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Thema: Gut Kleiden - Teil 1: Sammelsurium Gentleman, Dandy, Looks und Einleitung

  1. #1
    Administrator Avatar von urban
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    Gut Kleiden - Teil 1: Sammelsurium Gentleman, Dandy, Looks und Einleitung

    Begonnen hat die Geschichte in Berlin, wo ich mir aus lauter Langeweile die Männervogue am Kiosk kaufte;
    kurz darin geblättert und beseite gelegt, weil ich auf Anhieb nichts damit anfangen konnte - dann doch wieder
    in die Hand genommen und gelesen.
    Am nächsten Abend lief ich über den Kudamm und wir entdeckten Budapester Schuhe, den alten, kleinen Laden,
    und in der Nähe der Gedächtniskirche einen Herrenausstatter mit einem Sakko nebst grauer Hose.
    Nun ja, alles zusammen kostete mich schon fast ein ganzes Monatsgehalt und auch viel Überwindung für die
    schwarzen Balmorals von Ludwig Reiter mehr als 600 DEM hinzublättern - aber sie waren einfach zu schön
    und haben schon bei der Anprobe perfekt gepasst.

    Die nächste Station war ein Paar Tasselloafer von ALDEN bei Möller in Hannover - die nächsten ALDEN
    kamen aus Mannheim, Kaiserslautern und insbesondere München: zusammen, glaube ich, waren es so 12 Paar.

    Als Hemden waren angesagt Van Laack, Anzüge von Zegna und Cashmere-Pullis von Aida Barni, die alleine
    schon ein kleines Vermögen kosteten, ich erinnere mich noch gut an Preise jenseits der 800 DEM.
    Fehlgriffe gab's bei Cashmere auch zwei oder drei: die billigen für um die 300 DEM.
    Ein Kiton-Sakko wurde mir auch mal verkauft - leider etwas zu eng und daher selten getragen.

    Freizeitkleidung war querbeet bis ich auf Donna Karan stieß - ich sage nur: sehr teuer!
    Und beinahe vergessen - die Herrenpullover von Marc Cain und irgendwann auch ein Iceberg von Castelbajac.

    Zu Beginn dieses Jahrtausends entdeckte ich dann die englischen Schuhe: Crockett & Jones Handgrades und Boots,
    Cheney, Tim Little und andere.
    Aus Frankreich Hardrige und Heschung - aus den USA Allen Edmonds:
    Die Shell Cordovan waren mir viel zu schwer, die anderen auch, und so wurden die SC im Zustand neu wieder verkauft;
    dasselbe Schicksal ereilte ein Paar SC von Florsheim.

    Igrendwann stieß ich dann auf das Forum dailyshoes.
    Ich kann mich noch allzu gut an die Glaubenskriege mit der Burgolfraktion und ihren unaufgeklärten Helfern erinnern,
    die teilweise sehr groteske Züge annahmen wie Zweitaccounts usw., und anfangs stand ich ganz alleine da gegen
    diese Phalanx.
    Oder als ich eine erste Übersicht über europäische Schuhfirmen mühsam zusammengesucht und eingestellt hatte;
    zuerst stieß sie bei den Kollegen auf Begeisterung und dann auf tiefe Ablehnung, weil Madame Posh diesen "Schuhkatalog"
    verteufelt hatte: er würde nicht die Macharten und Materialqualitäten berücksichtigen!?
    Dailyshoes wurde von John Agricola aus persönlichen Gründen geschlossen, und er lehnte eine Übernahme ab.

    Weiter gings dann forenmäßig bei Newsaboutshoes.de, dem Forum, das Madame neu gegründet hatte
    nachdem sie sich mit John Agricola, dem Betreiber von DS heillos zerstritten hatte - nur leider gehörte
    dieses Forum Herrn Alexander Scharz!

    Ich stieg später im Stilmagazin ein, und als ich dann irgendwann endlich genug genervt war von Andreas Gerads,
    seinen E-Mails und ermahnenden Anrufen sowie den Attacken vom Jüngling, dem ich auch noch ein Erlebnis der
    besonderen Art in Florenz zu verdanken habe, und dann nach über 2000 Beiträgen wieder aus.
    Meine Beiträge ließ ich löschen - Herr Gerads kam meiner Bitte dankenswerterweise nach,
    und ueb ward nicht mehr.

