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Thema: Strumpfkauf ganz simpel ?

  1. #1
    Administrator Avatar von urban
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    Strumpfkauf ganz simpel ?

    Eine eigentlich ganz einfache Angelegenheit - sollte man meinen.

    Dabei geht's aber schon mit dem Namen los, Socken, Füßlinge, Kniestrümpfe oder?
    Die meisten Männer benutzen nur noch die Bezeichnung Socken - warum weiß ich nicht, vermutlich deswegen
    weil sie nur noch Socken kennen.
    Irritieren tut mich das aber schon wenn ich eine E-Mail bekomme und frage deshalb zur Vorsicht immer nach,
    denn sicher ist sicher.

    Mein Architekt war eimal sauer auf mich, weil ich einen Bodenbelag ausgesucht hatte, der ihm so ganz und gar nicht gefiel;
    er fuchtelte vor mir mit einer Platte des Kautschukbelages rum und meinte die Farben seien viel zu intensiv, zu bunt
    und viel zu unruhig.
    Erstaunt und baff im ersten Moment nahm ich ihm dann die Platte aus der Hand und ließ sie auf den Boden fallen:
    "Und jetzt? Wie sieht es nun aus - immer noch zu bunt?"
    Ich bekam seine volle Zustimmung, denn so aus 1,80 m Entfernung sah das schon ganz anders aus.

    Nun, Strümpfe, von mir aus auch Socken, sieht man sich nur beim Anziehen und beim Kauf aus Armlängenentfernung an,
    sonst mindestens aus der Perspektive wie in der Geschichte aus einiger Entfernung und dann ist die Wirkung eine ganz
    Andere.
    Ich habe meinen Kunden das oft genug vorgeführt wenn sie sich nicht zwischen glatt, gerippt, Hahnentritt oder Vogelaugen
    entscheiden konnten - gerade die letzten beiden Muster waren dabei sehr interessant.
    Unter das Hosenbein gehalten wirken die Vogelaugen ruhiger und feiner als der lebhaftere Hahnentritt - ergo:
    Vogelaugenstrümpfe unter der feinen Stoffhose - Hahnentritt ist prädestiniert zum Tragen unter gröberem Stoff wie z.B.
    einer Jeans; bei Kordhosen kann man frei zwischen beiden wählen, unter oder zu Feinkord passen eher die Bird's Eye,
    zu schwerem Cord die Hound's Tooth - aber beide gehen, die Unterschiede sind Nuancen und die Wahl des Designs
    hängt daher wohl eher von der Laune und dem Geschmack des Hosenträgers ab, aber auch ein klein wenig von den Schuhen.

    Oft steht Mann vor der Schublade mit den Strümpfen drin und schaut ganz verzweifelt, weil er weder den passenden Farbton
    zu den Hosen noch zu den Schuhen finden kann - ein klassischer Fall sind braune Schuhe mit einem leichten Rotstich,
    das ist dann zum Haareraufen wenn man nur glatte Unisocken zur Auswahl hat.
    Und genau da setzen die zitierten Hahnentritt- und Vogelaugenstrümpfe an:
    Das menschliche Auge kann auf eine Entfernung von 2 Metern und mehr die beiden Farben und die Musterung nicht mehr
    gestochen scharf wahrnehmen und vermittelt die Farbwahrnehmung des schmalen Streifens zwischen Hosensaum und
    Schuhen zwischen den beiden, und schon ist das morgendliche Problem gelöst!
    Das macht das Auge auch bei den Farbunterschieden zwischen Hosenbein via Strumpfsaum zu den Schuhen hin,
    probieren Sie es einfach mal aus wenn Sie das nächste Mal schwarze Schuhe unter einer hell-/mittelgrauen Hose
    tragen wollen.
    Bei ungemusterten Hosen funktioniert das recht einfach und ist unproblematisch, denn, abgesehen von den Schuhen,
    weisen in diesem Fall nur die Socken ein Muster auf und stiften daher bei der Wahrnehmung Unruhe vergleichbar
    mit dem Unterschied zwischen glatten Oxfordschuhen ohne und Derbys mit Brogueing - schon mal getestet?
    Wenn Sie das nächste Mal einen 'grauen' Anzug tragen, dann machen Sie doch mal den Vergleich zwischen einem
    schwarzen, glatten Schuh und einem Derby drunter - Sie werden staunen wie sich der Ausdruck des Ensembles
    ("Outfit") und die Wirkung auf den Betrachter verändert.
    NEIN - ich will hier keine Stilberatung machen, aber Sie merken, irgendwie geht es doch in diese Richtung.

