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Thema: Wo und wie kauft man seine Schuhe?

  1. #1
    Administrator Avatar von urban
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    Wo und wie kauft man seine Schuhe?

    Der Mensch hat bekanntlich zwei verschiedene Füße und diese sind auch verschieden groß: länger, breiter, höher oder
    alles zusammen.
    Spielt jemand Fußball oder beansprucht auf sonstige Art einen von beiden mehr, so ist dieser der stärker ausgeprägte Fuß.
    Serienmäßig wird ein Paar Schuhe aber in nur einer Maßkombination - ein Defizit des Angebotes, das den Kosten des
    Handels geschuldet ist, angeboten.
    Also passt entweder der rechte oder der linke Schuh gut.

    Passen ist ein gutes Stichwort:
    Darunter versteht jeder etwas anderes!

    Dem einen reicht es vollkommen aus wenn er mit seinem Fuß in den Schuh hineinschlüpfen kann ohne dass er drückt,
    ein anderer nimmt selbst einen leichten Druck hin weil er der Meinung ist, und das auch schon wiedergeholt gehört oder
    gelesen hat, dass ein Schuh eingetragen werden muss.
    Dem Ausdruck „der Schuh passt mir gut“ kann also vieles bedeuten – nur ob es tatsächlich zutrifft ist eine ganz andere Frage!

    Das Schuhprüfinstitut in Pirmasens (PFI) hat bei 5.200 Personen eine Untersuchung der Füße und der getragenen Schuhe
    durchgeführt; dabei wurden sowohl die Füße als auch der Innenraum der Schuhe gescannt.

    84 % aller Deutschen, Frauen wie Männer, tragen die falsche Schuhgröße!

    Es wird dabei wohl niemand dieser Personen angegeben haben, dass er Schuhe trägt, die ihm nicht passen.
    In einer anderen Untersuchung zum Thema Leisten- und Weitensystem für Schuhe hat das PFI feststellen müssen,
    dass 4 von 5 Personen bei Schuhproben zum falschen Schluss kamen,
    obwohl ihnen die Schuhe zu groß oder zu klein waren gaben die Testpersonen das Gegenteil an,
    und das selbst bei objektiv passenden Schuhen!

    Anzumerken ist zu der letzten Untersuchung, dass nur ein Schuh anprobiert werden musste, so dass sich die Testperson
    auf nur einen Fußkonzentrieren konnte.
    Bei Hosen, Jacken und Hemden käme niemand auf die Idee etwas zu kaufen, was ihm zu groß oder zu klein ist,
    aber bei Schuhen ist das so.
    Dies lässt für’s erste den Schluss zu, dass die meisten Menschen kein Fußbewusstsein haben oder schlecht sitzende Schuhe bewusst oder unbewusst,
    weil sie es nicht besser wissen oder "markenverblendet" sind in Kauf nehmen.



    Wie Sie der Tabelle aus Wikipedia entnehmen können, weichen die französischen und die englische Schuhgrößen,
    die reine Schuh-Längenangaben sind, leicht voneinander ab.

    Kaum ein Schuhhersteller hält sich an die verschiedenen Normen eines Maßsystems sondern entwirft bzw. kauft seine
    eigenen Leisten(-formen), die, wie das PFI bei den Untersuchungen zum Schuhweitensystem festgestellt hat,
    auch noch oft falsch dimensioniert (oft sind die Schuhe zu lang, um sie eleganter erscheinen zu lassen),
    also fehlerhaft konstruiert sind!

    Die Weitenangaben der Hersteller bei der Größenangabe sind dazu reine Fantasiebezeichnungen – jeder macht was
    und wie er will.
    Zieht man auch noch die amerikanischen Größen und deren Weitensystem bei, dann ist das Chaos perfekt.