    Dieses Ausscheiden löste einen eigenen Thread aus - und ich lernte das wahre Gesicht so manches Gentleman's,
    kennen - das damals gezeigte Verhalten ist mit ein Grund dafür, dass dieses Wort bei mir dauerhaft so negativ besetzt ist:
    Gar so mancher trägt nur eine Maske wie beim Karneval in Venedig, seine Klamotten und Selbstdarstellung ist nichts weiter
    als Trompe-l'Œil.

    Mein Intermezzo als Sarrois zielte speziell darauf ab zu anzutesten wie lange es wohl dauert bis der Groschen fällt:
    Es dauerte seine Zeit.

    NAS.eu - die Kommentare gefielen einigen aber gar nicht - gesperrt bin ich dort noch nicht.
    Dafür werden der A.MATZ & Co jetzt aber schnellstmöglich sorgen - da bin ich mir ziemlich sicher!

    Nur seltsam warum viele meiner Beiträge willkürlich und grundlos gelöscht und anschließend auch noch Unwahrheiten
    lautstark herausprosaunt wurden - Mann muss nicht alles verstehen....

    Tja - einkaufen tue ich seit ungefähr 7 Jahren nur noch im Ausland wie man hier im Forum nachlesen kann.

    Mir fallen nicht mehr alle Namen ein - ich versuch es der Einfachheit halber mal mit Strick und Schals und nur aus UK:
    • John Smedley
    • Johnstons of Elgin
    • Alex Begg - auch Begg of Scotland
    • Hawick Cashmere of Scotland
    • Lochcarron
    • William Lockie
    • und andere, an deren Namen ich mich nicht mehr erinnere: u.a. die 300 DEM -Cashmerepullis.

    Marken und Fashion Brands, die ich persönlich kenne, weil ich sie selbst getragen habe, und nicht bloß darüber fabuliere,
    könnte ich noch jede Menge aufzählen.
    Eine Erfahrung, die ich dabei gemacht habe ist die, dass es sich meistens nicht lohnt, sein Geld für berühmte Brands
    oder Halbmaßartikel auszugeben - ein paar Ausnahmen bestätigen allerdings auch diese Regel.

    Die Rankings, die ich veröffentlicht habe, sind übrigens auch das Resultat meiner Erfahrungen.

    Egal wo - niemand bekommt die eierlegende Wollmilchsau zum günstigen PLV.
    Wenn man bei Fabrikverkäufen, also echten Outlets, alle Umstände mit in den Preis einrechnet, so hat man
    praktisch nichts bis kaum etwas gut gemacht - rein beim Bezahlen schon, nur nicht unterm Strich.

    Meine 3 ersten Reiseführer Italien - das mittlere Buch war das allererste

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    Dieses Forum entstand als Summe meiner persönlichen Lebenserfahrungen, denn ich weiß wirklich was tatsächlich
    seinen Preis wert ist und verwechsele garantiert nicht "preiswert" mit billig, denn dafür habe ich schon wahrlich genug Lehrgeld bezahlt
    und oft auch sehr viel Glück gehabt.

    Und genau deshalb kann ich jedem nur dazu raten sein Hauptaugenmerk nur auf die Qualität und
    das Aussehen/Design/Passform zu richten.
    Wenn das Budget beschränkt ist - dann lieber Merino statt Cashmere, also eine Klasse tiefer gehen sofern möglich
    und dafür eine gute Qualität einkaufen statt 'edler' und schlecht verarbeitet, oder den Kauf noch etwas zurückstellen.

  2. #2
    Administrator Avatar von urban
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    TEIL 3 Die Kurve wieder zurück zu "sich gut kleiden"

    Schreibe ich heute aber nicht mehr...

  3. #3
    Administrator Avatar von urban
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    Zitat Zitat von Norell Beitrag anzeigen
    Kompliment für Deine Offenheit. Stimmt mit vielen meiner Beobachtungen überein.
    Danke!
    Wir können gerne im Mitgliederbereich weiter über die Details aus meinen Forenleben reden;
    ich muss nur schauen, dass ich hier in diesem Thread wieder zurück zu dem eigentlichen Thema komme,
    denn nicht ohne Grund habe ich "sich gut kleiden" und nicht die Leerformeln "stilvoll, business- oder gentlemanlike" gebraucht,
    denn die Welt ist bunt und es gibt viele Richtungen wie Scott Schuman mit seinen Fotos immer wieder aufzeigt.

