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Thema: Schuhsohlen - Ledersohlen - Sohlenarten & Pflege

  1. #1
    Administrator Avatar von urban
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    Schuhsohlen - Ledersohlen - Sohlenarten & Pflege

    In diesem Artikel möchte ich mich nur mit Ledersohlen beschäftigen - Fragen zu anderen Sohlen können Sie natürlich gerne stellen.

    Man unterscheidet Ledersohlen nach der:
    • Lederherkunft - meistens Rindleder
    • Gerbart - ob Chrom, vegetabil (pflanzlich), chromvor- und pflanzlich nachgegerbt
    • Sohlenstärke
    • Flexibilität
    • Aufbau
    • Zurichtung
    • Verwendungszweck - also ob als Brand-, Zwischen- oder Laufsohle


    In Europa werden Sohlen grundsätzlich speziell aus Rindleder geschnitten, da man nur mit Haut eines ausgewachsenen Rindes
    eine Sohlenstärke von z.B. 5 mm und mehr nach der Gerbung und ggf. der Verdichtung erreichen kann.

    Fortsetzung folgt - Zeit läuft seit 10:00 Uhr

  2. #2
    Administrator Avatar von urban
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    Ich werde diesen Artikel vorläufig nicht weiterschreiben, da ich mir zuerst einmal ein paar Gedanken über Symbiose machen will.

  3. #3
    Administrator Avatar von urban
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    Ich bitte noch um etwas Geduld, da ich am Recherchieren bin i. S. Altgerberverband, Lohegerbung, unterschiedliche Gerbmethoden usw..
    (Mein Gedächtnis läßt nach - ehe ich etwas falsches schreibe mache ich mich lieber wieder schlau.)

    Ich bitte um Ihr Verständnis!

  4. #4
    Administrator Avatar von urban
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    Lesen Sie bitte folgende 2 Artikel in Lederpedia - dann brauche ich später viel weniger zu schreiben.:)

    Sohlleder Vacheleder Nagelvache Nächvache Flexibelvache Schnittervache

    http://www.lederpedia.de/lederarten/...schnittervache

    Ebenfalls in Lederpedia finden Sie einen sehr guten Artikel von Stefan Banaszak über die
    Altgrubengerbung - die traditionelle Gerbung mit Eichenrinde

    http://www.lederpedia.de/veroeffentl..._eichenrinde?s[]=altgerberverband

  5. #5
    Administrator Avatar von urban
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    Das Siegel des ehemaligen Altgerber-Verbandes E.V.

    Name:  Altgerberverband Stempel.jpg
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    führt seit seiner Auflösung keine Gerberei mehr.

    Aufgrund der weltweit starken Nachfrage nach ihren Sohlen modifizierte der Mercedes unter den Sohlenlieferanten,
    die Firma J. Rendenbach, ihr Gerbverfahren und verkürzte damit die gesamte Gerbdauer wesentlich.
    http://www.lederfabrik-rendenbach.de...r-gerbprozess/

    Die Gerbung nach den Statuten des Altgerber-Verbandes dauert zwischen 9 und 18 Monaten.

    Neugierig geworden auf den Rolls-Royce?
    Ich habe leider noch nicht die Unterlagen und das Ansichtsmaterial erhalten, ist aber unterwegs.

  6. #6
    Administrator Avatar von urban
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    Die beiden Markenzeichen der Gerberei vorab

    Name:  Altgerber EICHENLOHE GRUBENGERBUNG.jpeg
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Größe:  9,2 KB Name:  Altgerber REINE EICHENLOHE GRUBENGERBUNG.jpeg
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  7. #7
    Administrator Avatar von urban
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    Die beiden eingetragenen Markenzeichen sind Eigentum der Gerberei Martin in Tuttlingen, der - soweit mir bekannt -
    einzigen Gerberei Deutschlands, die noch grundsätzlich nach den sehr strengen Vorschriften des mittlerweile aufge-
    lösten Altgerberverbandes E.V. ihre Häute gerbt.
    Dabei werden ausschließlich gemahlene Eichenlohe (Eichenrinde) und gemahlene Valonea, die Eicheln und Fruchtkelche
    der türkischen Eiche, aber keinerlei Extrakte, Konzentrate oder sonstige Gerbstoffe benutzt.
    Ebensowenig werden andere Lohen wie z.B. Fichten- oder Birkenrinde, Mimosalohe oder andere Gerbstoffe eingesetzt.
    Daher rührt auch das Markenzeichen "Reine Eichenlohe-Gruben-Gerbung".

