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Thema: Schals und Stolen - was Mann weiß, was Mann wissen könnte

  1. #11
    Administrator Avatar von urban
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    Den Faden wie man die nächsten Kapitel: Material und wann trägt man welchen Schal zu welcher Gelegenheit elegant einleitet, habe ich noch immer nicht gefunden,
    aber ich denke darüber nach.

  2. #12
    Administrator Avatar von urban
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    Ach übrigens:
    Anzugstoffe eignen sich grundsätzlich nicht für Krawatten, da dem Stoff die Rückstellfähigkeit fehlt;
    damit gemeint ist die typische Eigenschaft von Krawattenstoffen nach dem Lösen des Knotens wieder ihr ursprüngliches Volumen (ihre Fülle) einzunehmen.
    Dies erreicht man bei Krawattenstoffen durch die Verwendung von hochgezwirntem Garn und entsprechender Webart wobei auf die Webdichte geachtet werden muss.

    Es ist wohl derzeit schwer in Mode, dass jeder Italiener, der eine Schere in der Hand halten kann, meint er könne Krawatten schneidern, und
    jede Menge deutsche Geschäftemacher diese billig eingekauften Schlipse zum 4 oder 5-fachen des Einkaufspreises auf den Markt zu werfen und
    sich jedwede Kritik daran verbieten, nebst ihrer Klientel, die sich allzu gerne abzocken lässt,
    aber dennoch sei davor gewarnt sich solche Schlipse zu kaufen und umzubinden.

    Erkennen kann man die minderwertige Qualität zu maßlos überzogenen Preisen daran, dass sie bereits neu so aussehen, als wären sie verdrückt;
    daneben sind sie unsauber zugeschnitten und weisen oft (nicht immer) auch keine sonstigen Qualitätsmerkmale wie z.B. eine Fadenreserve auf,
    dafür sind sie dann "handrolliert" - aber wie....
    Man darf auch davon ausgehen, dass die verwendeten Einlagen nicht unbedingt die höchste Qualität aufweisen und schon gar nicht mit den verwendeten Stoffen harmonieren,
    was man am Knoten oder spätestens nach dessen Lösen deutlich sehen kann.
    Griff, Fall, Fülle.... Fehlanzeige!

    Box Pusher-Geschäfte......aber solange es die Dummen kaufen ist alles in bester Ordnung!

  3. #13
    Administrator Avatar von urban
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    Der Winter steht wieder in's Haus und wie alle Jahre wieder stellt sich die Frage nach dem warmen Schal.
    Viele Männer schwören auf Chasmere statt auf Wolle, was natürlich absoluter Unsinn ist, denn Casherme ist bekanntlich auch Wolle - was sonst?
    Aber gerade bei Cashmere wird viel Scharlatanerie betrieben - da gibt es die billigen, durchaus nicht preiswerten!, von der Bekleidungskette für 49,95 €
    oder gleich vom Kaffeeröster....
    Wenn Sie mehr über Cashmere- und andere Garne lesen wollen wie zum Beispiel die Fädrigkeit, wie dünn oder dick das Garn ist oder
    Was ein gutes von einem weniger guten unterscheidet und welche Garne am wärmsten halten, dann lesen Sie sich bitte den Artikel über Wollarten und Garne durch.

    Welchen Schal oder Stola sich aussucht hängt von den eigenen Vorlieben ab - soll es ein echter Schal sein oder doch lieber eine breite Stola,
    die man zweimal falten kann und schon wird aus einer sehr dünnen Stola im Format 80 X 200 cm eine 20 X 200 cm mit 3 Luftschichten dazwischen.
    Eine solche Stola - oft findet man dieses Format bei sogenannten Pashminas - hält sehr warm, trägt halt eben durch die 4 Lagen etwas dicker auf.
    Meist werden Stolen aus Wolle, oft Cashmere, und Seide im Verhältnis 70/30 gewebt - mal als Chiffon/Georgette oder etwas dichter.

    Hierzulande realtiv wenig anzutreffen sind Stolen aus Royal (Baby) Alpaka und Seide, die bei gleicher Webart noch wärmer halten,
    da Alpacafasern innen (= Haarkanal) nicht mit Lanolin (Wollfett) gefüllt sind sondern mit Luft - dementsprechend isolieren Alpacafasern, der Rohstioff, besser.
    Noch feiner und wärmer sind Stioalen aus Guanaco, dem verwandten des Vicuña und natürlich, da die Fasern noch dünner sind,
    die aus Vicuña selbst - alles eine Frage der Exklusivität, des Preises.