    Der glatte, schwarze Schuh ordnet sich dem Anzug unter - der Brogue wirkt unruhiger und konkurriert als mit dem Muster
    des Anzugs und der Krawatte.
    Und wenn Sie dann auch noch mit den Strümpfen Unruhe zwischen den beiden stiften, dann wird's leicht chaotisch.
    Umgekehrt wird das Bild langweilig oder fad, also ausdruckslos wenn Mann einen glatten Schuh, wie z.B. den zitierten
    schwarzen oder einen braunen Oxford unter einen unifarbenen Hose wie z.B. einer Chino trägt - dann können Sie mit
    einem gemusterten Strumpf Leben in die Szene bringen.
    Einfach mal testen.

    Ein anderes Thema beim Strumpfkauf ist das Laissez-faire bei der Garnauswahl - die Länge der "Socken", ob bis an
    die Wade heranreichend, also eine Socke im deutschen Sinne, oder etwas höher, spielt nach meiner Erfahrung im
    Sommer keine Rolle, da Mann an den Füßen, nicht aber anden Waden schwitzt.
    Das liegt ganz einfach daran, dass die Füße in den Schuhen drin stecken und die Körperwärme sich anstaut und
    nicht an die Luft abgegeben werden kann.
    Ergo: Im Sommer Schuhe mit dünnem Schaftleder und Einfachsohlen.
    Verstärkt wird dieser Hitzestau und damit das Schwitzen als Abwehrmaßnahme des Körpers durch billige Socken,
    die einen entsprechend hohen Anteil an Nylon, eleganter bezeichnet als Polyamid, haben.
    Sie halten so wohl länger, schränken aber das Wohlgefühl - na sagen wir mal - etwas ein.
    Wie fühlen Sie sich im Sommer mit schweißnassen Füßen, angenehm?, also wohl?
    Nervig kann das in Verhandlungen werden, ob bewußt wahrgenommen oder unbewußt.
    Ich werde wohl nie verstehen, dass Männer und die sockeneinkaufenden Ehefrauen die paar gesparten Euros dafür opfern.

    Im Sommer also in jedem Fall Baumwollstrümpfe (-socken) oder, wer es noch etwas edler mag, Seide.

    Im Herbst, und den haben wir jetzt, trage ich selbst, wie fast das ganze Jahr über, ebenfalls nur Baumwolle, wenn es
    etwas kühler wird, dann die etwas dichter gestrickten wie die Sea Island.
    Nur wenn es richtig kalt wird nehme ich die Merinostrümpfe aus der Schublade - in beheizten Räumen schwitzt man
    aber auch gerne darin - deshalb sind die Cashmerestrümpfe nur die erste Wahl wenn draussen ein eiskalter Wind
    um die Ecke bläst - das anschließende Schwitzen in Räumen ist dann garantiert.

    Das Garn und das beigestrickte Polyamid spielen bei Kauf also schon eine große Rolle, sowohl was das Wohlfühlen
    angeht als auch die Haltbarkeit und natürlich beim alles entscheidenden Kriterium: dem Preis!

    Aber auch die Handkettelung sollte man nicht aus dem Blick verlieren, denn eine Maschinenkettelung kann schon
    etwas unangenehm werden...

    Zum Strumpfdesign noch ein paar Worte:
    Querstreifen lassen das Gelenk optisch dicker erscheinen als es tatsächlich ist - wer also eine schlanke Fessel bevorzugt
    sollte darauf verzichten.
    Bunte Farben - von mir als Clownsocken abgetan - würde ich niemanden empfehlen, oder sollen sie das ganze Aussehen
    dominieren?
    Der Blick wandert automatisch hin zu diesen bunten Ringelsöckchen - die Augen fühlen sich von den Farben magisch angezogen.
    Ich weiß nicht, aber irgendwie ist das nicht so mein Ding:
    Die ganze Zusammenstellung meiner Kleidung macht meine Person aus und ich möchte diese niemals auf Clownsocken
    reduziert wissen, denn ich bin keiner und will auch nicht so wahrgenommen werden, eher schon etwas ernsthafter,
    mein Alter....

