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Thema: Geschichten, die das Leben schreibt

  1. #591
    Erfahrener Benutzer
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    Zitat Zitat von urban Beitrag anzeigen
    Da kauft man doch liebe heimische Erzeugnisse und schreibt zum Beweis "to support pour local producers"
    Wobei ich das grundsätzlich auch nicht verwerflich finde. Ich kann z.B. nicht nachvollziehen, daß man hier bei uns unbedingt Rindfleisch aus Argentinien kaufen muß. Es gibt hier genügend Erzeuger, die hervorragende Qualität liefern. Vielleicht ist es dann nicht das Beste vom Besten, aber das Gefühl denjenigen zu kennen, von dem der Sonntagsbraten ist kann darüber gut hinwegtrösten.
    Um direkt beim Hersteller in Japan einzukaufen muß man schon beruflich öfter in der Ecke unterwegs sein, es wird nicht viele geben, die jedes Jahr dort Urlaub machen. Ansonsten sind wir ja wieder beim gemeinen Versandhandel. Zwar das Beste vom Besten, aber doch ohne den direkten Kontakt.

  2. #592
    Erfahrener Benutzer
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    Zitat Zitat von urban Beitrag anzeigen
    Ich frage mich schon eine ganze Weile wohin der Trend sich entwickelt - mehr Konsum? mehr Qualitätsbewußtsein? weniger Konsum? niedrigere Preise? mehr Markenbewußtsein mit oder ohne Qualitätsbetrachtung?
    Es könnte mehrere Entwicklungen geben, diejenigen mit mehr Geld und Statusdenken werden immer noblere Brands einkaufen wollen,
    Luxuswaren sollen ja mittlerweile einen echten Sammler- und Auktionswert haben,
    die Mittelklasse pendelt zwischen Marken, Sales und preisgünstig hin und her, ihnen wichtiger erscheinende Sachen kaufen sie von bekannten und teuren Marken,
    wenige wichtige düfen auch ruhig mal no-name sein,
    und dann all diejenigen, die das einkaufen, was sie für die aktuelle Mode halten, je nachdem wo sie ihre Informationen herbeziehen, wenn überhaupt.
    Ich frage mich das auch. Es wird alles kommen, billiger, mehr Qualität, mehr Brands, mehr no-name.
    Es wird wohl wie früher stark von der Klassenzugehörigkeit abhängen, von der Erziehung, persönlichen Gefühlen, dem Umfeld und natürlich von dem frei verfügbaren Einkommen sowie dem vermeintlichen Blick für ein "gutes Preis/Leistung-Verhältnis" abhängen. Andere Faktoren kommen natürlich dazu.

    Ich gehe davon aus, dass die nächsten 5 Jahre so ablaufen wie die letzten 5-10 Jahre.

    Mehr Direktimporte über Aliexpress, Banggood und Gearbest (warum für einen VGA-HDMI Adapter 7€ zahlen wenn ich ihn mit 1-2 Monate Wartezeit für 0,5€ bekomme?)

    Mehr Preiskampf über das Internet, stark geführt über Seiten wie Mydealz.

    Dementsprechend auch weiteres Absterben des Einzelhandels, denn wenn man keine Beratung braucht ist es angenehmer zuhause zu sein als sich den Aufwand zu machen und zu einem Geschäft zu gehen bzw. zu fahren, teilweise bekommt man Sonderwünsche nur Online. Heutige Onlineforen machen die Beratung bei Media Markt & Co im Bereich Technik meistens überflüssig.

    Lieber etwas sofort kaufen als sparen, ob Kaufen auf Raten überhaupt in Anspruch genommen wird weiß ich nicht, habe ich noch nie gemacht und ich kenne niemanden, der darüber berichtet hat.

    KI/Machinenlernen wird auch bei der Werbung eingesetzt werden und ich bin gespannt, wie das einschlagen wird. Ich kann gar nicht einschätzen, wie gut die heutige menschengemachte Werbung im Vergleich zu der Werbung der Zukunft sein wird.
    https://www.youtube.com/watch?v=kNiG33a4UvQ

    Vielleicht werden am Ende 80% der dt. Bevölkerung ein Iphone haben?

