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Thema: Schuhe - Strümpfe - Unterwäsche

  1. #1
    Administrator Avatar von urban
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    Schuhe - Strümpfe - Unterwäsche

    Winterstärke?

    Ich wollte eigentlich an diesem Wochenende noch einen Artikel über den Zusammenhang zwischen Schuhen, speziell den Sohlen
    bzw. Sohlenaufbau und -stärke, Unterwäsche und Strümpfen schreiben - daher nur einmal vorab:
    Baumwolle in "Winterqualität" bedeutet eigentlich nichts anderes als ein dickeres Garn und glatt gestrickt;
    solche Strümpfe tragen mehr auf, sind zum Warmhalten eigentlich nicht geeignet und sollten zudem im Verkauf wesentlich billiger
    sein als solche aus Filoscozia-Baumwolle.
    Dicke Socken, die auch tatsächlich warmhalten, sind aus Schafwolle wie z.B. Merino gestrickt.

    Richtig gut wärmt dagegen Alpaca - nur leider ging der Versuch mit dieser Wolle, extra aus Peru per Luftfracht nach Italien bestellt
    und ohne Kunststoffbeimischung verstrickt, aufgrund der Kräuselung leicht daneben.

    Cashmere ist mit 100.- € pro Paar den Leuten absolut zu teuer.

    Bliebe also noch Merino und dann wäre der Strumpf aufgrund des feinen Garnes NM 2/60 oder NM 2/48 in etwa so dünn
    wie das bereits verstrickte Filoscozia, und genau darin liegt das Hauptproblem.
    Solange hierzulande nur dicke Socken von den Männern als wintertauglich angesehen werden, lasse ich die Finger davon und
    empfehle die preiswerten und schön dicken Socken aus England von Corgi & Co.

    1 Paar Strümpfe würde in 100 % Superfine's 140 Merino und zu 100 % MADE IN ITALY ca. 29.- € kosten und ganz ehrlich:
    Ich bin mehr als skeptisch, dass hier in DE die Männer bereit sind diesen Preis zu bezahlen wie meine bisherigen Erfahrungen
    in dieser Preisklasse auch mehr als deutlich aufzeigen.
    Daneben müssten solche Strümpfe ja auch jahrelang halten, was nur mit einer Polyamid-Beimischung möglich ist;
    solche Angaben findet man u.a. in den Pflegehinweisen...

    Wir sprechen hier wohl nur von Socken - aber selbst für eine kleine Merinokollektion würde ich als Hersteller den Gegenwert
    einer S-Klasse Limousine riskieren.

    Ich arbeite wohl an einem Strumpfprojekt, das aber weder spruchreif noch eigentlich für den deutschen Markt bestimmt ist.

    Ich muss Dich dieses Jahr also leider enttäuschen.

  2. #2
    Administrator Avatar von urban
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    Schuhe - Strümpfe - Unterwäsche

    EINLEITUNG

    Wir haben Herbst, einen schönen Altweibersommer und trotzdem stellt sich die Frage welche Schuhe, Strümpfe und Unterwäsche
    für die etwas kühleren Tage, die auf uns zukommen.
    Nun ja, ein lustiges Thema durchsetzt mit recht viel Aberglaube, Traditionen, Kitchenenglish, Weisheiten von der Oma, Halbwahrheiten
    und anderen Belustigungen.

    Zu den Traditionen gehört wohl in der kalten Jahreszeit hohe Schuhe und Kniestrümpfe zu tragen, von Boots, einem Wort,
    das man ja bekanntlich auch mit Stiefelette - weiß eigentlich noch jemand, was das eigentlich ist? - und Stiefel übersetzen kann,
    möchte ich wirklich nicht schreiben sondern überlasse das lieber den im Deutsch-Englischen-Mischmasch-Verirrten.

