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Thema: Cashmere - Teil 2

  1. #1
    Administrator Avatar von urban
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    Cashmere - Teil 2

    Produkte aus Cashmere:
    Das Cashmeregarn kann, wie sich schon aus der Tabelle ergibt, sowohl gewebt als auch gestrickt werden.
    Zum Weben werden nur dickere Garne verwendet - je nachdem welchen Charakter der fertige Stoff haben soll wird dabei die Garnstärke ausgewählt.
    Ein Garn, wie es z.B. Cariaggi in der Stärke NM 3200 anbietet, eignet sich z.B. speziell für Tweed-Stoffe, die feineren Garne werden zu entsprechenden Stoffen mit weit feinerer Struktur gewebt.
    Oft wird beim Weben kein 100% reines Cashmere verwendet sondern Schafwolle beigemischt, um die Haltbarkeit des Stoffes zu erhöhen, weil ein reiner Cashmerestoff den Belastungen,
    die beispielsweise ein Herrenanzug im Büroalltag oder auf Reisen ausgesetzt ist, nicht besonders lange ohne Abnutzungserscheinungen oder Glanzbildung widerstehen kann.

    Gelegentlich wird Cashmere auch mit einem Anteil von weniger als 10 % dem Baumwollstoff zugemischt, um diesen wertiger zu machen.
    Ein typisches Beispiel dafür sind Kordstoffe. Sie haben einen weichen, samtigen Griff und einen matten Glanz.
    Es ist jedoch kaum zu bestreiten, dass solche Beimischungenvon bei Winterhosen in erster Linie dem Preis und weniger der Qualität zuträglich sind.
    Bei Hemdenstoffen aus Baumwolle und Cashmere für den Winter überwiegt dagegen der praktische Nutzen – sie halten einfach viel wärmer, besser z.B. als Viyella aus 80 % Baumwolle und 20 % Schafwolle.

    Spezialisiert auf Baumwoll-Cashmeremischgewebe haben sich u.a. auch die Firmen Spoerry 1866, Schweiz, Zegna-Baruffa und Loro Piana, beide aus Italien.
    Alle drei bieten nicht nur die Garne sondern auch komplette Kollektionen an und bewegen sich damit im gehobenen Preisbereich.

    Einen Sonderstatus hat der Paschmina als spezieller Cashmereschals inne.
    Er wurde früher aus der Wolle vom Tibetanischen Ibex (Capra ibex - Steinbock), der wilden und der domestizierten Cashmereziege, dem Marco-Polo-Schaf auch Argali (Ovis ammon) genannt,
    dem Bharal oder Blauschaf (Pseudois nayaur), Shapo (Ovis orientalis vignei) und dem der Tibetanischen Antilope Shahtoosh (Tschiru oder engl. chiru) gewebt.

    Das Shahtoosh ist extrem vom Aussterben bedroht, da Wilderer trotz einem seit 1977 bestehenden Jagdverbot den Bestand von über einer Million Tiere auf weniger als 75.000 reduziert haben,
    um dem teuren und überaus feinen Duvet habhaft zu werden, da die Tiere geschossen werden, um ihres Duvets habhaft zu werden.

    Die Schals aus der Wolle der Tibetanischen Antilope Shahtoosh werden auf dem Schwarzmarkt von Idioten immer noch für über 10.000 € gekauft!

    Typischerweise werden sie in kleinen Manufakturen in der Himalayaregion gewebt und bestehen aus 70 % Cashmere und 30 % Seide – dabei sind die Kettfäden aus Seide
    und die Schussfäden aus Cashmere; sie werden aber auch in 100 % Cashmere gewebt.
    Im 19. Und 20. Jahrhundert gab es in Europa, speziell in Frankreich eine blühende Cashmereindustrie, da sich die damiligen Cashmereschals und –stolen einer ganz besonderen Beliebtheit erfreuten.
    Speziell in Frankreich gab es jede Menge spezialisierter Cashmerewebereien, die die Schals in sehr aufwendigen Webarten und Mustern für die Damen der Gesellschaft herstellten.
    Wer sich für diese sehr speziellen Schals interessiert, dem sei das Buch „CASHMERE – Tradition einer Textilkunst“ von Monique Lévi-Strauss aus dem Ullstein-Verlag empfohlen; ISBN-Nr. 3550076401 – erhältlich über Antiquariate. Oder das Buch PASHMINA, in Englisch, von Anamik Pathak, Lustre Press/Rolli Books, ISBN-Nr. 81-7436-239-8, ebenfalls nur noch über Antiquariate erhältlich.