    Gerade das amerikanische Maßangabensystem sehe ich persönlich besonders kritisch, da nur ein Versandhandel
    und dass auch nur wenn er einen großen Markt bedienen kann,
    alle Längen- und Weitenkombinationen vorrätig halten kann – kein einziger stationärer Einzelhändler könnte es sich
    auf Dauer leisten ein solch umfangreiches Schuhlager für seine Kunden vorzuhalten.
    Was also nützt es wenn es ein umfangreiches System gibt wenn man die entsprechenden Schuhe nicht irgendwo anprobieren kann?

    Dazu kommen natürlich noch viele andere Aspekte wie Konstruktion und Machart der amerikanischen Schuhe,
    da sie in vieler Hinsicht nicht mit europäischen Produkten der gleichen Preisklasse (in Europa) mithalten können.
    Nur mit dem ewigen Totschlagargument „Cordovan“ wird noch lange kein guter Schuh draus!

    Ein weiteres Zwischenresümee:
    Es gibt keine verlässlichen, sprich: normierten Größen- und Weitenangaben der Hersteller, und wenn es sie gibt,
    dann hat kein Händler alle Größen und Weiten vorrätig.
    Im Schuheinzelhandel, so man überhaupt diesen Begriff aufgrund der vielen Angebote in Factory Outlets, Discountern und Supermärkten noch gebrauchen darf, ist eine echte Fachberatung in den allermeisten Fällen Fehlanzeige!
    Kaum einer der Verkäufer kennt sich mit Schuhen aus oder kann gar Füße vermessen, geschweige denn sind sie daran
    interessiert den Kunden vom Kauf abzuraten obwohl sie sehen, dass die Schuhe schlecht sitzen.
    Niemand erklärt dort den Kunden darüber auf, dass z.B. auch bei Damenschuhen eine Fersenkappe zum festen Halt des Fußes zwingend erforderlich ist, so gut wie niemand hat auch nur das geringste Fachwissen!
    Ich kenne Schuhgeschäfte, da laufen nur gut aussehende Aushilfskräfte herum und selbst die Filialleiterin oder Eigentümerin hat von Schuhen, Macharten, Qualität und Passform keinen blassen Schimmer!

    Schuhfachgeschäfte, die Schuhe nur einmal in 3 verschiedenen Weiten führen, sind nur als ganz große Ausnahme anzutreffen – ich kenne allerdings keins.
    Viel lieber schmücken sich die Schuhfachhändler mit mehreren bekannten Brands als dass sie tatsächlich einen hohen Lagerbestand in verschiedenen Leisten und Weiten nur einer Marke führen.
    Die vom PFI empfohlen Schuhe in 6 Weiten, um mehr als 80 % der Fußdimensionen/-größen abzudecken,
    wird noch nicht einmal von einem einzigen Hersteller so wie vorgeschlagen produziert (das PFI-Konzept hat absolut nichts
    mit dem amerikanischen Weitensystem gemein).

    Zwischenfazit:
    Fußvermessung, alleine um nur einmal die passende Schuhlänge zu finden, ist Fehlanzeige obwohl ein Maßband dazu vollkommen ausreicht.
    Mindestanforderungen an einen fehlerfrei gemachten Schuh kann in der Regel niemand dem Kunden vermitteln.
    Es werden nur Brands und Marken oder Hersteller verkauft, die einen hohen Umsatz und entsprechende Gewinne garantieren – handwerklich gut gemachte Schuhe
    spielen bei den Damen gar keine Rolle und bei den Herren eine verschwindend geringe!

    Der Onlinekauf und Schuhdatenbanken:
    Absoluter Unsinn wie zuvor dargestellt und begründet.
    Es setzt im Übrigen voraus, dass der Kunde bereits die optimal an seinen Füßen sitzenden Schuhe gefunden hat – und da bin ich in der Regel skeptisch!

    Der optimale Serienschuh?
    Ist der, der auch das Fußgewölbe unterstützt – sprich: der Schaft dort soweit unter den Fuß eingezogen ist, dass er dauerhaft das Fußgewölbe unterstützt.
    Nur tun dies 99 % aller Schuhe nicht, da in Serie hergestellte Schuhe an möglichst viele Füße passen sollen, um gut verkäuflich zu sein, und haben deshalb
    den allgemein bekannten senkrecht abfallenden Schaft neben dem Fußgewölbe.