    Kniestrümpfe sind aber eigentlich out, denn da könnte ja die Freundin nachts im Schlafzimmer drüber lachen wenn er strippt,
    und sie heißen ja schließlich auch in der deutschen Bildungssprache "socks" - weiß wohl niemand mehr so genau, dass die
    in Deutsch richtig Socken heißen und nur bis an die Wade reichen, und wenn schon, dann auch Ankle Socks genannt werden.
    Muß man halt nachfragen ob echte Socken gemeint sind oder was auch immer.
    Tja - und aus Wolle, genauso wie die, die die Oma früher selbst gestrickt hat, sollen sie auch sein - da ist dann im Laden
    guter Rat teuer: Oma sprach immer nur von Wollstrümpfen, aber welche Wolle meinte sie denn?
    Baum-Wolle, Schaf-Wolle, Angora-Wolle, Merino-Wolle?
    Dick waren sie ja, und warm hielten sie auch - mussten sie ja schließlich auch sein oder wie sollte sie mit so einen dünnen Faden,
    den man kaum noch sieht, mit ihren beiden dicken Strickeisen zu Maschen formen können, zumal ihr Augenlicht auch nicht mehr
    das Allerbeste war.
    Also, was kauft Mann? Ein Paar dicke Wollsocken! Hauptsache keine kalten Füße, kein Bibern und keine klammen Finger,
    damit auch ja nichts von dem kostbaren Glühwein auf dem Weihnachstmarkt verschüttet wird.
    Aber wer steht schon stunden- und tagelang auf dem kalten Marktplatz rum?

    Mit den langen Unterhosen ist das auch so eine Sache, Mann ist emanzipiert und trägt genau wie sie auch nur noch Slip,
    selbst im Winter. Oder hat mal jemand eine Frau mit langen Unterhosen gesehen? Eine Strumpfhose vielleicht....
    Und so sind lange Unterhosen heutzutage, erst recht in Kombination mit den knee high socks,
    absolut ein Ding der Unmöglichkeit.
    Erst recht wenn sie schon im Bett liegt, sich warm zittert bis er endlich kommt und ganz romantisch im Schein der
    Nachttischlampe strippen muss.

    Aber warum eigentlich nicht mal so'n herzhafter Lacher als Entrée zur Verlustigung?
    Immer noch besser als mickrige 3 cm zwischen Daumen und Zeigefinger, oder? So kalt ist es.
    Ganz zu schweigen von der Auftauphase, natürlich nicht an, auf oder in der Nähe des Heiz-Körpers.

    Und Gummiüberzieher reserviert der wahre Gentleman ausschließlich für seine kostbaren Rahmengenähten beim



    Also alles in allem ein recht umfangreiches Thema, bei dem man auf ganz viele Aspekte, Facetten, Angewohnheiten,
    Präferenzen und Aversionen Rücksicht nehmen sollte. Und wenn ich dann noch den Irrglauben der deutschen Männer
    über ihr umfangreiches Fachwissen aus dem Bereich Preis & Leistung bedenken soll, dann weiß ich erst recht nicht
    mehr wie und wo ich überhaupt anfangen soll.

  3. #3
    Mr. Blindbuy
    Gast
    Haha, Du siehst, Du hast's mit einem wahren Fachmann zu tun... ;)
    29€ für ein wirklich warmes Merino-Paar könnte ich mir gerade noch vorstellen, allerdings nur ohne Beimischung (brauch ich für mein Ego) - jahrelang halten müssten sie nicht, aber bei artgerechter Haltung würde ich schon gerne so ca. zwei Saisons meine Füsse reinstecken wollen können... :)

  4. #4
    Administrator Avatar von urban
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    Zitat Zitat von Mr. Blindbuy Beitrag anzeigen
    Haha, Du siehst, Du hast's mit einem wahren Fachmann zu tun... ;)
    29€ für ein wirklich warmes Merino-Paar könnte ich mir gerade noch vorstellen, allerdings nur ohne Beimischung (brauch ich für mein Ego) - jahrelang halten müssten sie nicht, aber bei artgerechter Haltung würde ich schon gerne so ca. zwei Saisons meine Füsse reinstecken wollen können... :)
    Da Spitze und Ferse auch bei der Angabe 100 % Merino (etc.) grundsätzlich überhöht und mit Polyamid verstärkt wären,
    hängt die Tragedauer von verschiedenen Faktoren wie Zehennägel, Reibung an der Ferse und am Fersenfutter ab.
    Ebenso vom Waschen: Temperatur, Waschmittel, Schleuderdrehzahl usw.