    Die ursprünglichen, oder sollte ich besser schreiben originalen Pashminas, haben mit den heute angebotenen vom Design her nichts gemeinsam, da sie sehr aufwendige Muster und
    Webarten aufwiesen und nicht nur einfarbig und glatt gewebt waren. Früher wurden die Muster gewebt, heute nur noch aufgestickt.
    Gemeinsam ist beiden jedoch das Weben auf alten Holzwebstühlen in reiner Handarbeit.

    Der Cashmereschal im Allgemeinen wird sowohl gestrickt als auch gewebt angeboten, mit und ohne Fransen, 1-ply oder 2-ply, uni glatt oder als „reversible scarf“ oder
    gar in der sehr edel anmutenden Form mit Seide kombiniert.
    Dabei wird ein Seidentuch auf den eigentlichen Cashmereschal aufgenäht; dies ist ein sehr elegantes Accessoire und passt sehr gut zur Abendkleidung.

    Eine besondere Erwähnung verdienen die Schals, die oft auch als Cashmerevlies/-fleece bezeichnet werden; diese werden aus dem allerfeinsten Cashmeregarn gewebt und sind von der Materialstärke (-dicke) her nur ein Hauch von Schal und scheinen je nach Hersteller fast transparent zu sein.
    Das Gewicht eines Schals im Format 1,80 m x 0,40 m beträgt nur ca. 25 gr. – sie werden mehrlagig getragen und halten so sehr warm. Nur leider findet man diese Qualität sehr, sehr selten.
    Einer der wohl besten Weber dieser Schals ist die Firma Alex Begg of Scotland aus Ayr, in Deutschland allerdings unter dem Namen der Vertriebsfirma Glen Saxon angeboten werden.

    Ebenso wird/wurde Cashmere bei Krawatten sowohl verwebt als auch welche daraus gestrickt; oft wird dabei auch Cashmere mit Seide vermischt, um deren beste Eigenschaften in einem Produkt
    zu vereinen wie Glanz und flauschiger Griff. Leider sind Cashmere resp. Cashmere-Seide-Krawatten heute nur recht schwer zu bekommen, wobei deren recht hoher Preis eine Rolle spielt.
    Anbieter sind z.B. Drake’s aus London (gewebt), und einige wenige italienische Hersteller.

    Die Cashmerestrümpfe fristen aufgrund ihres hohen Preises von bis zu 100 € pro Paar bei fast 100 % reinem Cashmere ein Nischendasein und werden daher leider oft verkannt.
    Von den Cashmere- Strümpfen mit einer Beimischung von bis zu 30 % Kunststofffasern, wie z.B. Acryl, mag jeder halten was er will.
    Ebenso von den Cashmerestrümpfen, die nur in einer Einheitsgröße hergestellt werden.
    Gute Cashmerestrümpfe wie sie z.B. von Bresciani gestrickt werden, bestehen zu 97 % aus Cashmere und einem Elastanfaden, der die übrigen 3 % ausmacht.
    Es gibt sie in 3 verschiedenen Größen von M – XL wobei jede Größe drei Schuhnummern abdeckt; die Größe L entspricht den Schuh-/Fußgrößen 42, 43, 44.
    Nur so ist eine optimale Passform der Strümpfe gewährleistet.

    Etwas ganz besonderes, zumindest für die Herren, sind Cashmere-Seide-Strümpfe.
    Manche kaufen sie nur weil sie preisgünstiger sind als reine Cashmerestrümpfe – der wahre Sinn dieser Mischung liegt jedoch im Gebrauch für die Übergangszeiten.
    Bei höheren Temperaturen trägt der Herr dann reine Seidenstrümpfe, die nicht nur den Damen vorbehalten sind.
    Die Strümpfe aus Cashmere-Seide-Gemisch sind etwas dünner als die reinen Cashmerestrümpfe und tragen etwas weniger auf; daher eignen sie sich besonders für Maßschuhträger,
    sofern deren Schuhe darauf abgestimmt sind.