    Manufactum, die Sehnsucht nach europäischem Handwerk und faire Margen sowie natürlichen Materialien wird eher zunehmen.

    Mehr Menschen informieren sich über das Internet und diejenigen die das nicht tun...nun die werden mit der Zeit weniger, auch meine Großmutter hat sich an das Internet herangewagt und kommt damit klar, ganz zu schweigen von meinem anderen Großelternpaar.


    Zitat Zitat von urban Beitrag anzeigen
    Nächsten Monat wird dieses Forum, wer will, der darf es auch als Blog bezeichnen, immerhin schon 7 Jahre alt.
    Informationen findet man hier wahrlich genug - auch von jenseits des Tellerrrandes und kaum Marken oder Firmen, an denen ich etwas verdiene.
    Das sind nur die Schuhpflegemittel, der Restbestand an Socken & Strümpfen und Oscalito aktuell.
    Also kann man ruhigen Gewissens sagen, dass die Beiträge neutral sind statt offener und verdeckter Werbung.
    Der Informationsgehalt dürfte auch nicht gerade am unteren Ende der Skala herum krebsen - Brands könnte ich noch jede Menge beisteuern,
    wenn das nützt?

    Tja - guter, teurer Rat, eine Idee, um die Leute zu begeistern und mitzureißen?
    Noooo, asì es la vida!
    Suchst du nach einer weiteren Geschäftsidee oder geht es dir um das Aktivitätslevel des Forums?
    Die Zeit der Foren ist vorbei, es scheint mir als ob das goldene Zeitalter mit exzellenten Beiträgen und wissenden Schreibern vor ca. 10 Jahren geendet hat.
    Die Alte Garde hat irgendwann mal alles gesagt was es zu sagen gab und hat sich anderen Dingen zugewendet.
    Es gibt natürlich Themenbereiche, die besonders widerstandsfähig sind, z.B. Computerelektronik, Uhren, Autos.
    Ich kann Newsaboutshoes nicht einschätzen, als ich es entdeckt habe war es schon tot. Dann gab es noch dieses Modeforum mit grünem Rand. Der Name "Camelot" spukt mir diesbezüglich noch etwas im Kopf, es hatte einen grünen Hintergrund und dieser Camelot hat glaube ich Schuhe verkauft. Es war auch schon tot, denn es haben sich nur noch Bots angemeldet um für zwielichtige Seiten zu werben, das Forum habe ich nie nach besonderen Beiträgen durchforstet.
    Als ich mir das Stilmagazin bei dem "das Stilmagazin wird wegen dem neuen EU-Datenschutzrecht geschlossen"-Unsinn angesehen habe kam es mir auch relativ still und eigegangen vor, zumindest im Vergleich zu 2012, 2013.

    Du warst schon früher im Internet aktiv und wirst wohl nicht meinen Nostalgie-Blick haben, wie siehst du das?

    Unabhängig davon:
    Die meisten Menschen, die deinen Empfehlungen folgen bzw. in diese Richtung gehen schreiben keine Beiträge. Das gilt allgemein auch für Leute, die das Beste vom Besten suchen, sie schreiben in Foren keine Beiträge. Ein Forum, mit exzellenter Übersetzungssoftware wäre wohl notwendig um die Menschen aus der Golfregion, Ostasien, Europa, der Welt an einen Tisch zu bringen. Oder dich an den der Japaner;)
    Dem Forum mangelt es im Moment nur an ein paar weiteren Erfahrungsberichten von hier empfohlenen Produkten und ein paar Giro d'Italia Reiseberichte wären klasse. Leer ist das Forum nicht.
    Wenn dir der zeitliche und finanzielle Aufwand für das Forum zu hoch ist würde es natürlich Sinn machen, es zu schließen und woanders über eine andere Struktur quasi kostenlos neu aufmachen. Es wäre sehr schade, wenn hier alles ohne Neuanfang enden würde.