    Strümpfe sind genau wie Autoreifen ein Verschleißartikel - je weicher die Mischung desto schneller....

    2 Saisons überstehen die Merinos ganz locker wenn Du Dir 26 Paar zum Rotieren kaufst.

  5. #5
    Mr. Blindbuy
    Gast
    Hehe, das gelbe Männchen kriegt sich ja gar nicht mehr ein ;)

  6. #6
    Administrator Avatar von urban
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    Zitat Zitat von Mr. Blindbuy Beitrag anzeigen
    Hehe, das gelbe Männchen kriegt sich ja gar nicht mehr ein ;)
    Die Koloboks haben schon allein genetisch bedingt eine Mordskondition.

  7. #7
    Administrator Avatar von urban
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    Teil 1 - Schuhe: Konstruktion und Aufbau

    Man kann ohne Strümpfe in Schuhen laufen aber nicht ohne Schuhe in Strümpfen, also fangen wir mit den Schuhen an.

    Vorausschicken möchte ich, dass sich in der Fußsohle viele Nervenenden befinden während die Ferse und der Fußrücken
    weniger empfindlich sind. Daher reagiert die Unterseite des Fußes wesentlich stärker auf eine zu niedrige Temperatur
    und so müssen die Schuhsohlen, soeziell die Brandsohle, auf der der Fuß steht, vor zu großer Auskühlung geschützt werden.

    Eine Ledersohle oder eine Gummi-/Kautschuksohle ohne oder nur mit einem schwach ausgeprägten Profil liegt mit einer
    großen (Teil-) Fläche auf dem kalten Boden auf, nimmt daher die Kälte leicht auf und leitet sie nach oben in Richtung
    der sensiblen Fußsohle weiter.
    Eine Kautschuksohle mit Noppen oder Stollen liegt dagegen nur mit einer sehr geringen Fläche, gerade mal mit den
    Noppenköpfen auf, also mit weniger als 10 % der gesamten Sohlenfläche, nimmt so also nur wenig Kälte vom Boden auf.
    Dadurch und wegen die recht schlechten Wärmeleitfähigkeit von Gummi im Vergleich zu einer womöglich noch durch-
    feuchteten Ledersohle leitet die stark profilierte Kautschuksohle weit weniger Kälte in Richtung Fußsohle weiter.

    Weiterhin von Bedeutung ist die Höhe des Sohlenkörpers an sich - je dicker, desto weniger Kälte leitet er zur Zwischen-
    sohle durch.

    Beim den Sohlenmaterial unterscheidet man zwischen gepressten und gegossenen Sohlen - die Firma Dainite aus England
    presst die Kautschuksohlen aus schwarzen Rohlingen unter hohem Druck, so dass sie relativ hart sind und keine Luft-
    Bläschen enthalten - dafür aber angenäht werden können.
    Die Dainitesohlen weisen dafür auch einen planen Randbereich ohne Profil auf.
    Die 4 verschiedenen Profile Studded, Medway, Ridgeway und Logger
    finden Sie in dem Beitrag: Klassische Schuhe <-> Herbst & Winter: Verträgt sich das?
    LINK: http://www.bestofbest-mode.com/showt...trägt-sich-das

    Vibram als zweite bekannte Marke gießt den Kautschuk in Formen, daher sind diese weicher im Auftritt und sollen länger
    halten. Im Gegensatz zu Dainite-Sohlen können/sollten Vibramsohlen nicht durchstochen und genäht sondern nur aufgeklebt werden.
    Werden Kautschuksohlen auf die Zwischensohle genäht, dann sollte man darauf achten, dass der Faden nicht über die
    Stollen geführt wurde, da er sich dann sehr schnell durchscheuern würde.