    Exkurs:
    Gerade bei Maßschuhen, die sich den Füßen perfekt anschmiegen sollen, kommt es beim Maßnehmen und den Anproben darauf an, dass deren Käufer auch die Strümpfe trägt, die er auch später bevorzugt.
    Es würde z.B. keinen Sinn machen bei den Anproben eine dicke Wollsocke zu tragen und später eine aus dünnem Fil d’Écosse, da dann der Fußumfang wesentlich geringer wäre und die Schuhe nicht mehr
    optimal passgenau am Fuß sitzen würden.


    Cashmeredecken, blankets and throws
    Diese werden grundsätzlich gewebt, es gibt jedoch auch sehr elegante gestrickte Decken mit Mustern, speziell aus Italien. Diese werden aber meines Wissens nach nicht von den großen, bekannten Herstellern
    angeboten sondern nur von kleineren Manufakturen bei denen man alle Details vor der Fertigung festlegen kann.
    Die gewebten Decken werden grundsätzlich nach Gewicht verkauft.
    Dabei unterscheidet man zwischen einfachen Decken ohne Borde, ähnlich der Wolldecken, und der schweren Ausführung als Bettzeug mit Borde.
    Die leichteren Decken werden entweder glatt gewebt, mit und ohne Musterung, oder mit einem Waffeldesign, dann meist unifarben.

    Die besten Cashmerespinnereien:


    Piacenza 1733, Annapurna und Nimia gehören auch zu dieser Spitzengruppe, jedoch verkaufen sie ihre Garne nicht an andere Strickereien.
    Loro Piana dagegen verkauft dagegen einerseits seine Garne, bietet aber auch seine Stoff- und Bekleidungskollektion an.

    Was macht guten Cashmerestrick aus?

    Für gute Stricksachen aus Cashmere gibt es mindestens 4 Voraussetzungen:
    1) Erstklassiges, feines Cashmeregarn, mindestens 2-ply, mit Naturfarbstoffen gefärbt und ggf. mit Disteln gekämmt sowie wertiges Zubehör wie Reißver-schlüsse, Knöpfe usw.
    2) Viel Erfahrung des Strickers/der Strickerin im Umgang und mit der Verar-beitung von Cashmerewolle/-garn und das Fachwissen über die Konstruktion von Wollsachen wie z.B. die dauerhaft elastische Bündchen,
    das Einpassen der Ärmel in den Korpus usw.
    3) Erstklassige Strickmaschinen, gut gewartet und optimal auf das jeweilige Garn eingestellt oder bei Handstrick die Stricknadeln in der richtigen Stärke und die Fingerfertigkeit der Strickerinnen
    4) Das Design, die Passform (der Schnitt), die Farbkombinationen und das oder die Strickmuster, die alles zur Geltung bringen.

    Achten Sie in jedem Fall beim Kauf auf den Übergang des Strickkorpus zu der Verstärkung am Ärmelansatz: ich werde ein Bild dazu einstellen.
    Ziehen Sie mit den Händen den Strick auseinander – so erkennen Sie ob in dieser Zone nur mit einem Faden in einer Richtung oder zweifädrig und diagonal gestrickt wurde.
    Fehlt auch nur eine dieser Voraussetzungen, so gleitet das fertige Teil sehr schnell in die Mittelklasse ab. Es gibt z.B. in Italien und Schottland Strickereien, die z.B. ausleiernde Bündchen stricken,
    die Ärmel nur einfädrig eingepasst sind
    oder viel häufiger wegen des Preisdrucks des Einkäufers/Händlers die Maschen zu locker stricken oder gar weniger wertiges Garn verwenden.

    Die besten Cashmereanbieter heben sich nur geringfügig voneinander ab; sie definieren sich über ihr Design, Ihre Formen, den Umfang ihrer Kollektionen und natürlich über ihr Markenimage,
    sprich: Art und Umfang ihrer Werbekampanien.
    Nur – der Kunde zahlt das eingekaufte Image einer In-Firma wie z.B. Cucinelli oder Ballantyne.