    Bezüglich Japan sehe ich es genauso wie Albo.

  3. #593
    Administrator Avatar von urban
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    Lebensmittel und alles, was frisch sein soll, kaufe ich im Einzelhandel in Saarlouis, der Großmarkt ist mir suspekt, dort bin ich ungern.
    Ich würde gerne noch mehr hier vor Ort einkaufen, aber der Einzelhandel ist bereits so stark ausgedünnt und
    die Produktpalette der verbliebenen Geschäfte auch nur noch zielgruppenorientiert, so dass ich auf das Internet ausweichen muss.
    Viele kaufe ich nicht, mein Smartphone ist 4 jahre alt und funktioniert, aber einen neuen PC brauche ich demnächst.
    Kleidung und Schuhe sind in der Warteschleife, da ich keinen echten Bedarf habe.
    Nebenan liegen noch mindestens 6 neue Hemden originalverpackt und mindestens 8 Paar Hosen, ebenfalls ungetragen, nebst 3 neuen Sakkos.

    Ebay Italien war letztes Jahr noch brauchbar, dieses Jahr, na ja, weniger interessante Sachen im Angebot, und ich habe Vorräte angelegt.
    Manche Angebote dort sind grotesk - Sakkos, mindestens 1 oder 2 Jahre alt, wenn nicht noch älter, new dead stock, zu Preisen ab 500 € aufwärts.
    Das kann man sich sparen.

    Bekleidung, Accessoires, Schuhe, Taschen - so viel gibt es in Deutschland nicht mehr, das auch tatsächlich hier hergestellt wird und
    nicht bloß designed oder engineered.
    Schuhpflege, von da habe ich den Ausdruck, kaufte ich schon vor 25 Jahren aus Frankreich, da viel besser.
    Schuhe, zuerst aus den USA, Österreich, England, Frankreich und Portugal - nun aus Italien, Japan ist vorbestellt, kommt aber nicht bei.
    Gürtel - Italien
    Hosen - Italien
    Sakkos - Italien
    Strick - Schottland + Italien
    usw.

    Es gibt hier in Saarlouis vor Ort bei bekleidung wenig Auswahl und noch kein einziges Geschäft, das so in etwa das führt, wonach mir der Sinn steht.
    "Ich bin bei den Preisen verdorben!" habe ich schon merh als einmal zu einem Saarlouiser Profi gesagt.
    Klar, wenn man die Hersteller und deren Preise kennt, irgendwie für ihn leicht verständlich.

  4. #594
    Administrator Avatar von urban
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    Die Märkte driften auseinander, es gibt immer mehr Leute, die Luxus wollen und bereit sind dafür jeden Preis zu bezahlen - siehe die ein paar Seiten vorher
    gezeigten Loafer für weit über 1000 €, oder Artikel aus dem Sortiment der Luxuskonzerne: Taschen aus gummiertem Leinen für 2000 € und mehr.

    Dann gibt es immer mehr billigen Krempel zu kaufen, der gar nicht mal so wenig kostet, speziell in den lokalen Geschäften,
    ja sogar Tand in den Breiläden - gekauft, um wegzuwerfen nach dem Videodreh für die Plattform.

    Online gibt es den Orinoco - viele Leute schwören drauf: Günstige Preise, beste Qualität, optimale Bewertungen, die Kulanz bei Retouren - dazu schreibe ich nichts.
    Die Bucht, von der so viele glauben, die Sachen müssten dort billiger sein - Kommentar?