    Für den Herbst reicht eine Halbsohle vollkommen aus - für den Winterbetrieb sollte die Kautschuksohle durchgängig sein,
    da dann Steg und Absatz (-vorderkante) der Ledersohle nicht der Feuchtigkeit ausgesetzt sind.
    Achten Sie bei Gummihalbsohlen und deren Profil darauf, dass der Schuh seinen Stand behält - so gibt immer noch
    zahlreiche Hersteller, die Leisten mit zu geringer Fersensprengung benutzen.

    Ob Schuhe, Stiefelette oder Stiefel - die Kautschuksohle wird bei klassischen Schuhen immer an einer Zwischen-/Mittelsohle
    aus Leder befestigt.
    Bei reinen Zweckschuhen und -stiefeln wird die Gummisohlen direkt an den Unterbau des Schuhes, die Brandsohle,
    anvulkanisiert - diese Schuhe weisen auch ein hydrophobiertes Leder auf und sind dabei in einem sehr hohen Maße
    wasserdicht.

    Klassische Schuhe können dagegen alleine schon konstruktions-/machartbedingt nur mehr oder weniger stark eingeschränkt
    wasserdicht sein, wasserabweisend wäre hier wohl der eher passende Ausdruck.
    Bei rahmengenähten Schuhen mit nach innen geschlagenem Oberleder können wohl sehr leicht mit einer Kautschuksohle
    versehen werden, sind also von unten her gegen Feuchtigkeit geschützt, aber durch den Spalt zwischen Rahmen und Schaft
    kann von der Seite her das Wasser leicht in den Ausballungsbereich und von dort in die Brandsohle eindringen.
    Etwas mehr Schutz bietet die Ausführung Veldtschön, bei der das Futterleder nach innen und das Oberleder nach außen
    geschlagen wird und mit dem Rahmen beim Doppeln der Zwschen-/Mittelsohle vernäht wird. Die Feuchtigkeit müsste so
    zuerst durch das Ober-/Schaftleder durchdringen, um anschließend ins Schuhinnere zu gelangen.

    Man achte also in jedem Fall auf eine gute Pflege mit einer Creme und Wachs des Sohlenschnittes (= Sohlenrand),
    und dabei insbesondere darauf, dass der Rahmen fest auf der Sohle aufliegt, damit dazwischen keine Feuchtigkeit
    in die Schuhe eindringen kann - ggf. mit Creme einreiben und mit Wachs anschließend zudrücken.

    Weit besser geeignet für die kalte und nasse Zeit sind zwiegenähte Schuhe, da das Oberleder immer nach aussen geschlagen
    und der Rahmen - dies mag nun diesen oder jenen Leser leicht verwundern - seitlich an den Schaft angeschlagen/genäht wird.
    Ob nun die Schuhe klassisch zwiegenäht sind wie z.B. Berg- und Wanderschuhe oder weit eleganter in den Ausführungen
    Norvegese und Stagno [es gibt auch noch weitere Macharten bzw. Bezeichnungen wie Bevegna, Cadenon usw.] mag hier
    jetzt nur von einer untergeordneten Bedeutung sein, da dieser Artikel sonst noch viel umfangreicher werden würde.

    Fettleder - geölte Leder:
    Sie bieten den besten Schutz gegen Feuchtigkeit, haben aber auch deshalb den kleinen Nachteil, dass sie für sommerliche
    Temperaturen weniger geeignet sind.