    Dies ist der Hauptgrund für den Leser dieser Abhandlung sich mit den verschiedenen Cashmerequalitäten zu beschäftigen, um sich so sein eigenes Urteil über die angebotenen Stricksachen zu bilden
    und eine hohe Qualität zu einem angemessenen Preis zu erstehen.
    Es gibt viele Möglichkeiten bei Cashmerestrick zu tricksen, zumal selbst viele Händler sich wenig oder meist gar nicht mit den verschiedenen Qualitätsmerkmalen beschäftigen.
    Da hinzu kommt noch der Preisdruck der Endkunden:
    Ich erinnere mich sehr gut an ein Gespräch mit einem Architekten, der mir erzählte, dass ein großes Kaufhaus „Cashmerepullis“ für 89.- € verkauft.
    Klar – 100 % Pure Cashmere der höchsten Qualitätsstufe!

    Wen wundert es da, dass es dem Verkäufer im gehobenen Einzelhandel schwerfällt dem Kunden zu erklären warum ein Poloshirt aus 2-ply Cashmere mit Doppelkragen bei ihm 300.- € und mehr kosten soll?
    Der wahre Cashmerekenner, der die typische Haptik von Cashmere kennt und schätzt, der bereit ist seinen Pullover oder Cardigan von Hand zu waschen und über 10 Jahre zu tragen, ist natürlich gerne bereit für ein Teil
    von Piacenza, Loro Piana oder Aida Barni, um nur ein paar der besten Anbieter zu nennen, den Kaufpreis zu bezahlen, denn er bekommt dafür einen Gegenwert, den er zu schätzen weiß!
    Der wahre Cashmere-Aficionado läßt seine Stricksachen natürlich nach eigenem Gusto und auf Maß in einem der noch relativ seltenen kleineren Strickereien in Italien fertigen.
    Er hat dabei die freie Auswahl bei allen Details wie Garnqualität, Farben, Muster usw..
    Die Preise dafür sind an sich erschwinglich, die Reisekosten einmal außen vor gelassen!

    Einige Betriebe in Italien und in Schottland bieten auch von Hand gestrickte Wollsachen an oder haben sich sogar darauf spezialisiert; diese Artikel werden von Frauen in Heimarbeit gestrickt.
    8- ply und dickere Garne können ausschließlich von Hand gestrickt werden.
    Entweder werden die Stricksachen nach vorgegebenen Mustern oder nach den speziellen Wünschen der Kunden angefertigt.
    Die Preise starten bei ungefähr 500.- €.

    Einige der besten Cashmerestricker - ohne eine absolute Wertung:
    Hinweis:
    Bitte lassen Sie sich nicht von dem Internetauftritt der Firmen irritieren, denn oft veröffentlichen sie nicht ihre aktuellen Kollektionen, um Kopien zu vermeiden, denn de Firmen können stricken und sind keine Medieninformatiker!

    Annapurna – spinnt das Cashmeregarn selbst, Bürsten mit Naturdisteln Marke: Aida Barni
    http://www.annapurna-aidabarni.com/

    Ballantyne – stammt aus Schottland, Ex-Mitglied im Scottish Cashmere Club;
    neuer Firmensitz in Umbrien,
    spezialisiert auf Intarsienstrickerei. Luca de Montezemulo will eine
    Luxusmarke daraus machen, aktuell sind die Preise schon sehr hoch.
    http://www.ballantyne.it/
    Cruciani - Gehört zur Arnaldo Caprai-Gruppe, die in Foligno (PG), Umbrien, sogar
    ein eigenes Museum unterhält: http://www.caprai.it/index.php .
    Cruciani bietet speziell auch sehr feine (dünne) Stricksachen an.
    http://www.cruciani.net/home.php