    Die lange Gerbzeit von mindestens 12 Monaten ist durch das aufwendige Gerbverfahren in mehreren Stufen,
    angefangen vom Äscher über den Farbengang bis zum Versenk, und die langsame Angerbung mit schwacher Gerbbrühe
    und ohne den Einsatz irgendwelcher Katalysatoren bedingt.
    In der Regel beträgt die Gerbzeit sogar weit mehr als die Mindestzeit von 1 Jahr für die dünneren Häute,
    was der Qualität der Sohlen zugute kommt, und lange Tragezeiten ermöglicht.
    Aber nicht nur die Gesamttragezeit erhöht sich dadurch sondern auch die Haltbarkeit der Sohlenspitze, die sich weit
    weniger abstößt, und bei der Verwendung als Absatzfleck entspricht ihre Lebensdauer in etwa der des Gummistoppers.

    Nach dem Abschluss der Gerbung werden die Croupons mit einer Walze unter einem Druck von 85 at verdichtet bevor
    sie entweder als Ganzes oder ausgestanzt in den Handel kommen.
    Eventuelle Kundenwünsche für die Zurichtung des Sohlenleders werden natürlich zuvor berücksichtigt.

    Die ausgestanzten Laufsohlen werden in Stärken von 2 bis 6 mm (Fertigmaß) hergestellt - dies richtet sich grundsätzlich
    nach der Stärke der (Roh-) Haut, eventuelle Differenzen der Lederstärke des Croupons werden auf das vom Kunden ge-
    wünschte exakte Maß abgeschliffen.
    Die Schleifspuren erkennt man ganz deutlich auf der Rückseite der abgebildeten Sohle.

    Die Gerberei Martin betreibt weder eine Homepage noch ist sie in Facebook vertreten, und dennoch
    repäsententiert sie eine Gerberfamilientradition, die immerhin seit 1645 besteht.


    Name:  Gerberei Martin 02.jpg
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    Gerberei Martin GbR
    Eltastraße 11-12
    78532 Tuttlingen

    Phone: 0049 7461 6981
    Fax: 0049 7461 4363


    Wenn man denn so will, so wohnen Sie jetzt beim Lesen dieses Artikels immerhin einer Internetpremiere bei.

    Weitere Fotos der Gerberei und des Gerbens an sich werden kommende Woche folgen.

    Die nachfolgend abgebildeten Sohlen sind "roh", wurden weder in der Gerberei zugerichtet
    noch sonstwie auf Schönheit getrimmt und die Fotos sind nicht 'gephotoshopped'.


    Name:  P1050345_edited-2.jpg
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    Name:  P1050346_edited-1.jpg
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    Name:  P1050347_edited-1.jpg
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    Name:  Gerberei Martin 01.jpg
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  8. #8
    Administrator Avatar von urban
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    Hautaufteilung mit dem sogenannten Croupon, oder Kernstück, als Teilfläche mit der besten Qualität

    Name:  Croupon 01.jpg
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    Zahm- bezeichnet Rinder europäischer Herkunft
    Vache - die Bezeichnung für Rinder
    Vacheleder - flexibles Sohlenleder vom Rind
    Zahmvache - Rindleder vom europäischen Rind'
    Brandsohlenleder - wird aus den Flanken und aus dem Hals geschnitten

    Gerbarten:
    • mit Eichenlohe Grubengegerbt - auch als Altgrubengegerbt bezeichnet, Dauer: > 12 Monate, vgl. Altgerberverband
    • nach altem Gerbverfahren - beschleunigtes Gerben mit zumeist pflanzlichen Stoffen, Dauer: 3 - 8 Monate
    • modernes Gerbverfahren - in rotierenden Trommeln werden die Gerbstoffe und Hilfsmittel schnell in das Leder eingeschwemmt,
      Dauer max. 1 Monat, vgl. Chromgerbung
    • kombiniertes Gerbverfahren - chromvor- und vegetabil nachgegerbt


