dass sie auch bei Krokoschuhen es versuchen das Muster so zu erstellen, dass die Paare passen. Sie hat uns noch einige anderen Beispiele gezeigt und hier wird auch ein sehr großer Wert drauf gelegt, dass es wirklich passend ist.


    Noch mehr Leisten


    Dieser Mann war damit beschäftigt bei einem Schuh den kompletten Unterbau inkl. Rahmen "wegzureißen". Schickt man die Schuhe zum besohlen zurück zu Edward Green bekommen die Schuhe meist einen komplett neuen Rahmen. Das lassen sie sich auch was kosten. Neulich hat ein Bekannter ein Paar 20 Jahre alte EG hingeschickt wo selbst das Futterleder total hinüber war. Da aber das Außenleder sehr gut gepflegt war und es seine absoluten Lieblingsschuhe waren, dachte er, dass er sie wieder aufarbeiten läßt. Zurück kam ein Paar Schuhe, die aussahen wie neu. Das Futterleder haben sie neu gemacht, einen komplett neuen Unterteil mit Rahmen. Kosten waren waren ~400€. Sorry für die kleine Exkursion.

    Unschwer zu erkennen wird an der Maschine gedoppelt


    Wie viele wissen, ist in den meisten Schuhen Kleber vorhanden. Der Mann meinte, dass es Spezialkleber ist, der sich mit der Zeit verflüchtigt und es nur gemacht wird um sie zu fixieren. Ob das stimmt, keine Ahnung. Ich hab ein Paar EG die quitschen ein bissel beim laufen, da das Futterleder am Außenleder etwas reibt, somit könnte ich mir das vorstellen mit dem verflüchtigen (50% weniger Preis waren mir das wert. :D)



    Hier ein MTO von einem Kunden. Frau Freeman erzählte, dass dieser Herr wohl in Afrika auf Safari war und dort ein Paar Elefantenohre erstanden hat um aus dem Leder Schuhe zu fertigen. Wahrscheinlich hat er das Tier selbst erlegt, was ich persönlich recht fragwürdig finde, zeigt aber, dass bei EG wohl viel Möglich ist bei entsprechender Entlöhnung


    Hier die Gelenkfeder aus Holz. Auf meine Frage, wieso keine Metallgelenkfeder benutzt wird, meinte der Herr, dass es nach ihrer Erfahrung besser ist mit Holz zu arbeiten, da sich ja auch das Leder inkl. Sohle im Laufe der Zeit noch etwas verändert. Holz würde dem dann einfach mitanpassen, was bei Metall halt nicht so ist. (Grob aus der Erinnerung und nicht genaue Wortlaut).


    Mit dieser Maschine wird das Kork in die Sohle verfrachtet. Laut Frau Freeman eine von nur zwei Maschinen die das machen. Die andere ist in irgendeinem Museum und somit ist es die einzige Maschine die noch in Benutzung ist.


    Zum Abschluss noch ein Paar Fersensohlen. :D


    Alles im Allen fand ich den Besuch sehr interessant. Wie gesagt finde ich Edward Green macht wirklich hervorragende Schuhe und kann Urban nur zustimmen, dass man dort sehr sehr viel Wert auf Genauigkeit und Qualität legt. Im Factoryshop wurden Schuhe verkauft, da das Antikfinish etwas vermurkst war. Auf meine Frage, wieso sowas denn nicht im Laden landet, meinte die nette Dame, dass er halt nicht perfekt geworden sei. Ich hab schon deutlich schlechter gefinishte Schuhe von anderen Herstellern im Laden zum Vollpreis weggehen sehen. Alles im Allen finde ich schon, dass viele Schuhe dort ihren Preis gerecht werden, trotz Einsatz von Maschinen. Es ist trotzdem viel Handarbeit dabei. Das Finish wird zB. Komplett per Hand erstellt, habe da leider kein Foto gemacht, da das Licht dort wirklich schlecht war. Man merkt allen Mitarbeitern, von Chefin bis zum Clicker, an, dass sie voll hinter ihrem Produkt stehen.

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