    Fioroni Cashmere - ehedem MAC'S Cashmere: http://www.fioronicashmere.com/
    Johnstons of Elgin, UK – bietet alles an, was man aus Cashmere stricken und
    weben kann, vom Schal, über Westen und Pullover bis hin zu Decken: http://www.johnstonscashmere.com/
    Loro Piana – eigene Niederlassung in Ulan Bator, Mongolei: kontrolliert so den
    gesamten Vorgang vom Einkauf bei den Ziegenhirten bis zum fertigen
    Endprodukt, bietet u.a. auch Baby-Cashmere an:
    siehe auch: AGNONA http://www.agnona.it/EN/
    Luigi Colombo, IT – vom Spinnen der Garne bis zum fertigen Kleidungsstück fertigt das
    Familienunternehmen Colombo alles im eigenen Haus an
    http://www.lanificiocolombo.it/
    NIMIA, IT Die Firma Nimia webt Cashmere und Vicuña auf alten Holzwebstühlen und strickt die Pullover auf Maß und nach Wunschh der Kunden, alles von Hand.
    Ob Nimia auch das Garn selbst spinnt, kann ich leider nicht sagen.
    http://www.nimia.it/
    Piacenza 1733 - eigenes Büro in der Mongolei, Bürsten mit Naturdisteln, verwendet
    Cashmere aus der Region Alashan, Innere Mongolei (China)
    http://www.piacenza1733.it/
    William Lockie, UK – Die William Lockie-Gruppe mit Sitz in Hawick, Schottland,
    besitzt zahlreiche kleinere Strickbetriebe.
    http://www.williamlockie.com/index.php
    Anna Viera – Strickerei, die nur allerbeste Garne verwendet und nur auf Maß arbeitet
    http://www.annaviero.com

    Der Gebrauch des Ausdrucks „Luxus“ bedeutet, dass der Preis gemessen an der Produktqualität abgehoben hat und der Kunde viel Geld für das Brand und dessen Logo bezahlt.
    Diese Anbieter habe ich weggelassen, denn so gut wie jeder kennt sie.
    Eine Teilnahme an der Handelsmesse Pitti Immagine Uomo oder Donna adelt einen Hersteller nur nach der Meinung von Laien und Kaufleuten, die über keinerlei Fachwissen verfügen,
    sagt aber recht wenig über die tatsächliche Qualität von deren Produkten aus, sondern nur, dass der Hersteller die Standmiete bezahlen konnte und zugelassen wurde.
    Es gibt in Italien, speziell in Umbrien, mindestens 50 Cashmerestrickereien. Sie alle können dicken, schönen Cashmerestrick anbieten – dies allein bedeutet noch keine besondere Qualifikation.

    Lochcarron - Textilkonzern aus Schottland http://www.lochcarron.com/
    Avon Celli und Andrea Fenzi gehören zur Gruppe FBP.
    http://www.avoncelli.com/ http://www.andreafenzi.com/
    Brunello Cucinelli – Luxusmarke mit sehr guter Qualität und noch höheren Preisen
    http://www.brunellocucinelli.it/

    Maria de Ripabianca existiert nur noch als Marke, die Produktion wurde ausgelagert und von anderen Firmen im Lohnauftrag durchgeführt: Ich werde darüber berichten.

    Big Berta existiert nach 3 Insolvenzen entgültig nicht mehr.
    Della Ciana Newcomer in der Szene
    http://www.dellaciana.it/
    Bramante Maglie d’Autore http://www.bramante.eu/
    Corte di Kel http://www.cortedikel.it/
    Cristiano Fisore http://www.fissore.it/
    Dalmo 1950 http://www.dalmo1950.it/
    Fedeli Cashmere berühmte Cashmerestrickerei aus Mailand
    http://www.fedelicashmere.com/
    Gianangeli Cashmere http://www.gianangeli.com/
    Dalmine http://www.dalmine.com/
    Gran Sasso http://www.gransasso.it/
    Luxury Cashmere neu gegründete Strickerei in Ripabianca (Deruta)
    http://www.luxurycashmere.it/
    Malo http://www.malo.it/
    Napoleone Erba http://www.napoleonerba.it/
    Tasselli Cashmere bietet u.a. MTM/Semi bespoke an und Golfpullover mit
    winddichtem Innenfuter - Online Shop
    http://www.tassellicashmere.com
    THINK CASHMERE – Cashmere-Shop http://www.thinkashmir.com/
    The Cashmere Gallery http://www.thecashmeregallery.com/

    Eine Liste der italienischen Firmen kann sich der interessierte Leser über die Gelben Seiten in Italien suchen lassen: http://www.paginegialle.it/ oder schicken Sie mir bitte eine Mail.