    Aber mal ganz im Ernst - die Wirkung einer Person - klar, beim ersten Blick, sollte sich aus der Gesamtheit ihrer Bekleidung
    ergeben und dem gegenüber einen, wiederum, ersten Eindruck von ihr verschaffen.
    Man kann mit seiner Kleidung selbst unheimlich viel ausdrücken und eine Botschaft senden - umgekehrt kann der
    aufmerksame Betrachter, und das sogar oft unbewußt, ganz viel daran erkennen - das aber ist wiederum ein ganz
    eigenständiges Thema und würde eher zum Thema Stil & Kleidung passen als zu den unterbewerteten Strümpfen.
    Und hier habe ich jetzt ganz bewußt "Strümpfe" geschrieben, und übrigens:
    Die Frauen, die darüber lachen, werden wohl ihren Grund dafür haben - kenn ich, hab' ich auch schon erlebt,
    war wohl verwundert aber haben tat's mich nicht, so bei ihrer näheren Betrachtung...

    Ich höre jetzt mal auf - ist eh schon wieder viel zu lang geworden...

  2. #2
    Administrator Avatar von urban
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    Wie sehen Sie denn eigentlich bei den Damen die Sache mit den Strümpfen & Strumpfhosen und dem Zwickel?

    Wie komplett ist denn ein Mann und wann?

    Natürlich sind Strümpfe ein Verschleißmaterial - je weicher und komfortabler desto kürzer ihre Lebensdauer. Na und?
    Ist doch genau wie bei den Autoreifen - je weicher die Gummimischung, desto besser die Straßenlage oder hoppeln Sie gerne
    mit Ihrem Auto durch die Kurven?
    Frauen haben damit übrigens kein Problem.

  3. #3
    Administrator Avatar von urban
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    Gestern ist mir die Frage nach den Strumpffarben wieder eingefallen, oder genauer: ob Mann für jede Hosenfarbe die entsprechenden
    Strümpfe parat haben muss.
    Die Strumpffarbe richtet sich nach der Hose und nicht nach der Farbe der Schuhen - der Strumpf kann aber zwischen Hosen- und Schuhfarbe vermitteln.

    Das klassische Problem sind alle Brauntöne und dabei speziell das Wein-/Bordeauxrot der Schuhe, auch dark oxblood genannt.

    Mal ein paar Handycamfotos, die das Farbproblem beleuchten:

    Name:  IMAG0141.jpg
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Größe:  60,4 KB

    Name:  IMAG0142.jpg
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Größe:  49,9 KB

    Name:  IMAG0143.jpg
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Größe:  45,7 KB Name:  IMAG0144.jpg
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Größe:  50,4 KB

    Name:  IMAG0145.jpg
Hits: 58
Größe:  55,5 KB

    Name:  IMAG0146.jpg
Hits: 61
Größe:  79,8 KB

    Abgesehen davon, dass die Fotos 3, 4 und 5, einen Stilbruch darstellen, hoffe ich, dass der Betrachter das Problem
    des harten Farbkontrastes und dessen Abmilderung durch fein (leicht) gemusterte Strümpfe erkennt.
    Zu der hellgrauen Chino auf den Fotos 3, 4 + 5 würde wesentlich besser ein hellgrauer Strumpf passen, der den
    sichtbaren Teil des Beines/Strumpfes deutlich in den Hintergrund treten lassen würde statt ihn, wie auf den Pics,
    recht stark zu betonen.

    Das Bird's Eye-Muster (Vogelaugen) auf den beiden ersten Fotos wirkt feiner als das etwas gröbere Hound's Tooth
    (Hahnentritt), das sich eher zu Freizeithosen empfielt.
    Der graue Rippenstrumpf müsste ein Shadow in Mittel- und Hellgrau sein.

    Die Fotos zeigen, zumindest im Ansatz, die Problematik der Strumpfauswahl beim Kauf auf - sprich:
    Man betrachtet sie (außer beim Anziehen) immer aus einer Entfernung von mehr als 1,50 Metern - andere Leute
    sogar aus noch größerer Distanz und
    Strümpfe wirken farblich im Wechselspiel zwischen Hosen-, nach der sie sich grundsätzlich und primär richten,
    und Schuhfarbe.
    Mann sollte die Strümpfe - wie die Fotos 3, 4, 5 deutlich aufzeigen - nicht nach der Schuhfarbe ausrichten,
    da dann der Schuh in den Hintergund tritt und der Strumpf, und damit der Unterschenkel, überbetont wird.
    Aus mehreren Metern Entfernung wirken Schuhe und farbgleiche oder - ähnliche Strümpfe optisch zu massiv,
    mehr wie ein "Betonklotz" am Bein - also nicht wirklich elegant.