    Viele Onlineshops teilen sich das, was noch übrig bleibt von der Kaufkraft, davon wenige Fachgeschäfte, die besten Beklleidungsgeschäfte in Deutschland
    haben den Onlinehandel bereits eingestellt, da sie keinen Gratis-Kostüm-Verleih unterhalten wollten.
    Fachgeschäfte findet man unter den Onlineshops ganz wenige.
    So mancher Shop wirkt auf den Besucher und die Kunden so als wäre dort Fachkompetenz angesammelt - der schöne Schein, die bunten Fotos,
    die professionell gestalteten Texte.
    Die leute bekommen alles mögliche vorgegaukelt:
    Günstige Preise bei bester Qualität, nämlich Handarbeit aus einer Manufaktur von Meistern ausgeführt und nur mit den allerbesten Materialien.
    Die Leute glauben es nur allzu gern.
    Ausschalten des Großhandels - gibt es gar nicht, aber welcher Kunde weiß das schon?
    Und jede Menge weiteres konsensfähiges Geschwurbel garniert mit picturesque & colorful...

    Fachhandel online - das ist wirklich selten anzutreffen, gibt es aber schon.
    Kunsthandwerker - die online ihre Schuhe, Anzüge, Hemden, Gürtel usw. anbieten - da gibt es sogar jede Menge Angebote im Netz!
    Kauft aber keiner - man vertraut nur auf Marken, auf Namen, die man kennt, die entweder der Harlekin, der Schuhfreak oder ein Edleblogger beworben haben!
    SELBST interessiert man sich nicht so arg für Design, material und Ausführung - man beruft sich auf dei Werbe-Blogger.

    So ist der Markt, und deswegen verkommt so manches Forum zu einem Markt der Billigoccasionen, einer Preissuchplattform mit viel Werbung drum herum.

    Nun kann man in etwa erahnen warum ich müde bin.

    Zur Abschaltung des GIGA-Forums (Auszug)

    Mit der Abschaltung des Forums gehen wir einen Schritt, der uns zeitgemäß erscheint, weil wir – und das muss man so ehrlich eingestehen – diesem Forum nicht mehr gerecht werden konnten, was Moderation, Technik und „Nutzerbespaßung“ angeht.
    Sinkende Zugriffszahlen und weniger aktive Nutzer sprechen da deutlich für sich. Knallhart-wirtschaftlich gesprochen:
    Foren zu betreiben lohnt sich heute in der Regel nicht mehr und als ein Unternehmen, das (nicht nur) wirtschaftlich agiert, um seine Mitarbeiter zu bezahlen, sondern auch dahin gehen muss, wo seine User sind.

    https://www.giga.de/unternehmen/giga...r-abschaltung/

    Es gibt halt den Trend zu professionellen "Bloggs" und Werbeplattformen, wo den Besuchern wirklich aufwendig gemachte Videos und ausgefeilte Werbetetxte
    geboten werden.
    Obwohl die Texte und Videos bei etwas mehr Aufmerksamkeit und nur leicht kritischer Distanz eindeutig als PURE WERBUNG zu erkennen sind,
    werden die Beiträge von den Besuchern als WISSENSQUELLE betrachtet und zitiert.

    Die offensichtlichen Widersprüche will scheinbar niemand erkennen, um auch ja nicht in die Gefahr zu geraten, dass

    die schöne, heile Welt des Internet einen Kratzer abbekommen könnte!


  5. #595
    Erfahrener Benutzer
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    Lebensmittel muss man nicht unbedingt im Einzelhandel kaufen, auch da kann man viel direkt beim Erzeuger beziehen. Zumindest bei uns gibt es sehr viele Hofläden. Der Einkauf wird natürlich aufwändiger, bis man da alles zusammen hat.
    Bei Mode werde ich wohl weiterhin im Netz einkaufen, dabei aber mehr auf Empfehlungen aus diesem Forum achten. Und wenn es sich mit einem für mich vertretbaren Aufwand einrichten lässt auch mal den ein oder anderen Hersteller besuchen.

  6. #596
    Administrator Avatar von urban
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    Hier in der Gegend bin ich über Hofläden praktisch überhaupt informiert, denn für einen Single rentiert sich der Einkauf dort kaum.
    Es gibt wohl einen Wochenmarkt, aber dzu dem sage ich frei heraus: Nein, danke!
    Einmal aufgefallen reicht! Das Brot vom französischen Bäcker ist OK, aber wenn ich am Nachmittag eintreffe, dann ist er fast immer ausverlauft.