    Das Fußbett, das viele Hersteller mit billigen Schaumstoffeinlagen dem Käufer vorgaukeln, ist pure Roßtäuscherei:
    Drücken Sie diese mit dem Daumen ein!
    Was glauben Sie wie sich der Schaumstoff unter der Last Ihres wesentlich höheren Druck ihres Körpergewichtes verhält?

    Bei höherwertigen Schuhen ist des Öfteren zu lesen, dass sich der Fuß in der Korkausballung zwischen Brand- und Laufsohle ein Bett eindrücken würde:
    selbst bei einer recht weichen Brandsohle ist der Zehenabdruck in der Brandsohle so minimal, dass man ihn kaum ertasten kann.
    Eine Bettung des Fußes findet nur dann statt, wenn der Schuh optimal an den Fuß passt und der Schaft im Bereich des Fußgewölbes so weit eingezogen ist,
    dass er unterstützt – das Einkleben von Pelotten (kleine runde, ovale oder längliche Kautschuk-’höcker‘) sind nur ein Behelf und eigentlich für orthopädische Schuhzurichtungen gedacht,
    aber nicht für gesunde Füße, wo sie genau das Gegenteil bewirken können!

    Macharten:
    Dies werden vollkommen überbewertet und spielen höchsten beim Preis eine kleine Rolle, was oft von den Käufern ebenfalls vollkommen falsch eingeschätzt wird,
    da z.B. das Leder, die Sohlen und der Verarbeitungsaufwand insgesamt einen wesentlich größeren Einfluss auf den Preis haben, als Maschinenarbeit A zu Maschinenarbeit B.

    Fazit:
    Schuhkauf ist reine Glückssache!
    Der Schuh-Online-Handel ist grundsätzlich ohne Sinn - es sei denn Sie sind sich absolut sicher bei jeder Tombola das Große Los zu ziehen!
    Auf Schuhdatenbanken ist absolut kein Verlass, da die Fehleranfälligkeit schon bei der Datenerhebung mind. 80 % beträgt.
    Auf Passformtipps aus Foren verzichten Sie am allerbesten - das ist wirklich nur etwas für absolute Spinner!

    Es bleibt Ihnen einzig der Gang zu einem gut sortierten Schuhfachgeschäft mit echten Fachkräften, die auch beratungswillig sind und nicht auf Provisionsbasis bezahlt werden.
    In allen anderen Schuhgeschäften gilt leider:
    Fußvermessung zur Ermittlung der erforderlichen Schuhlänge, Weite und Höhe ist oft Fehlanzeige - Fachkenntnisse des Personals: dito - sinnvolle Hinweise: dito usw. usw.

    Die Auswahl verschiedener Leisten eines Herstellers ebenfalls und das Herausfinden eines möglichst gut sitzenden Schuhes unter mehreren Herstellern eine Frage der jahrelangen Erfahrung,
    des Wissens des Kunden/der Kundin und der Geduld.
    Kein Hersteller bietet Schuhe paarweise in 2 verschiedenen Größen oder Weiten an obwohl der Bedarf dafür bei den Kunden vorhanden ist – viele Händler sind zudem nicht bereit ihren Kunden diesen Service anzubieten.
    Kein Hersteller bietet das 6-Weitensystem, wie vom PFI ermittelt, seinen Kunden, den Händlern, überhaupt an.

    84 % aller Deutschen tragen die falschen Schuhe und Sie können Ihre Füße nur einmal kaputtmachen!

    Investieren Sie bitte etwas Zeit in das Wissen um Ihre Füße und was tatsächlich gute Schuhe ausmacht!


    Fortsetzung mit den Details zur Anprobe von Schuhen folgen.

  2. #2
    Administrator Avatar von urban
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    Aktueller denn je!
    Trotz Informationsmedium INTERNET hat sich in 6 Jahren nichts zum Besseren gewendet sondern eher zum Gegenteil.
    Alles muss halt billig sein.

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