    Selbstredent gibt es auch Stolen aus 100 % Cashmergarn - in der höchsten dichtgewebten Qualität werden die Schals von Hand mit einer Distel kardiert;
    deswegen findet man bei Edelchashmeremarken wie z.B. Piacenza auch die Distel im Firmenlogo.
    Der so bearbeitete Schal weist ein ganz, ganz leichtes Wellenmuster auf - sehr gut zu sehen auf dem allerersten Foto an einem Schal von Alex Begg.

    Alle gewebten Schals und Stolen werden aus relativ dünnen Garnen gewebt, meist aus 2-fädigen, seltener und teuerer aus 2X2 = 4-fädigem Garn;
    in Garnfeinheiten ab NM 2/28 - nach oben hin offen.

    Gestrickte Schals werden für den Winterbetrieb aus dickeren Garnen gestrickt, oft auch als Winterqualität bezeichnet.
    Nun können dies dicke einfädige oder 8-fädige (8-ply) Garne, die aus 8 Einzelfäden verzwirnt wurden, sein - es gibt dabei zu viele Varianten,
    um hier jetzt auf alle einzugehen.
    Es ist zuerst einmal eine reine Geschmacksfrage ob nun jemand lieber einen gestrickten oder einen gewebten Schal trägt - eleganter sind auf jeden Fall
    die gewebten Schals im gängigen Format bis ca. 180 X 40 cm (50 cm maximal) und einmal der Länge nach gefaltet.
    Noch eleganter sind die Doubleface, die zweilagigen Schals aus Seide und feiner Wolle, in der Regel aus Cashmere, aber leider sind solche Schals
    fast so schwer zu finden wie die Nadel im Heuhaufen, vor allen Dingen wenn eine Spitzenqualität gesucht wird.

    Bis dato ist der Text sehr Cashmerelastig - ersetzen Sie einfach Cashmere durch feine Merinowolle und Sie haben einen Schal,
    der einem aus Cashmere praktisch nicht nachsteht, eine enstprechende Garnqualität und Verarbeitung voraus gesetzt.

    Nur schreit alle Welt nach CASHMERE!
    Nun ja - wenn schon für 49,95 echtes Cashmere in einer wundervollen Qualität an jeder jeder Ecke zu haben ist - warum
    sollte sich jemand dann noch mit Merino zufrieden geben?
    Es ist halt wie überall eine Frage der Qualität.
    Ich käme jetzt nicht auf die Idee mir einen solchen billigen Chasmereschal zu kaufen - lieber würde ich etwas mehr Geld für einen aus Merinowolle oder Royal-Alpaca ausgeben.
    Das darf aber jeder so machen wie er möchte - in 5 oder 10 Jahren schauen wir dann mal...

    Übrigens:
    Cashmerewolle ist nicht weicher als Merinowolle - gleiche Garnspezifizierung vorausgesetzt. Das ist ein IRRGLAUBE!
    Flauschig ist nur das Cashmere (Kaschmirwolle) aus chemisch aufbereiteten Fasern minderer Qualität wobei das Garn beim Spinnen aufgeflauscht wird.

    Der höhere Preis des Cashmeregarns kommt durch die Fasergewinnung zustande - man denke an das Auskämmen von Hand oder an Baby-Cashmere,
    während Merinowolle aus Zuchtfarmen stammt und die Schafe geschoren werden - den Rest besorgen Maschinen.
    Also reines STATUSDENKEN + IRRGLAUBE

    Cashmerehype daran kann sich ja seit ein paar Jahren jeder Kaffeekäufer + Kaufkauskunde beteiligen, erst recht im SALE...


    P.S.
    Ein hatte heute Abend mal wieder so einen typisch-allwissenden Beitrag gelesen und deswegen diesen Kurzartikel aus dem Handgelenk geschüttelt.
    Es ist schon gigantisch was so alles an wissenschaftlichen Beiträgen über Wolle & Cashmerewolle, Kaschmirwolle, abgelassen und beklatscht wird - die Menscheit wird immer schlauer!

  4. #14
    Administrator Avatar von urban
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    Cashmere-Strick: Wie unterscheidet man Ramsch von Qualität

    Hat nichts von seiner Aktualität eingebüßt.

    https://www.bestofbest-mode.com/show...ghlight=schals

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