  4. #4
    Administrator Avatar von urban
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    Wirft Mann einen Blick in's Internet, um sich über (Herrenbe-) Kleidung zu informieren, so findet man immer wieder
    dieselben Termini wie Business- und Gentleman, dagegen sind Dandy und Snob schon etwas seltener anzutreffen.
    Mann könnte auf den ersten Blick glauben, dass wären Kleidungsklassen:
    Bourgeois - die tauchen praktisch nicht im Netz gar nicht auf, das wären alle ...
    Businessman - die Standartklasse an klassischer Kleidung
    Gentleman - dieser trägt natürlich nur "Bespoke" wie es so schön neudeutsch heißt
    Dandy - of course bespoke only and very flamboyant
    Snob - Hightec luxury bespoke with the special touch for very rich people only

    Und da wären so ein paar Galeonsfiguren wie der Duke of Windsor, dessen Fotografien immer wieder gerne hergenommen werden,
    um den unbedarften Lesern das Idealbild eines Gentleman vorzuführen, oder
    Tom Wolfe, der sich den Ruf eines Dandy's wahrlich hart erarbeitet hat, denn eigentlich ist er alles andere als ein echter Dandy,
    sondern ein erfolgreicher Buchautor und immerhin der Erfinder des New Journalism!
    Wenn schon Dandy, dann doch wohl eher der Duke of Windsor - oder fällt Ihnen spontan etwas anderes zu diesem Herrn
    ein als seine Posen vor der Kamera?
    Und obwohl er im Netz so gerne zitiert wird ist sein Kleidungsstil wahrlich nicht frei von der Kritik der englischen
    Kleidungshistoriker, die mit ihrer fundierten Kritik nicht hinterm Berg halten - aber mal ganz ehrlich:
    Fällt Ihnen ein anderes Gesicht ein wenn im Netz ganz spontan der Ausdruck GENTLEMAN fällt?

    Zu Snob, Yuppie oder Popper fällt mir aktuell nur Lapo Elkan ein - streiten tue ich mich aber darüber natürlich nicht,
    er hat natürlich die Gene von seinem Großvater Giovanni geerbt, ist ebenfalls stilvoll gekleidet,
    nur halt eben etwas anders.

    Die Grenzen ziehen zwischen Business- und Gentlemen, Dandies, Snobs und Poppern darf jeder ganz alleine für sich selbst.
    Es ist eigentlich müßig jede einzelne Bezeichnung absolut exakt definieren zu wollen - allen gemeinsam ist ein gesteigertes
    Interesse an Kleidung, meist der (ganz) besonderen Art.

    Und dann gibt es noch das Bild des Gentleman in Form des englischen Landadligen:
    Der trägt wann immer es ihm Zeit & Örtlichkeit erlauben den obligatorischen Tweed, sei es Jacket and Trousers or Breeks,
    Lacing Boots, Tattersall Shirts, 8 wale Cords and the obligatory vest,
    wenn dann die Katzen & Hunde vom Himmel fallen, dann, um keine nassen Füße zu bekommen, seine Rubberboots combined
    with his newly waxed Jacket.
    So weit so gut!

    Die Engländer haben es - nicht zuletzt aufgrund ihrer recht einfach zu lernenden Sprache, der sich auch immer mehr Deutsche
    bedienen, weil ihnen ihre Muttersprache zu komplex erscheint, geschafft, dieses Weltbild eines gepflegt gekleideten
    Gentleman, freilich befreit von sämtlichen sonstigen damit verbundenen Attributen, erfolgreich in alle Welt zu exportieren.

    Die Tweedweber der Insel Harris haben ein Logo kreiert und als Marke weltweit schützen lassen - die Savile Row
    hat sich erfolgreich in aller Welt als der heilige Gral des Bespoke Tailoring in Szene gesetzt.