    Die herausragenden, schottischen Stricker gehören dem Scottish Cashmere Club an. http://www.scottishcashmereclub.com/ :



    Eine besondere Erwähnung verdient auch John Smedley aus England für seinen feinen Cashmerestrick: http://www.johnsmedley.com/uk/
    John Smedley hat seit 2010 Extrafine Merino mit einer Fadenstärke von nur 13,5 micron im Angebot und besitzt 1 von 2 Strickmaschinen weltweit, die einen Pullover als ein Teil stricken kann,
    d.h. die Ärmel müssen nicht manuell angesetzt werden.

    Spoerry 1866, eigentlich bekannt für seine überragenden Baumwollgarne, hat für die Saison 2011/2012 eine eigene Kollektion von Stricksachen und Hemden aus einem WISIC-Cashmeremischung
    für das gehobene Preissegment auf den Markt gebracht, die allerdings nur bei sehr wenigen Händlern erhältlich ist.

    Werfen Sie bitte in jedem Fall einen Blick auf die Seiten des CCMI Cashmere and Camel Hair Manufacturers Institutes: http://www.cashmere.org/cm/index.php

    Firmen, die ihre Stricksachen irgendwo im Lohnauftrag stricken lassen, fanden in diesem Report grundsätzlich keine Berücksichtigung – dies ist keinerlei Wertung sondern meine Einstellung.

  2. #2
    Administrator Avatar von urban
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    http://www.aboutcashmere.com/

    Eine sehr informative Seite über Cashmere - wohl zeigt das Logo ein Schaf, aber dennoch überaus informativ.

  3. #3
    Erfahrener Benutzer
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    Bei Cashmere wird oftmals extra Waschmittel/Shampoo beworben - sind diese teureren Mittel besser als typische Wollwaschmittel aus dem Supermarkt?

    Für meine Kleidungsstücke aus Wolle nehme ich mangels anderen Erfahrungen Perwoll, für andere Empfehlungen bin ich offen.

    Abgesehen davon lese ich bei allen Teilen aus 70%+ Kaschmir, dass man sie maximal per Hand waschen darf, nicht jedoch in der Waschmaschine. Aber Miele beispielweise hat extra Kaschmirwaschgänge (was wohl nichts anderes als >30° und >600 Umdrehungen/Minute) und bei meinen Merinoteilen von John Smedley oder Oscalito habe ich die Freigabe für 30° Maschinenwäsche Pflegeleicht.

    Wie siehst du das Ganze?

  4. #4
    Administrator Avatar von urban
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    Du hast doch da nicht etwa > und < verwechselt?
    Ich hab' keine Miele und wasche von Hand bei max./<30 Grad, nur ein paar Minuten lang im Wasser bei vorsichtig manuellem Wellengang,
    hebe den zusammengelegten Pulli aus dem Wasser und lege ihn auf einem großen Handtuch in Form aus.
    Leider muss ich sehr oft das Handtuch wechseln und das Trocknen dauert auch seine Zeit.
    Ich hatte aber mal im Stress eine Ladung Cashmerestrick in der WaMa zu Cashmere-Loden umgewandelt.

    Wollwaschmittel sollte ausreichen - edler ist natürlich eine übersättigte Flüssigseife, quasi High-End-Hand-Wash

  5. #5
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    Hast Recht, ich meinte jeweils unter 30° und 600 U/m.
    Ich frage dann mal nächstes in Italien vor Ort nach wie sich das mit Cashmere verhält.

    Handwäsche ist mir zuviel Arbeit, ich hätte früher nie gedacht, dass mir eine einfache Reinigung so wichtig wäre.
    Hat Cashmere einen Vorteil gegenüber fast gleichfeiner Merinowolle ?

  6. #6
    Administrator Avatar von urban
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    Cashmere nimmt Gerüche nicht so leicht an wie Merinowolle - das kann ich bestätigen, denn ich bin ziemlich waschfaul als gebranntes Kind.