    Um diese Effekte noch deutlicher aufzuzeigen, müsste man eine Vergleichsserie an Fotos auf 4 bis 6 m Distanz
    mit einer guten Kamera aufnehmen.

  4. #4
    Administrator Avatar von urban
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    Nachtrag, weil ES mir gerade eingefallen ist:
    Jeder Betrachter der Fotos kann sich leicht vorstellen wie bunte Ringelsöckchen auf Passanten wirken.
    Nicht nur, dass waagerechte Streifen den Unterschenkel und den Enkel breiter machen....
    Und wenn es dann auch noch Socken sind und sich im Sitzen das Milk-Bottle-Leg zeigt, dann fehlt noch die hautfarbene Unterwäsche
    und schon kann Frau die Pille absetzen!

    Längsstreifen als Blockstreifen in korrespondierenden Farben dürften dagegen den Träger aus der Masse der Männer hervorheben;
    diese gibt es aber nicht auf dem Markt sondern nur die schmalere Rippensocken bzw. -strümpfe.

    An Farben wurden mir unter anderem vorgeschlagen:
    • British Racing Green
    • Dark Purple
    • Dark Slate & Red
    • Rust
    • Dark Oxblood
    • und noch ein paar weitere... exklusive, aber richtig kombiniert wirklich elegante, sehr ausgefallene Farbvarianten


    P.S. Ich habe die Farbwünsche leider ablehnen müssen, da es viel zu wenige Kunden dafür gibt...

  5. #5
    Administrator Avatar von urban
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    Beim Strumpf- und Sockenkauf sollte man schon auf die Garnqualität achten und außer in Ferse, Spitze und Bündchen, denn dort sind sie erforderlich, keinerlei Kunststoffe oder deren Beimischung akzeptieren.
    Polyamid im Strumpf, speziell im Füßling verstärkt das Schwitzen und reduziert die Feuchtigkeitsaufnahme.
    Begriffe bei der Baumwollqualität wie Ganzjahresbaumwolle oder Winterbaumwolle deuten nur auf ein dickeres Garn von minderer Qualität
    im Vergleich zu z.B. zu Filoscozia oder Karnak hin - welchen Sinn sollte z.B. Winterbaumwolle machen?
    Einlagig verstrickt hält sie nicht warm und trägt auf, so dass es für den Fuß im Schuh eng werden kann, was wiederum zu verstärktem Schwitzen führt.
    Wirklich warm halten dagegen Woll-, Merino-, Alpaka- und Cashmerestrümpfe.
    Man sollte sich also nicht von solchen Begriffen wie Ganzjahres- oder Winterbaumwolle irritieren lassen, es sind gerade KEINE besonderen,
    eher das Gegenteil beschreibende, Qualitätsmerkmale von preisgünstigeren Strümpfen.

    Bei Strumpfpreisen von 20.- € und höher pro Paar sollte man zumindest eine gute Strick- und Baumwollqualität erwarten dürfen.
    Merinostrümpfe überspringen dagegen ganz leicht die 30.- €-Hürde, ein feines Garn vorausgesetzt.
    Maschinengekettelte Strümpfe sind wegen der möglichen Druckstellen ein absolutes NO GO!
    Strümpfe mit einem hohen Anteil an Elasthan oder Polyamid werden den Käufern gerne als Stützstrümpfe angepriesen und dafür
    teilweise sogar Spitzenpreise von mehr als 30 € oder 40 € verlangt - wenn tatsächlich medizinisch erforderlich, dann sollte man
    sie tragen, aber die Preise sind durch nichts gerechtfertigt außer vielleicht weil die Krankenkasse sie bezahlt.


    Und es ist ein Trugschluss, dass nur dicke Strümpfe lange und auch warmhalten, ebenso, dass man im Sommer in Kniestrümpfen
    schwitzen würde, denn es bedarf nur ein feines Garn und eine luftige Strickart, um keinen Schweißausbruch zu erleiden und
    trotzdem elegant angezogen zu sein.

  6. #6
    Administrator Avatar von urban
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    Auch einmal ein Wort zu den zu häufig zitierten Materialangaben wie z.B. 100 % Baumwolle.