    Und da wären noch die englischen Schuhmacher, Foster & Son und den Lastmaker Terry Moore kennen viele,
    JOHN LOBB kennt jeder!
    Und so gelten heute Shoes made in UK, Goodyear Welted and glued, als die edelsten und besten Herrenschuhe,
    die Mann für sein sauer verdientes Geld überhaupt erwerben kann, selbst wenn sie aus irgendeiner Schuhfabrik
    auf dieser Welt kommen - Hauptsache sie tragen voller Stolz den Stempel auf der Sohle:
    MADE IN UK


    Ein delikates Thema übrigens, über dessen Offenbarung auch so mancher "Schneider" aus der altehrwürdigen Savilerow
    "not very amused" war, als der Welt kundgetan wurde wo denn tatsächlich und von wem genäht wurde.

    Nun - nicht dass jetzt jemand glaubt, ich hätte eine Aversion gegen Great Britain oder gegen die Kleidung, Schuhe,
    Schirme oder Stricksachen - dem ist bei weitem nicht so!
    Vielmehr geht es mir darum aufzuzeigen, welche Plattitüden gebraucht werden wenn Männer über gute Kleidung
    im Internet oder sonstwo schreiben, welche Irrungen und Wirrungen dies hervorruft und zu welchen Geschäftsideen
    dieser Umstand der weltweiten Bekanntheit dies schon geführt hat.

    Die deutschen Männer, ordnungsliebend und unterwürfig, wie sie nun einmal sind durch ihre 'gute Erziehung',
    versuchen das Thema "sich gut kleiden" stark zu vereinfachen, zu systematisieren und wo immer möglich auch
    zu kanalisieren indem sie sich den sogenanntenGentleman-Regeln unterwerfen, die irgend einer ihrer Landsmänner
    extra für sie aufgestellt hat.

    Da diese oft in der Ursprache Englisch geschrieben wurden, gibt es mittlerweile sogar zahlreiche Kommentare,
    Foren- und Blogbeiträge dazu wie beispielesweise der Leitsatz: No brown in town!
    zu interpretieren ist, oder all die anderen...
    Eigentlich nur schade, dass ihre Nannys diese nicht kennen, wenn sie für sie einkaufen gehen und den Schlips passend
    zum Hemd einpacken lassen, oder wenn sie ihm morgens die Wäsche rauslegen.


    Meine ganz große Bewunderung gilt aber den Gutmännern, die versuchen die Innenstädte und Geschäfte mit ihren
    duftenden englischen Wachsjacken mückenfrei zu halten, die es sogar in klaglos Kauf nehmen, dass ihr eigenes,
    edel duftendes Eau de Toilette davon überdeckt wird.

    Es gibt also jede Menge Mißverständnisse über englische Ausdrücke, ihre deutsche Übersetzung und
    den bestimmungsgemäßen Gebrauch solcher Artikel.
    Zweifelsfrei sind englische Gummistiefel und Wachsjacken wasserdicht - nur sind sie nicht für die Shoppingtour
    quer durch die Innenstadt von den Briten erdacht worden, ebensowenig würde ein Engländer einen Anzug aus
    der Savilerow zur Jagd querfeldein tragen - dort dann doch lieber die Tweedkombi, Cords, Wax Jacket - einfach
    alles, was man bei einem Outfitter gutes an Country Clothing erwerben kann.

    Und damit ist der Mann für diesen Zweck sehr gut gekleidet!


    Soviel zum englischen Gentleman und seinen Bekleidungsregeln für deutsche Männer - aber halt,
    die wurden ja noch viel stärker vereinfacht, und nein, wirklich kein Scherz:
    braune Schuhe -> brauner Gürtel -> braunes Uhrenband -> braune Aktentasche
    schwarze Schuhe -> schwarzer Gürtel -> schwarzes Uhrenband -> schwarze Aktentasche
    und je nach Verstand des Publikums und Respekt vor ihm gelbe, rote oder grüne Socken oder dezente Strümpfe.

    Wenn das mal nicht kinderleicht genug ist, um sich so stilvoll wie ein echter Gentleman anzuziehen,
    dann müsste ich jetzt und hier eigentlich aufhören zu schreiben und den Spiegel zu halten.

  5. #5
    Administrator Avatar von urban
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    Was aber abervesteht man nun eigentllich unter "sich gut anziehen"?