    Aber Mann sollte schon wissen, was jetzt nichts mit Dir, Kami, zu tun hat, was Cashmere, auf Deutsch: Kaschmir (-wolle) überhaupt ist:
    Ziegenwolle, konkret: die Unterwolle, das Duvet, der Ziegen, die in der Kaschmirregion Pashminas genannt werden,
    was den Namen für die bekannten Stolen erklärt.
    Baby-Cashmere - halt eben das viel feinere Duvet der Zicklein
    Der Cashmere-Billigstrick wird entweder aus der Schur der Ziegen oder aus dem Fell, den Fasern, von toten Ziegen gestrickt oder
    man mischt Grannenhaare vom Deckfell drunter, die chemisch weich gemacht werden.

    Ist aber alles Ziegenwolle - von einem Brand mit Logo für die Woll-, Schal- , Schlips- und Strickexperten, die dann sehr blassiert von/über Cashmere fabulieren,
    sie über den grünen Klee loben, aber keinen auch noch so blassen Schimmer davon haben, was es überhaupt ist.

    Noch nicht einmal die edlen Marketender, die damit Handel treiben, können was dazu schreiben,
    aber der Billigkrempel der box-pusher in minderer Qualität mit Fuseln von irgendeinem Billigproduzenten ist trotz Stil-Agio sehr begehrt
    und über jedewede Kritik erhaben, selbst die Fusel darf man nicht be-/anmerken..

    Cashmere-Kauf ist Vertrauenssache!

  7. #7
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    Ich würde hier gerne einen Punkt aus einem anderen Thread zur Diskussion stellen:

    Mittlerweile super weich, es dauerte aber eine Weile bis aus dem recht glatten Strick sich Fasern herausgearbeitet hatten und die gewünschte Flauschigkeit lieferten. Dies ist, soweit meine Erfahrung eine allgemeine Eigenschaft von hochwertigem Kaschmir. Zu Beginn glatt und nicht super flauschig und weich, mit der Zeit stellen sich aber einzelne Fasern nach außen und liefern die gewünschte Flauschigkeit, jedoch auch nicht bei jedem Produkt ( Beim Colombo Schal aus den zweiten Post stellen sich keine Fasern auf, sondern bleiben immer Glatt, selbst nach mehrmaligen waschen). Es scheint daher auch Unterschiede in der Endbehandlung der Garne zu geben die diese Eigenschaft beeinflussen.
    Aus meiner Sicht ist das Gegenteil zutreffend. Je hochwertiger das Rohmaterial und die Verarbeitung (Garn, Strick), desto weniger flauschig im o.g. Sinne ist Kaschmir. Ein wenig im Sinne des folgenden Kommentars aus dem Cashmere-Teil-1-Thread:

    Ebenso ist die mechanische Bearbeitung der Cashmeregarne zum Aufrauen der Oberfläche mit Metallbürsten, die einen für Cashmere recht hohen Flor entstehen lässt, ein sicheres Zeichen zumindest für eine unsachgemäße Verarbeitung der Wolle – dem unkundigen Käufer soll damit ein superweicher Cashmerepullover vorgetäuscht werden obwohl hochwertiges Cashmere ein ganz speziellen Griff hat.
    Geht mir nicht um das mechanische Aufrauhen vor dem Verkauf, aber mE ist "hoher Flor" bzw. ausstehende längere Fasern grundsätzlich keine wünschenswerte Eigenschaft. Im Gegenteil, der beste Kaschmir den ich besitze ist absolut glatt und fasert maximal auf dem Niveau eines Pfirsich o.ä. also vielleicht nichtmal im Milimeterbereich. Wenn man von nahem schräg draufschaut sieht man kleinste Fasern, aber mehr auch nicht. Zudem fühlt er sich zwar sehr weich, aber gleichzeitig eher schwammig, speckig o.ä. an und überhaupt nicht "flauschig" im o.g. Sinne. ME ist da noch ordentlich Fett drin, ob natürlich oder in der Produktion nachgefettet sei dahin gestellt, was eine abstehende Fasern in gewisser Weise verhindert. Zudem sollte ein qualitativ hochwertig gesponnenes Garn aus meiner Sicht auch nicht nachträglich aufflauschen, das ist doch eher ein Zeichen minderer Qualität (unterschiedlich lange Fasern verwendet, Fasern brechen mit der Zeit, etc.)?