    Wir halten also als Interimsergebnis fest:
    Dicke Gummi-/Kautschuksohlen mit einer erhabenen Profilierung schützen die Fußsohlen weit besser vor der Kälte als
    Ledersohlen oder nur leicht profilierte Gummisohlen.
    Wichtig ist weiterhin zum Schutz gegen eindringende Feuchtigkeit die Konstruktion bzw. die Ausführung oder Machart
    der Schuhe und Stiefel, damit seitlich keine Feuchtigkeit in die Schuhe eindringen kann.
    Beim Schuhschaft setzte ich einmal voraus, dass die Schuhe in jedem Fall ein Innenfutter aus Leder haben; da die Haut
    des Fußrückens keine besonders hohe Dichte an Nervenenden/-rezeptoren, im Gegensatz zur Fußsohle, hat,
    kommt der Isolierung des Schaftes eine untergeordnete Bedeutung bei.
    Wichtig ist in jedem Fall, dass die Schuhe in Kombination mit den getragenen Strümpfen für die jeweilige Außentemperatur
    nicht zu warm sein dürfen, da die Füße dann anfangen zu schwitzen, die Strümpfe durchfeuchten, so dass diese keine
    Isolierung mehr bieten und es für den Träger unangenehm wird.

  8. #8
    Administrator Avatar von urban
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    Teil 2 - Futter

    Mir läuft jetzt die Zeit davon....

    Ob jemand Schuhe oder Stiefel mit einem warmen Futter aus Schaffell oder synthetischem Material anschafft, hängt in
    erster Linie davon ab, ob er damit geht oder steht, wie z.B. ein Standbetreiber auf einem (Weihnachts-) Markt.
    Im Stand bewegt sich der Fuß überhaupt nicht, die Muskeln verbrauchen weniger Energie und geben weit weniger
    Wärme ab - dafür ist ein gut isolierendes Futter, speziell auf der Brandsohle nebst gut wärmenden Strümpfen im wahrsten
    Sinne des Wortes zu empfehlen.

    Für das Gehen und entsprechend besserer Durchblutung der Füße sind Schaffellschuhe/-stiefel weit weniger zu empfehlen,
    da es sehr schnell zu einem Hitzestau kommen kann - dabei fangen die Füße an zu schwitzen, um die Temperatur abzusenken,
    und die Strümpfe werden feucht - nur halten feuchte Strümpfe nicht mehr warm.

    Also empfiehlt es sich bei Schuhen und Stiefeln, die zum (Spazieren-) Gehen gedacht und gekauft werden, gerade keine
    mit einer zu starken Isolierwirkung des Innenfutters zu kaufen sondern eher warmhaltende Strümpfe aus Merino- oder Cashmerewolle.

    Zum Warmhalten der Beine empfiehlt sich eine warme lange Unterhose aus Merino oder eine aus Baumwolle & Seide,
    sehr dünn, trägt kaum auf und wer sie zum ersten Mal sieht, der verwundert sich wie warm diese dünnen Dinger auch bei
    windigem Wetter halten können.
    Was nützt es jemanden wenn die Wade warm gehalten wird aber der Rest der Beine vom Wind ausgekühlt wird?

    Es gibt auch Strümpfe mit eingebauten Heizspiralen, die über eine Batterie/Akku gespeist werden - diese gibt es ab und an
    bei Jagdausrüstern zu kaufen.

  9. #9
    Administrator Avatar von urban
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    Strümpfe

    Die gebräuchlichsten Strumpfgarne sind:
    Baumwolle
    Merinowolle
    Cashmere
    Seide
    Alpaka, aber schon sehr selten