    Im Jahr 1992 kaufte ich mir bei Mey & Edlich in Frankfurt eine schwarze Lederjacke im Bikerstil aus der ersten Kollektion
    auf dem deutschen Markt von Donna Karan, New York, die auch heute noch so oder so ähnlich von anderen Designern
    angeboten wird.
    Die Jacke war aus dickem Elchleder und innen auf dem Etikett stand "Made in Italy".

    Ich trug diese Bikerjacke zu vielen Gelegenheiten, hauptsächlich in der Freizeit, aber, da sie so gut wie immer im Auto lag,
    auch tagsüber, dann aber nur wenn es regnete oder ich einen Termin bei jemandem hatte, der mich gut kannte.
    Da konnte es schon mal vorkommen, dass ich sie kombiniert mit einen anthrazitfarbenen Flanellhose, Krawatte
    und Hemd trug, was eigentlich gar nicht mal so schlecht aussah - etwas ungewohnt vielleicht...

    Zugegeben, ich hatte auch immer mindestens 3 Schlipse im Auto - verschiedene Farben und auch Motivkrawatten
    von Sepp Halbritter, prädestiniert für Behördengänge. Auf der einen war ein Maler mit einem Stangenpinsel;
    auf der anderen ein Bleistift und eine Nummer abgebildet: "Ist das Ihre Gefängnisnummer?" war öfters die
    Eingangsfrage - also immer gut für ein leichtes Entrée.
    Nun gut, in ein Edelrestaurant wäre ich mit der Lederjacke nicht so gerne hineinstolziert, Bistros oder Pizzerien
    waren dagegen absolut kein Problem - der Italiener in mir.
    Ab Herbst bis zu den ersten Sommertagen war es sogar meine Lieblingsfreizeitjacke, kombiniert mit Stoffhose und Hemd
    oder Pulli - eng wurde es nur wenn ich auch noch einen Schal tragen wollte, denn dafür saß sie einfach zu eng.
    Von Freundinnen meiner Freundin wurde ich mehrfach auf diese Jacke angesprochen, von wem, wo gekauft, usw.,
    obwohl uni schwarz erregte sie doch schon die Aufmerksamkeit und zog die Blicke auf sich:
    schwarzes genarbtes Leder, der Bikerjackenschnitt, die Zipper - oder einfach:
    Donna Karan entwirft nicht nur das kleine Schwarze für Damen.

    Zwei Jahre später wurde mein Auto nachts aufgebrochen und meine Lieblingsjacke war weg, nebst zwei Sakkos,
    die mich aber weit weniger kümmerten, denn wo das teure Lieblingsteil wieder herbekommen?

    Erst drei Jahre später gelang es mir nach zahlreichen Telefonaten mit New York wieder dieses Modell zu bekommen.
    Neu sah es der alten zum Verwechseln ähnlich, sie war nur etwas leichter, aber nach kurzer Zeit war das Leder bestossen,
    der helle Untergrund zeigte sich und nach 2, 3 Jahren zerlegte sich das Innenfutter in seine Fasern.
    Das Leder war nur geprägt und von minderer Qualität, wahrscheinlich irgendein Rindspaltleder - eine Enttäuschung
    auf der ganzen Linie, und dabei kostete sie umgerechnet ca. 3.700 DEM!

    Diese schwarzer Bikerlederjacke hatte aber etwas Gutes - sie bewahrte mich vor sehr viel Ärger, weil ich in einer Besprechnung
    nur für den Personenschützer gehalten wurde.
    So hatte mein auf den ersten Blick etwas deplaziert wirkender Auftritt beim Herrn Direktor - die anderen Herren kannten
    mich bereits und schwiegen - letzten Endes zumindest einen äußerst positiven Nebeneffekt - dem Spruch
    "Kleider machen Leute" sei gedankt!

    Natürlich hatte ich nach dem Diebstahl der ersten Elchlederjacke versucht herauszufinden welcher Hersteller aus Italien
    sie angefertigt hatte, aber leider erfolglos.
    Seit 3 Jahren trage ich nun eine Bikerjacke aus schwarzem Bisonleder, eine nach meinen Wünschen modifizierte
    TROJAN von LOST WORLDS aus New York.
    Auch mit dieser Lederjacke fällt man auf, denn man sieht an, dass sie nicht aus dem Laden um die Ecke stammt und
    wahrlich nicht gerade aus dünnen, leichten Leder gemacht ist, denn sie hat was!