    Eigenschaften von vegetabil gegerbten Ledersohlen:
    • wasserabweisend
    • atmungsaktiv - luftdurchlässig (Diffusion)
    • flexibel, gute Biegefähigkeit ohne die Form zu verlieren
    • hohe Eigenstabilität und druckresistent
    • hohe Abriebfestigkeit
    • gute Isolation gegen Kälte und Wärmeabgabe im Sommer; vgl. Gummisohlen im Sommer
    • feuchtigkeitsbeständig
    • niedriges spezifisches Gewicht -> niedriges Gesamtgewicht
    • guter Ausputz durch feste Faserstruktur, vgl. Fiddle Bevelled Waist


    bei Brandsohlen zusätzlich:
    • antibakterielle Wirkung bei vegetabil gegerbten Sohlen
    • Aufnahme (und Abgabe) des Fußschweißes ohne Formveränderung (Eigenstabilität)


    Chromgegerbte Ledersohlen, meist bei preiswerten Schuhen anzutreffen:
    • billiger in der Herstellung
    • Abnutzung bei derselben Stärke (Dicke) geringer als der Durchschnitt der vegetabil gegerbten Sohlen
    • wesentlich härter als vegetabile Sohlen
    • geringfügig niedrigeres spezifisches Gewicht
    • bei chromgegerbten Brandsohlen besteht die Möglichkeit, dass Gerbsalze durch den Fußschweiß ausgeschwemmt
      und von der Haut aufgenommen werden, insbesonderel wenn die Gerbung außerhalb der EU erfolgte und mit anderen,
      in der EU nicht zugelassenen Gerbstoffen erfolgte
      vgl. Rückrufaktion http://www.produktrueckrufe.de/bekle...nd-accessoires



    (Auf-) Preis für vegetabile Lauf- und Brandsohlen inkl. Absätze:
    Dieser beträgt für den Endkunden zwischen 20.- € und 40.- € - je nach Herstellerland, Marke und Kalkulation.

    Tragedauer:
    Diese hängt von der Sohlenstärke, der Gerbung, der Gangart des Trägers und dem Untergrund ab.
    Der Gerbermeister Manfred Martin trägt seine 6 mm starke Ledersohlen auch in der Gerberei und dabei halten diese ungefähr 1 Jahr,
    trotz rauhem Untergrund, Feuchtigkeitseinwirkung und täglichem Einsatz - also unter sehr materialzehrenden Bedingungen.

    Schuhsohlen in der Praxis:
    Die Schuhsohlen unterscheiden sich als erstes in der Sohlenstärke, die von 2 mm bis ca. 6 mm pro Sohle reichen kann.
    Die Sohle eines Schuhs kann aus einer Einfach-, Zweifach- oder Dreifachsohle bestehen, d.h. der Schuhmacher
    hat eine, zwei oder gar drei einzelne Sohlen (-schichten) unter dem Schuh angenäht.
    Dabei können die Zwischen-, Mittel- und Laufsohle dieselbe Stärke oder verschiedene Stärken (Höhe) haben.
    Grundsätzlich gilt, dass jeder dicker die Gesamtsohle baut, desto steifer wird der Schuh, und er kann durch zu dicke
    oder zu harte im Sinne von unflexiblen Einzelsohlen/Sohlenschichten komplett ausgesteift werden.
    Dies ist aber nicht anzuraten bzw. der Kunde sollte beim Kauf darauf achten, dass sich der Schuh beim Gehen
    über der Ballenlinie biegt, damit man beim Gehen noch abrollen kann.
    Anderenfalls besteht die Möglichkeit falls der Träger nur solche ausgesteiften Schuhe trägt, dass seine Fuß-
    muskulatur, die Sehnen und Gelenke sich wegen mangelnder Beanspruchung zurückentwickeln.
    http://www.3sat.de/mediathek/index.p...play&obj=35002

    Die Biegsamkeit eines Schuhes und der Laufkomfort hängen auch wesentlich von der Konstruktion/Machart ab und
    wie diese ausgeführt wurde, ob von Hand oder mit der Maschine oder bei Goodyear Welted kombiniert mit einem
    angeklebten Gemband oder mit aufgestelltem und verstärktem Brandsohlenriß.
    Vgl. http://www.bestofbest-mode.com/showt...11-Macharten-I
    Wie biegsam ein Schuh ist können Sie leicht feststellen - entweder ziehen Sie ihn an oder Sie biegen ihn
    mit den Händen.

    Die Kunst eines guten Schuhmachers liegt darin, Brand-, Zwischen- und Laufsohle so aufeinander abzustimmen,
    dass sich der Schuh weich läuft und man ihn nicht an den Füßen spürt.