    Jede Wolle gibt es nun in verschiedenen Garnstärken, von dicker Strickwolle für Handstrick bis hin zu ganz feinen mehrfädigen
    Garnen für entsprechende Rundstrickmaschinen - wie bereits bekannt je dicker desto günstiger das Garn und je dicker der
    fertige Strumpf.
    Und schon wären wir bei der Frage wie dick so ein Strumpf (Socke) überhaupt auftragen darf, oder soll, wenn die Schuhe,
    oder eigentlich öfter die Stiefel, mal wieder viel zu weit sind.
    Andersherum:
    Trägt Mann einen wirklich gut sitzenden Schuh, z.B. einen Oxford mit perfekt schließender Schnürung, also spitzes V bis
    ganz geschlossen an einem Fuß mit einem dünnen Strumpf wie z.B. Filoscozia oder Seide,
    dann wird ein dickerer Strumpf seinen Fuß sehr unangenehm einschnüren.
    Dies ist nicht gut für die Schuhe, aber noch weit weniger gut für die Füße, denn die Durchblutung wird gestört,
    wahrscheinlicher fängt er aber an zu Schwitzen - womit die gute Absicht genau ins Gegenteil verkehrt wird.
    Ein durchfeuchteter Strumpf hält nicht mehr warm.

    Also plädiere ich für dünne bzw. dünnere Strümpfe, da sie nicht auftragen und die gewohnten Schuhe auch bei niedrigeren
    Temperaturen weiter getragen werden können - anstatt dünnen aus Baumwolle wenn es kühler wird entsprechend dünne
    aus Merinowolle - Cashmere lasse ich bewußt außen vor.

    Ein anderes Problem stellt sich wenn Mann nur ein kurzes Wegstück in der Kälte zurücklegen muss und die wit überwiegende
    Zeit sich damit in beheizten Räumen oder Fahrzeugen aufhält.
    Dann kann auch Merino schon zu warm sein - oder braucht es warme Strümpfe bei Raumtemperaturen von 22, 23 Grad?
    Wohl kaum. Und wer möchte schon darin schwitzen?
    Dann empfehlen sich glatt gestrickte Baumwollstrümpfe, denn diese eigenen sich hervorragend für solche Temperaturen.
    Um auf dem kalten Weg zu Auto, S-Bahn, Taxi und anschließend ins Büro nicht zu frieren, rate ich zu einer langen Unterhose
    aus Baumwolle und Seide, ganz bewußt nenne ich dieses Material, da diese Hosen sehr dünn sind und im Verhältnis dazu
    sehr warm halten - auftragen tun sie ebenfalls nicht, man sieht sie also nicht.
    Zieht man einem Slip drunter als Tropfenfänger, dann kann Mann sie ohne "Bäh" auch 2 oder 3 Tage hintereinander tragen,
    denn in der Anschaffung sind sie nicht gerade billig.
    Das Argument der lachenden Schlafzimmerpartnerin - wer angibt, der hat mehr vom Leben ...

    Für das Rumstehen in der Kälte kann die Isolierwirkung von Strümpfen natürlich nicht gut genug sein - dann braucht's aber
    auch entsprechende Schuhe oder Stiefel, die weit genug sind, um zumeist dickere Cashmerestrümpfe aufzunehmen,
    oder zwei Paar dünnere übereinander...

    Ein Problem bei den dünnen Strümpfen ist genau wie bei den qualitativ hochwertigen Unterhosen der Preis,
    ebenso wie die kürzere Haltbarkeit.
    Ich will dazu einfach nichts mehr schreiben, denn mir ist das niedrige Ansehen von Unterwäsche und Strümpfen
    bei den Damen, und noch schlimmer bei den Männern ausgeprägt, hinreichend bekannt.
    Weil mich allein schon die Gedanken daran nerven, da ich immer wieder lesen muss, dass der Bauer nicht kauft, was er nicht kennt!


    P.S.
    Ich lege bei (m)einer Frau sehr viel Wert darauf, dass sie auch drunter schön angezogen ist und versuche dies ebenfalls,
    um auch ihr gräßliche Anblicke wie z.B. hautfarbene Wäsche zu ersparen.

  10. #10
    Mr. Blindbuy
    Gast
    Ha, wenn Du so informativ und doch gewitzt schreibst, ist das Lesen ein wahre Freude! Danke für die Infos!

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