    Sie bringt schon etwas Gewicht auf die Waage - Frau sieht's ihr an, ist aber dennoch über ihr Gewicht verwundert;
    denn in der Hand gehalten wiegt sie schon schwer - tragen tut sie sich so in etwa wie eine Panzerung, angenehm
    schwer aber dennoch nicht ermüdend.
    Das Leder ist nach den Ansprüchen von LOST WORLDS auch mehr als 2 mm dick.

    Ach ja - die TROJAN ist noch besser als die erste von DK und hat trotz aller widrigen Umstände wie Zoll, Transport
    und Einfuhrumsatzsteuer nur umgerechnet in etwa die Hälfte der zweiten Jacke aus London gekostet.

    Warum ich Ihnen das alles erzähle?

    Ganz einfach - diese Erlebnisse zeigen so einiges auf...

  6. #6
    Administrator Avatar von urban
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    Morgen geht's weiter.

  7. #7
    Administrator Avatar von urban
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    Für die total Anglophilen ein paar Literaturhinweise

    MUST HAVES for genuine English Gentlemen

    Official Sloane Ranger Handbook

    Name:  Sloane Ranger Handbook.jpg
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    Paperback: 160 pages
    Publisher: Ebury Press, London (18 Oct 1982)
    Language: English
    ISBN-10: 0852232365
    ISBN-13: 978-0852232361
    Product Dimensions: 20.3 x 17 x 1.5 cm
    Starting price: £2.89 + p&p [used] über
    http://www.amazon.co.uk/Official-Slo...5347216&sr=1-1

    The Sloane Ranger Directory

    Name:  sloanrangerdirectory.jpg
Hits: 451
Größe:  27,4 KB

    Published by Ebury Press for Harpers and Queen, London, 1984.
    160 pages illustrated with black and white photographs and drawings
    giving lists of The shops and establishments that serve a Sloane - and why they Really Matter

    Dimensions: 23 x 12 cm, Hardback.
    Starting price: £0.01 + p&p
    AMAZON.co.uk or Eurobuch: http://www.eurobuch.com or ANTIQBOOK: www.antiqbook.com


    Absolutely NECESSARY also:

    Sloane Ranger Diary

    Name:  Sloane Ranger Diary 01.jpg
Hits: 442
Größe:  58,3 KB

    'Sloane Ranger', a commonplace term in 1980s London and Britain, was popularised by British writer Peter York and
    co-writer Ann Barr in 'The Official Sloane Ranger Handbook', 'The Official Sloane Ranger Directory', and this book,
    the companion, 'The Official Sloane Ranger Diary'. All three books were published by the British society-watcher
    magazine Harpers & Queen by Ebury Press, for whom Peter York was Style Editor and "was responsible for identifying
    the cult phenomena of "Sloane Rangers" and "Foodies". This diary is the guide to the Sloane's year, for the Sloane
    about town and country, detailing and listing the essential Sloane sports events, cultural occasions and social functions
    to attend.
    Dress, standing, behaviour and etiquette are all covered. "What a splendid, excellent, fabulous, super bloody book!"
    Simone Palmer-Hebblethwaite.
    In 2007, Peter York followed these three books with a fourth, 'Cooler, Faster, More Expensive: The Return of the Sloane Ranger'

    Paperback: 128 pages
    Publisher: Ebury Press; 3rd Impression edition (31 Oct 1983)
    Language: English
    ISBN-10: 0852232969
    ISBN-13: 978-0852232965
    Product Dimensions: 20.4 x 17 x 1.2 cm
    Starting price: £0.01 + p&p [used]

    Cooler, Faster, More Expensive: The Return of the Sloane Ranger

    Name:  Sloane Ranger book update.jpg
Hits: 416
Größe:  32,8 KB

    Hardcover: 176 pages
    Publisher: Atlantic Books; 1st Edition edition (1 Oct 2007)
    Language: English
    ISBN-10: 1843546779
    ISBN-13: 978-1843546771
    Product Dimensions: 18 x 22.5 cm
    Price: £12.79 + p&p NEW

    Und das Handbuch für die etwas intellektueller angehauchte Strömung der Sloane Rangers, die YOUNG FOGEYS:

    Young Fogey Handbook

    Name:  Young Fogeys Handbook.jpg
Hits: 431
Größe:  42,8 KB

    Paperback: 96 pages
    Publisher: Littlehampton Book Services Ltd (20 May 1985)
    Language: English
    ISBN-10: 0713716339
    ISBN-13: 978-0713716337
    Product Dimensions: 20.3 x 17.5 x 1 cm
    Starting price: £21.94 +p&p [used]
    http://www.amazon.co.uk/Young-Fogey-...s=young+Fogeys


    Wikipedia.co.uk describes the SLOANE RANGERS as follows:
    http://en.wikipedia.org/wiki/Sloane_Ranger
    and the Young Fogeys:

    http://en.wikipedia.org/wiki/Young_Fogey

    P.S.
    Ich hoffe doch stark, dass ich hiermit etwas zur Umsatzsteigerung der Antiquariate beitragen kann.

  8. #8
    Administrator Avatar von urban
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    Lesen Sie bitte auch den sehr versierten Blog

    Name:  Loomings.jpg
Hits: 469
Größe:  43,3 KB

    http://loomings2011.wordpress.com/

  9. #9
    Administrator Avatar von urban
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    Ich war übrigens auch mal auf dem Barbour-Trip, weniger wegen der Optik sondern aus ökonomischen Überlegungen heraus,
    und natürlich nur für die Freizeit - meine zahlreichen Einkäufe bei englischen Händlern erklären auch das recht
    umfangreiche Shopverzeichnis, das hier im Forum zu finden ist.

    Mich hat es, nachdem die ersten Teile eingetrudelt waren, schon ein bisschen gestört, dass hier jeder, der das Outletcenter
    in Zweibrücken kennt, mit einem Tartanschal im typischen Barbour-Check herumlief, oft kombinert mit einem Quilted Jackett.

    Nach 2, 3 Wochen kam ich mit einem Lehrer ins Gespräch und er erzählte mir was er von diesem Look hielt;
    zuerst hörte ich ihm verwundert zu, dass er sich damit so intensiv beschäftigt hatte, und musste ihm Recht geben.
    Bin ich Rentner, bin ich Lehrer, hab' ich Pferde?

    Also war Fotosmachen und Ebay angesagt - das Kuriose dabei war, dass ich beispielsweise für getragene Hemden, OK,
    nur ein- oder zweimal gewaschen, mehr Geld erlöste als für die neuen in der Originalverpackung,
    und sogar zum Teil deutlich mehr als ich dafür bezahlt hatte!
    Meine Denke war also im Grundsatz schon richtig, nur - immer der Gefahr ausgesetzt zu sein verwechselt zu werden?

    Nichts gegen den British Look, nichts gegen MADE IN UK - aber was zuviel ist ist zuviel!

  10. #10
    Administrator Avatar von urban
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    Bildquelle: Selfedge.com

    Würden Sie dem Mann in seiner schwarzen Bomberjacke sein Buch abkaufen?


    Bildquelle: Mr. FREEDOM®

    Und ihm? Für was könnte er stehen?


    Name:  1013922_547484708631674_826188255_n.jpg
Hits: 440
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    Und die beiden? Giles Padmore und Shinichi Haraki - das ist nun aber mal eine ganz leichte Frage!

    Und hier sehen Sie Giles in action:



    Denim
    Schnürstiefel
    umgekrempelt - nicht gekürzt
    Riemen - graviert oder glatt
    Schnalle
    Geldbörse & kette
    Hemd
    Jacke - Denim, A1, A2, Flight Jacket aus Ballonseide - Vorurteile
    Old School - Hip-Hop - Streatwear
    Double Gouse
    Speziell für jüngere Männer aber auch für ältere:
    MISTER FREEDOM® aka Christophe Loiron - http://www.misterfreedom.com/
    William GIBSON - siehe auch Buzz Rickson's - http://www.williamgibsonbooks.com/
    Giles Padmore - Iron Heart UK - http://www.ironheart.co.uk/
    etc.