    Wer auf die Empfehlungen aus diesem Forum hört, dem wird nicht viel anderes übrig bleiben als entweder zu reisen oder online einzukaufen.

  7. #597
    Administrator Avatar von urban
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    Ich bin bisher zu dem Schluss gekommen, dass sich 7 Jahre Arbeit nicht gelohnt haben und der zweifelsfrei einmal vorhandene Idealismus nunmehr aufgebraucht ist.

    Daher werde ich spätestens nach der Oscalito-Aktion Anfang Oktober das Forum nur noch für angemeldete Mitglieder frei schalten;
    im Endeffekt ist das aber eigentlich auch vollkommen egal.
    Der darauf folgende Schritt ist die weitere Reduzierung bis hin zur Schließung - ob es dann noch einen Blog mit selektiertem Inhalt und Themen geben wird,
    kann ich noch nicht genau sagen - dazu will ich noch Meinungen hören, je mehr desto besser.

    Was danach kommt steht noch in den Sternen.
    Pech für die, die nach objektiven + detaillierten Informationen suchen, ein Riesenglück für die, die in ihrer heilen Welt den Quertreiber kaum vermissen werden.
    So mancher Anbieter, Hersteller und Händler von billigem Krempel, wird erleichtert sein, dass er jetzt seine Geschichten aus 1000 + 1 Manufaktur ...

    Schauen wir mal, was das Restjahr noch so alles an Überraschungen und bösen Omen bereit hält.

    Boot Black Shop und Shoe Shine Shop
    Wohl ist 2019 der runde Geburtstag von Columbus, dem Hersteller von BB, es werden auch jede Menge neue hochinteressante Produkte präsentiert,
    was mich aber nur ganz wenig bei meiner Entscheidung beeinflusst.

  8. #598
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    Es ist deine persönliche Entscheidung, dass Forum zu schließen. Generell hat es sicherlich einen Blogcharakter. Die Inhalte sind hier generell eben gut zu finden und dienem dem Überblick. Blog eiträge sind ja nur eine lose Abfolge an Themen. Extrem schade wäre es, wenn alle interessanten Beiträge unwiderruflich gelöscht würden. Interessant wäre es aber dennoch, fundierte Berichte deinerseits zu lesen. Ich schaue hier im Forum oft nach alten Beiträgen.

    Bzgl. der Forenaktivität allgemein sehe ich es nicht ganz so düster. Ein Austausch ist nach wie vor da und ist in vielen Bereichen auch notwendig.

    Dein erworbenes Wissen über japanisches Handwerk finde ich sehr interessant. In unseren Breitengraden sind Informationen kaum zu bekommen. An dieser Stelle ein Tipp: In der Arte-Mediathek ist die mehrteilige Dokumentation „Japan von oben“ verfügbar. Teilweise werden dort Berichte über Handwerker gezeigt, aber auch Landschaft, Kulinarik usw. werden dort gezeigt. Wirklich sehr interessant, hoch entwickelt und dennoch so ganz anders wie die westliche Welt. Bei Luxusartikeln sind die Japaner ja ähnlich kauffreudig wie die Europäer. Luxusmarken überall. Trotzdem herrscht eine andere Wahrnehmung für wirklich gut Sachen vor.

  9. #599
    Administrator Avatar von urban
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    Ich hab' mich halt bemüht dem Ganzen eine simple Struktur zu geben, damit sich auch ein Neuling schnell zu recht findet;
    ich müsste sie mal wieder in verschiedenen Einzelheiten überarbeiten. Vielleicht.