    Würde mich interessieren, wir hier die Meinung zu diesem Thema ist.

  8. #8
    Administrator Avatar von urban
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    Du liegst, soweit ich das beurteilen kann, mit Deiner Vermutung richtig.
    Die Sache mit dem Flauschig hat ihren Ursprung wahrscheinlich in der Waschmittelwerbung, da die Spots den aufgeflauschten Strick zeigen konnten,
    man konnte sehen wie weich der Pullovernach dem Waschen war.
    Einem tatsächlich weichen Pulli aus dünnem Garn sieht man halt eben nicht an, erst recht nicht auf dem Monitor oder dem Fernsehgerät,
    dass er weich ist und sich sanft auf der Haut anfühlt.
    Und so kamen dann clevere Leute auf die Idee den Leuten "flauschiges Cashmere" als qualitaiv hochwertigen Strick zu verkaufen.
    Da setzt dann auch die Sache mit dem 4- oder 8-ply Cashmere an:
    99 von 100 Leuten, die Du danach fragst, werden Dir antworten, dass ein 4-ply-Cashmerepullover viel dicker ist als ein 2-ply (2-fädiger).
    Mit Garnen, Feinheiten, Fädigkeit usw. kennt sich kaum jemand auch nur im Ansatz aus, ja selbst Stilbeflossene wissen noch nicht einmal
    was Kaschmir oder Cashmere überhaupt ist, sprich wo es her kommt und wie man es gewinnt.

    Man kennt nur Marken und Brands - und so wurde aus Cashmere, das Wort, was ich viel lieber verwende, denn es gibt auch zwischen Indien und Pakistan
    das Land Kaschmir, also den geografischen Begriff von dem sich der Name der Wolle herleitet,
    mittlerweile selbst als Wort zu einer Marke, einem Pseudonym für hochwertige und teure Stricksachen und Stoffe.
    Wissen was es ist, nämlich Ziegenwolle, exakt, das Duvet, das wissen die I-Net-Babbler und -Shopper nicht, interessieren und ifnormieren sich null Komma null null dafür, aber rennen jedem Cashmere-Sonderangebot im I-Net hinterher.
    Nur mal als als Tipp:
    Ich würde niemanden dazu raten irgendwo "preisgünstigen" Cashmerestrick zu kaufen, aber auch keinen teuren,
    sondern nur solchen von bekannten Herstellern, Stickereien oder Webern!

  9. #9
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    In der Tat eine interessante Diskussion die hier angestoßen wurde, ich würde die Terminologie „flauschig“ vielleicht etwas abändern zu weich, anschmiegsam oder ähnlichem. Ich werde ein passendes Objektiv suchen und Bilder von verschiedenen Produkten mit Macro Aufnahme anfertigten, damit wir uns sicher sind dass wir alle vom Gleichen sprechen.

  10. #10
    Administrator Avatar von urban
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    Tja, nun, das wird sehr interessant werden, aber auch nicht ohne, da Cashmere-Stricksachen einen Teil ihres Nimbus verlieren könnten
    wenn man mit der Kamera zu nah ran geht und dann sehen kann, dass sich das Garn eigentlich nicht von anderem unterscheidet:
    Man sieht nur feine Schlingen.
    Die Haptik kann man nur erahnen, ob und wie warm der Pullover beispielsweise hält... hmmm, nicht mittels Fotos darstellbar.
    Und dann kommt man auch schon zu anderen Wollsorten wie Merino, Angora oder Alpaca.
    Bei Alpaca fasziniert mich persönlich die Garnfeinheit, die mittlerweile Cashmerefasern schon erreicht hat - wenn die Peruaner dann auch noch das Feingarnspinnen so gut hinbekommen wie Cariaggi, dann könnte es so richtig spannend werden.



    Wir werden früher oder später beim Thema "flauschig" auch wohl zum Kardieren kommen...

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