    Keine Straßenkleidung
    Urlaub - Nachtflug - ein erster Blick auf die Straße und schon ist klar: MANN - FRAU ist wieder Zuhause!
    Man sieht sofort welcher Discounter welche Sonderangebote hatte
    Am Abend im Netz - welcher Händler mal wieder Restposten vertickt hat

    Die Männer im reiferen Alter, die so bunt dekoriert wie eine Litfaßsäule herumlaufen und tatsächlich glauben,
    sie könnten genauso wie ein alternder Schlagerbarde mit solchen aus der Hose heraushängenden Flickenteppichen
    noch junge Frauen aufreißen

    Stoffe:
    zwei ältere Herren aus SLS, beide, jeder aber auf seine Artm, stilvoll gekleidet aber sich nicht an irgendwelche
    grenzdebilen Leitsätze haltend - denn sie haben sie noch nie gelesen, simply: Geschmack und ein gutes Auge
    für Kombinationen und Statur

    Damen typgerecht - nicht egal in welchem Alter und Figur in Jeans gepresst: damit sie die Hosen anhaben!
    Drappiert mit den Mitbringseln von den letzten Familienausflügen in die Outletcenter der Umgebung

    Anzugträger, die das Wort Sakko, im italienischen Orginal "sacco", also SACK, zu wörtlich nehmen, weil
    die beste und fürsorglichste Mutter von allen, mal wieder für ihren EINZIGEN SOHN eingekauft hat,
    und den Schlips am besten dort gelassen hätte, wo sie ihn umständlich herausgepult hat - im Wühlkorb;
    das Hemd wohl auch
    Söckchen - kunterbunt für den modernen Mann - lenken auch erstklassig von den Billigtretern ab:
    nicht geputzt, geschweige denn poliert, Gummisohlen, aus irgendeinem Sonderangebot eines Abverkaufsschuppens
    mit schräg gelaufenen Absätzen, ausgefransten, abgerissenen Schnürsenkeln, irgendwie kunstvoll aus den Stummeln zusammengepfriemelte Knoten
    Kurz:
    Berufstypische Uniform - ohne viel Liebe und Interesse einfach nur kunterbunt zusammengestoppelt:
    Kollektion der Klamottendiscounterschnäppchen aus der gesamten Region inkl. dem angrenzenden Frankreich

    Vertrauen in solche stilvoll gekleidete Typen? Die noch nicht einmal wissen was zu ihnen passt, geschweige
    wie Mann es geschickt kombiniert - uund die sollen nun auf einmal wissen welche Finanzprodukte und Dienstleistungen
    zu ihren Kunden passen,
    womit dem jeweiligen Kunden am besten gedient ist und in welcher Kombination - neudeutsch Portfolio - ihm also
    das beste Mix bietet, dem Kunden natürlich.
    Mit Verlaub!

    Die gar nicht glauben was man an ihren Klamotten so alles ablesen kann - keine Linie zu erkennen, kein Stil,
    nicht auszumachen für was die eigentlich stehen, keine Identität, kein eigenständiger Charakter:
    Einfach nur von allem etwas - einfach aus jedem Laden irgendein Teil, da passt einfach nichts zusammen,
    aber immerhin:
    Der Bub trägt Anzug, Schlips und Kragen!
    Der muss sich nie mehr in seinem Leben die Hände schmutzig machen - noch nicht einmal beim Schuhputz!
    Denn er weiß gar nicht, dass es so etwas tatsächlich gibt - die Alten haben's ihm so nicht vorgesungen,
    wie sollten es zwitschern dann die Jungen?

    Und später machen sie es dann genau so wie in der Schule, wo sie ja lange genug gesessenen haben:
    sie lernen die Gentlemens Regeln auswenig - nur auch die Essenz verstehen?
    Das steht noch auf einem ganz anderen Blatt!
    Kleidung und Gusto studieren?
    Bekanntlich lautet die Übersetzung: sich ernsthaft mit etwas beschäftigen / auseinandersetzen,
    aber das übersetzen sie dann womöglich noch mit exponieren oder dislozieren womit sie sich dann disqualifizieren!


    Gut kleiden sieht anders aus... sie schafft auch Vertrauen!
    BSP. Chelsey Boots, rose Söckchen, Wette

    DAS ist absolut keine pure Ironie - sondern nur ein kurzer Streifzug durch eine x-beliebige deutsche Innenstadt

    NUR KEINE BANGE - ich formuliere den Text schon noch aus

    Save Our Style
    .
    .

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