    Schuhe mit hohem Gewicht, eine Spezialität aus den USA, Ungarn und Österreich, aber auch aus anderen Ländern,
    müssen nicht sein - zumal diese meist auch noch sehr steif sind.

    Einfache, preiswerte Herrenschuhe haben oft eine chromgegerbte Sohlen, weil diese am preiswertesten sind.
    Bei pflanzlich/vegetabil gegerbten Sohlen gibt es eine große Bandbreite an Qualitäten, die von recht weichen und
    faserigen bis hin zu festen Sohlen reicht, die lange gegerbt und unter hohem Druck verdichtet wurden.

    Sie können die Qualität sehen, oder wenn man wieder so ein cleverer Schuhmacher/-hersteller sie mit Farbe
    zugekleistert hat, den Daumennageltest machen:
    Ritzen Sie mit dem Daumnagel über die Sohle und sie werden feststellen welche Spur dies hinterläßt.
    Wenn Sie nicht die Narbenseite des Leders sehen, dann handelt es sich vermutlich um ein Spaltleder,
    was auch leicht an seiner faserigen Struktur/Oberfläche zu erkennen ist.
    Diese Sohlen laufen sich recht schnell ab und auch die Sohlenspitze franst schnell aus oder drückt sich nach außen.

    Wirklich gute Sohlen benötigen kein Spitzeneisen, weder aufgenagelt noch eingelassen!
    Von beiden rate ich - mal wieder - ab. Fragen Sie bitte einen guten Schuhmacher was er dazu meint.

    Als Absatzfleck ist ein weiches Leder absolut ungeeignet, da es wegen seiner geringen Stärke von ~ 2mm
    sehr schnell zerfasert und man dann nur noch auf dem Gummistopper läuft wie das folgende Foto zeigt.

    Name:  Absatz 01.jpg
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    Spitzensprengung:
    Achten Sie bitte beim Kauf Ihrer Schuhe darauf, dass diese eine Spitzensprengung aufweisen.
    Durch die nach oben zeigende Sohlenspitze wird das (Ab-) Rollverhalten des Fußes unterstützt und die Sohlenspitze nutzt sich grundsätzlich langsamer ab.
    Weiterhin ist der Schuhschaft bereits vorgespannt, ähnlich einem (Schieß-) Bogen, und weist mehr eigenstabilität auf.
    Beim Abrollen bilden sich die Gehfalten weit weniger stark aus als bei einer flachen Sohle, da der Schuh nicht so stark biegen muss;
    man könnte statt vorgespannt hier jetzt auch "vorgebogen" schreiben.
    Der Winkel, in dem die Sohle nach oben zeigt, richtet sich nach der Schrittweite des Schuhträgers, ggf. seiner Fußstellung, und der Form der
    Schuhspitze, die auch die Spitzenzugabe (den Raum vor dem längsten Zeh, abhängigig davon ob die Schuhspitze rund, oval oder spitz ist) bestimmt.

    Beachten Sie bitte:
    Man könnte die Spitzensprengung (wie auch die Fersensprengung) etwas vereinfacht als den Abstand der Sohlenspitze
    zum Boden bezeichnen.




    Teflon- und Perlonschutzsohlen:
    Dadurch werden die typischen Eigenschaften der Ledersohlen zunichte gemacht, oder verschlimmbessert, ganz wie man will.
    Bei fabrikgenähten Schuhen mag das nicht weiter ins Gewicht fallen, bei handgenähten Schuhen ändert sich bei einer aufge-
    brachten Schutzsohle das Abrollverhalten des Schuhes insgesamt.
    Speziell bei dünneren Laufsohlen für Sommerschuhe sollte man keine Schutzsohlen aufbringen lassen, da dann
    die Fußwärme schlechter abgegeben wird und sich die Schutzsohle gravierend bemerkbar macht.
    Ist die Laufsohle nur 3 mm oder 4 mm dick und die aufgebrachte Schutzsohle ca. 1,50 mm, dann dürfte dies jedem einleuchten,
    da die Schutzsohle andere Materialeigenschaften hat und nicht so flexibel ist wie die darüber liegende Ledersohle.
    Schutzsohlen sollten aufgeklebt und nicht eingelassen werden, insbesondere wenn die Schuhe eh schon keinen
    Stand haben.
    Dies mag bei maschinengenähten Sohlen kaum ins Gewicht fallen, bei handgenähten dagegen schon.
    Diese Schutzsohlen erinnern mich immer an die Amerikaner, die die Front ihrer geleasten Autos mit ein einer Gummischutzhaube
    versehen, damit sie bei der Rückgabe keine Wertminderung zahlen müssen.