    Über den Blog-Charakter verwunderte ich mich vor ein paar Jahren, mittlerweile nicht mehr, denn die Modeseiten im Netz kann man grundsätzlich in 2 Sparten aufteilen:
    1. Sehr anspruchsvolle Modeseiten mit sehr guter Optik, vielen Fotos und Videos - professionell gestaltete Werbung
    und
    2. Babblepages, sogenannte Foren, mal mehr und mal weniger gut gestylt, die oft nur zwei bestimmten Zwecken dienen:
    Der Suche günstigen Einkaufsgelegenheiten, die es oft allerdings nicht sind, da die angeboten Artikel auch nicht mehr wert sind als sie kosten, und
    teils der offenen und teils der subversiven Werbung durch sogenannte Supporter sowie ein wenig Beiwerk.

    So stellt sich die aktuelle Situation dar - dagegen hat diese Seite keine Chance so informativ sie auch sein mag.
    Nachtrag:
    Es drängt sich mir das Gefühl auf, dass sich niemand mehr für Basiswissen wie beispielsweise Baumwolle - Schafwole - Cashmerewolle usw. interessiert,
    sondern, dass die Brands als Symbol für eine bestimmte Qualität, Lebenseinstellung und nicht zuletzt auch als Statutsymbol
    das Wissen um tatsächliche Qualität verdrängt und seinen Platz eingenommen haben.

    Ein gutes Beispiel dafür sind bei den Damen die Handtaschen & Shopper mit den bestimmten Designs mit sehr hohem Wiedererkennungswert
    aus dem Luxussegment oder bei den luxusbrandafinen Damen die weniger auffälligen aus geprägtem Rindspaltleder,
    die maßlos überteuert sind - und - für weniger Geld bereits eine Tasche von Serge Amoruso, Paris, zu erstehen wäre - aber - der exquisite Geschmack
    ist einer ganz kleinen Klientel vorgehalten und inne.
    Bei Männern ist die Einsteigsklasse der geklebt-genähte Schuh mit Schrammbord, besser bekannt als Goodyear Welted Lederschuhe.
    Oder, jetzt im Herbst wieder brandaktuell, die Wachsjacke oder ein raues Tweedsacko, aber so oder so mit einem schottenkarogemusterten Schal,
    mit dem noblen Anflug oder Anleihe bei Barbour und Burberry, was man hier im Forum auch als Tartan-Muster kennt.
    Beiden Geschlechtern gemein sind die Logo Daunenjacken bei der erst besten Gelegenheit vorgezeigt sobald auch nur eine leichte kühle Brise
    durch die Straßen weht.

    Wenn man sich dies vor Augen führt, dass Frauen solch eine "Edeltasche" sehr günstig im Urlaub kaufen können,
    die Männer ihre Jacken, Schuhe und Schals im Onlineshop oder gebraucht in Ebay, dann dürfte klar sein was mit dem Spruch gemeint ist
    Einem geschenkten Gaul schaut man nicht in's Maul!
    um sein wahres Alter und damit seinen tatsächlichen Wert zu erfahren.

    Klar, das wäre dann das eingenähte Etikett und bei Luxuswaren die Echtheitsnachweise nach zu sehen oder generell die Qualität vom Schal,
    ob aus Schafwolle, Merino oder welcher Wolle auch immer gestrickt oder gewebt ist.
    Daunenjacken mit DICKEM LOGO gibt es billig im Netz - die echten in Mannheim, Düsselforf, München, Hamburg, Berlin + SYLT

    Das ist vielen Menschen viel zu kompliziert, man müsste sich ja informieren, und es ist viel, viel einfacher mit den Noble Brands herumzulaufen
    wie die anderen auch, kosten eh kaum ein Geld, ganz im Gegensatz zu echten Qualitäts- oder Handwerksprodukten,
    die aber wiederum mit dem Nachteil behaftet sind, dass sie kaum jemand als hochwertig erkennt - es sei denn man verkehrt tatsächlich in bestimmten Kreisen.