    Diese Angabe bezieht sich immer auf den gesamten Strumpf oder Socke, berücksichtigt aber nicht die Verstärkung der Spitze und der Ferse.
    Diese kann der Hersteller mittels einem zusätzlichen Faden oder mit Polyamid vornehmen, was er in der Regel auch tut,
    denn ein zusätzlicher Faden aus demselben Material scheuert sich kaum merklich später durch als ohne jegliche Verstärkung.
    Lediglich eine Polyamidbeimischung in Ferse und Spitze vermögen die Haltbarkeit an diesen sensiblen Stellen zu verbessern.

    Die Bezeichnung 100 % Baumwolle sagt bekanntlich nichts über die Qualität der Baumwolle aus!
    Das kann kurzstapelige sein, langstapelige (LS) oder extralangstapelige (ELS), ägyptische Baumwolle, Pima, Karnak, peruanische Baumwolle,
    Sea Island aus den USA oder sogar West Indian Sea Island Cotton (WISIC), wie der Name schon sagt, von den Westindischen Inseln.
    Die Qualitätsunterschiede reichen dabei von 5.- €/kg Garn bis hin zu mehr als 120.- €/kg Garn bei WISIC.
    Je feiner die Rohbaumwolle, desto feiner das Garn und desto feiner die Strümpfe (glattgestrickt) - dies kann man mit den Fingerkuppen ertasten und bemerkt es auch beim Tragen.

    Fil D'Ecosse ist - obwohl es gut klingt - nichts anderes als mercerisiertes Garn.
    Gasiertes Garn - das Durchleiten des fertigen Garnes durch eine Gasflamme, um hervorstehende Faserenden abzuflämmen und so dem Pilling vorzubeugen.
    Antishrinkzurichtung - gekrumpftes Garn (Sanforizieren ist der englische Ausdruck).

    Wer möchte, der kann einmal ein Paar Strümpfe auf die Briefwaage legen und allein den Preis für das Garn pro Strumpf oder Socke ermitteln.
    (Die Polyamid-Beimischung bei Ferse/Spitze kann bei der Ausrechnung ruhig außen vor bleiben)

    Die Preisspanne bei Strümpfen in "100 % Baumwolle" ist sehr groß - die der Trageeigenschaften entsprechend auch,
    einmal ganz abgesehen von geradezu hanebüchenen Preisaufschlägen von Brands/Marken/Logos für
    eine billige Pappendeckelbanderole, die vor dem Tragen weggeworfen wird.

    Nur die Garnqualität und Verarbeitung sollten den Preis ausmachen.

    Fragen?

  7. #7
    Administrator Avatar von urban
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    Zum Thema Qualität von Strümpfen und Socken:

    Es kommt, wie schon des öfteren erklärt, auf die Garnqualität und dabei auf die versponnene Faserlänge an und ob elastische Kunststoffe mit versponnen wurden.
    Wenn ein Strumpf oder eine Socke beim Tragen "die Form verliert", dann ist das ein sehr gutes Zeichen dafür, dass gerade KEIN Nylon, Polyamid usw. verwendet wurde,
    um den Strumpf in Form zu halten.
    Von Schuhen erwartet der Träger doch auch nicht, dass sie sich nach dem Ausziehen selbständig wieder in Form bringen - würden sie das tatsächlich tun, dann wäre jedem klar,
    dass da irgendwelche Kunststoffe im Spiel sind und solche Schuhe würden abgelehnt werden.
    Es gibt natürlich Firmen, die den Leuten ihre Strümpfe aus 100 % Kunstfaser wegen ihrer Eigenschaften als Stützstrümpfe verkaufen und dafür auch noch viel Geld verlangen.

    Strümpfe und Socken aus guten Garnen kratzen nicht, vollkommen gleich aus welchem Material sie sind, ob Baumwolle, Merino oder Seide, denn Stricksacken kratzen nur dann
    wenn zu kurze oder zu dicke Fasern oder Haare zu Garn versponnen wurde.
    Das Gasieren wie es beispielsweise zum Filoscozia® -Standart gehört setzt entsprechend feine, langfaserige Garne voraus.

    Gute Strümpfe und Socken gehen nach dem Tragen aus der Form, da keine Kunststoffe beigemischt sind, die sie wieder zusammenziehen, aber sie jucken nicht,
    da die Garne fein und hochwertig sind, und im Sommer schwitzt man nicht so stark darin, da die Naturfasern die Wärme besser ableiten und mehr Feuchtigkeit aufnehmen können.
    Natürlich sind sie auch handgekettelt.

    Ihr Nachteil: Sie halten ohne Nylon nicht so lange und sind teurer, denn gutes Garn hat nun einmal seinen Preis während Kunststoffe kaum etwas kosten.

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