    Abgesehen von schlechten Sohlen bei "preiswerten Schuhen" können Sie die Abnutzung und das Abstossen der Schuhspitze in jedem Fall
    stark vermindern wenn Sie auf die Art und Weise wie Sie gehen achten:
    Schlurfen, starkes Abstossen, (über-) große Schritte usw. und diese Gewohnheit vielleicht etwas ändern.

    Wenn Sie Ihre Schuhe winterfest machen wollen indem Sie ihren Schuhmacher mit dem Aufbringen von Gummi-/Kautschuksohlen beauftragen,
    dann beachten Sie bitte dabei, dass er Vibram-Sohlen nicht annäht sondern nur anklebt (Herstellervorgabe) - lediglich die verschiedenen
    Dainitesohlen können genäht (durchstochen) werden, da sie aus Kautschukrohlingen 'kalt' gepresst wurden.
    Je nach aufgebrachter Sohle und Ihrer Fußsensibilität werden sich die Schuhe/Stiefel anschließend anders beim Gehen anfühlen.
    Und auf jeden Fall sollten die Schuhe anschließend einen sauberen Stand haben.

    Entweder gleich Schlechtwetterschuhe mit Gummisohlen oder Ledersohlen für die Puristen.

    Lesen Sie bitte auch:
    Die Qualitätsmerkmale von Schuhen erklärt anhand von Fotos http://www.bestofbest-mode.com/showt...hand-von-Fotos

    Der Stand: http://www.bestofbest-mode.com/showt...huhe-Der-Stand

  9. #9
    Administrator Avatar von urban
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    Die Pflege

    Ich möchte unterscheiden zwischen der Lauffläche der Sohle und dem Sohlenschnitt/-rand.

    kommt später:(

    Ich bitte um Ihr Verständnis dafür, dass ich den Thread Stück für Stück schreiben und überarbeiten muss,
    denn ich habe zu tun: Kunden im Laden, via E-Mail und per Telefon...

  10. #10
    Administrator Avatar von urban
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    Anfangen möchte ich mit einem alten Beispiel und von "Brujo" in NAS.de geklauten Fotos, die meine ehemaligen Santonis zeigen.

    Name:  Santoni eigene 01_edited-1.jpg
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Größe:  39,4 KB Name:  Santoni eigene 03_edited-1.jpg
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Größe:  30,5 KB

    Name:  Santoni eigene 02.jpg
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Größe:  33,4 KB

    Ein typischer Sommerschuh, durchgenäht und mit recht dünnen Ledertsohlen - ein leichter Sommerregen und die Füße waren naß.
    Die Sohlennaht endet im Fußraum, also war das nicht weiter verwunderlich, und zweitens sind die Sohlen sehr dünn, so dass eine
    kleine Pfütze reichte und schon schwappte das Wasser seitlich über die Sohle hinweg.
    Dies war schon mal nicht zu ändern.
    Die Sohlennaht aber - da konnte ich etwas machen:
    Ich strich den Nähkanal mit Lederfett zu, lies die Schuhe ein paar Stunden stehen, um die Sohle entlang der Naht etwas aufquellen zu lassen
    und lief dann mit den Schuhen. Durch das Körpergewicht drückte sich das Sohlenleder über die Naht und umschloss sie.
    Effektiv eine "versenkte Sohlennaht für Arme".
    Danach ölte ich die Söhlchen mit Ledersohlenöl ein und schon waren die "Coffee Loafer" zumindest nicht mehr ganz so regendurchlässig
    wie zuvor, die Regenpfützen musste ich dann aber immer noch umkurven.

    Die Lehren, die ich daraus zog:
    • im Sommer bei hohen Temperaturen sind Schuhe mit dünnen Sohlen super und schaffen ein erträgliche Fußtemperatur
    • den offenen Nähkanal kann man mit Lederfett und Druck im Auflagerbereich behelfsmäßig schließen
    • das Nähgarn zieht sich mit Fett voll wie ein Docht und zieht danach keine Feuchtigkeit in das Schuhinnere
    • Ledersohlenöl hilft bei derart dünnen Sohlen die Füße mit ein wenig Glück trockenzuhalten
    • die Sohlenunterseite wird härter und Steinchen oder Splitt bleiben nicht mehr darin stecken
    • Ledersohlen (-fasern) quillen auf wenn man sie mit Fett einstreicht und verlieren viele ihre Formstabilität und laufen sich schneller ab.
      [Das passierte bei den gezeigten Schuhen nicht, da nur der Nähkanal mit Fett zugestrichen wurde und nicht die gesamte Sohlenfläche!]