    Das ist in den Foren heute auch nicht mehr viel anders - ich nenne das brand babbling - kaum eine Ahnung bei viel Gebabbel.
    Daher fällt es ja gewissen Geschäftemachern ja auch so leicht in den Schoß einfache Schlipse als teure 3-fold Krawatten, geklebt-genähte Schuhe aus der Niedriglohnfabrik als edle rahmengenähte handgemachte Meisterschuhe aus der Manufaktur und viel weiteren Tand als must-have stuff zu verhökern.
    Die Supporter supporten - die Leute machen Umsatz.
    Die Käufer wollen es so und nicht anders!

    Nun ist bei mir die Einsicht gereift, dass dieser Trend nicht mehr zu ändern ist - ergo will ich das auch nicht weiter versuchen:
    Das Fenster ist geöffnet bis zum Anschlag - da kann man also ganz viel rauswerfen - wer will, der darf!
    Belassen wir es also dabei.
    Die ausbleibenden Rückmeldungen auf Kaufempfehlungen - das pure Abgreifen von Infos & Adressen ohne auch nur daran zu denken DANKE zu sagen - trugen das Ihre dazu bei.
    Die Gesellschaft ist halt sehr narzistisch geworden, Manieren sind kein Fach, oder wie die Spanier sagen: Asì es la vida!


    Vielen Dank für den Japan-Tipp, ich werde mir das am Wochenende einmal näher anschauen.

  10. #600
    Administrator Avatar von urban
    Registriert seit
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    Eine interessante Sache sind übrigens Ebay-Anfragen bezüglich der Restpostensocken, ob noch welche nachkämen oder
    ob ich wieder in's Strumpfgeschäft einsteigen wolle.
    Da muss ich immer den Biegsamen machen und erklären, dass der aktuelle Abverkaufspreis weit unter dem Preis liegt,
    den ich für die Strümpfe beim Hersteller bezahlen müsste, vorausgesetzt das Garn ist dasselbe und dass die Socken auch handgekettelt sind.

    Verwundert bin ich darüber schon, dass es grundsätzlich ein Interesse an solch hochwertigen Artikeln gibt - aber es ist natürlich der unglaublich niedrige Preis,
    der die Leute darauf aufmerksam werden lässt.
    Die Ansage, dass es solche Strümpfe/Socken nicht regulär zu solchen Preisen geben kann, ist schon sehr behutsam zu formulieren,
    um niemanden vor den Kopf zu stoßen.

    Es ist natürlich - Sag niemals nie! - nicht ausgeschlossen, dass ich wieder in das Geschäft einsteige, aber ehrlich gesagt auch nicht sonderlich wahrscheinlich.
    Die Mindestabnahmemengen sind sehr hoch und es würde einen sehr hohen Kapitaleinsatz erfordern.
    So circa 18.500 Paar hatte ich damals geordert, davon ein Großteil für eine Berliner Firma, die sie dann aber nicht abnahm.
    Nun darf jeder einmal 18.500 Paar X EK € ausrechnen - dann weiß er/sie wie viel Geld so etwas beim Einstieg kostet.

    Als Händler wäre es eine ganz andere Sache - es gibt im Netz ja mehr als genug Short-Seller, sogar von bekannter Unterwäsche.
    Es gibt auch andere Handelsideen, die mir selbst weit lukrativer erscheinen,
    entweder als Stockist wie bei Boot Black oder als Short-Seller von etwas Neuem.

    Das ist aber der wirklich merkwürdige Punkt:
    Es gibt ein Interesse an hochqualitiver Bekleidung jenseits von Brand-Babbling, aber die Interessenten finden weder dieses Forum noch sind sie bereit
    rein die Qualität zu bezahlen wenn kein bekannter Name, ein Brand, eine Marke, damit verknüpft ist.
    Da beißt sich die Katze halt in den Schwanz!

    Mann kann nun einmal nicht alles haben, ein Brand + hohe Qualität zum fair kalkulierten Preis, denn er muss dafür bezahlen den Namen
    bekanntgemacht bekommen zu haben, was sich gemeinhin WERBUNG nennt.

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