    Sie sollten weder ihre Schuhsohlen, die Absätze noch den Steg mit Lederfett einreiben, da das Sohlenleder dann aufquillt und die Komprimierung
    der Lederfasern verlorengeht und sie sich viel schneller ablaufen.
    Bei Sohlenstärken ab ca. 4 mm aufwärts drückt sich dann der Sohlenschnitt unter dem Druck des Körpergewichts nach außen
    und die Schuhspitze stößt sich viel schneller ab.
    Je faseriger die Sohle, desto stärker ist dieser Effekt - dies gilt sowohl für die Einsteigerklasse bei (rahmengenähten) Schuhen als auch
    für teurere Modelle (Daumennageltest).
    Ob Sie ihre Schuhe mit einem Leinöl oder Ledersohlenöl (auf Leinölbasis) einreiben ist eine Glaubensfrage.
    Bei der geplanten Anwendung von Leinölfirnis erkundigen Sie sich bitte vorher was dem Leinöl beigemischt wurde und welchem Zweck
    es eigentlich dienen soll - eine glänzende Oberfläche wäre bei Schuhsohlen zum Beispiel wenig sinnvoll.

    Die Sohlenfläche einzucremen oder -wachsen bringt nichts bis gar nichts, oder wollen Sie auch bei Plusgraden ins Schlittern geraten?
    Wenn jemand einen schönen, schwarzen Steg haben möchte, dann kann er diesen gerne einfärben - allerdings sollte er dann beim
    Treppensteigen sehr gut aufpassen und zur Sicherheit am Geländer festhalten.

    Bei einfachsohligen Schuhen die durchgenäht sind, auch Blake oder blake stitched genannt, die Sohlennaht also durch den Innenraum der
    Schuhe verläuft, wären anzuraten das Nähgarn entweder zu pechen (umständlich, wenn überhaupt machbar), einzufetten oder zu ölen,
    damit es nicht wie ein Docht die Feuchtigkeit zieht.

    Beim Schuhputz, und auch zwischendurch, sollte man die Steinchen aus der Sohle entfernen - dies klappt sehr einfach mit einer sogenannten
    Kotbürste mit harten (Palmen-) Fasern.
    Empfindliche Fußböden werden es Ihnen danken.

    Nur einfache, faserige und nicht oder wenig verdichtetet Sohlen, also die billigen, werden beim Gehen etwas verdichtet - mit Eichenlohe gegerbte Sohlen,
    wie sie die Gerbereien Martin und Rendenbach anbieten, die mit 85 at verdichtet (gewalzt) wurden, verdichten sich beim Gehen nicht (weiter).

    Achten Sie bitte darauf die Laufsohle nicht zu stark abzulaufen, oder sie sogar so lange nicht zu ersetzen bis ein Loch
    drin ist - spätestens dann ist die Korkausballung (je nach Machart) zerbröselt und die Reparatur noch etwas teurer.

    Absatzflecken sollten man fachgerecht ersetzen lassen sobald sie schief abgelaufen sind, und keinesfalls zu spät,
    da sonst die darunter liegenden Absatzschichten in Mitleidenschaft gezogen werden (speziell unter dem Stopper).

    Der Sohlenschnitt (-rand):
    Ich creme und wachse den Sohlenschnitt inklusive dem Absatz, neuerdings benutze ich die Baume 1789 Saphir®
    und erspare mir einen Arbeitsgang.
    Sohlenrandfarbe: Eine Frage des persönlichen Bedarfs.
    Sollte der Sohlenschnitt ausgefranst sein, so empfiehlt sich das Gröbste vorsichtig mit einem Klingenmesser abzuschneiden
    und anschließend mit einem feinen Schmirgelpapier zu glätten - oder gleich diese Arbeit einem Schuhmacher zu überlassen:
    schneller, einfacher und fachgerechter.

    Mal schauen was mir bis morgen noch so alles einfällt?:confused:

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