• Rahmengenähte Schuhe - ja warum eigentlich?

    Irgendwie habe ich mich gefragt warum alle Männer rahmengenähte Schuhe jedem geklebten vorziehen und
    als die ultimativen Qualitätsschuhe ansehen. Das muss doch einen ganz speziellen Grund haben - nur welchen?
    Um meinen Verdacht zu bestätigen nahm ich den Gentleman vom Regal und das Inhaltsverzeichnis sagte mir,
    dass ich ab Seite 152 fündig werde.

    Und es war so!
    "Der gute Schuh" stand da als Überschrift.
    Neben diversen Preisangaben als Anhalt für gutes Schuhwerk von z.B. 500 Mark, also ungefähr 250 €, konnte ich da lesen:

    "Schuhe sind immer dann gut wenn sie aus bestem Leder sorgfältig und mit einem großen Anteil Handarbeit angefertigt werden.
    Diese Kriterien gelten für alle Schuhe, für Mokassins ebenso wie für rahmengenähte Modelle.
    Letztere bieten das Maximum an gesundem Tragekonfort, an Formbeständigkeit und Lebensdauer."

    Das war's, was ich die ganze Zeit nicht wußte!
    "Vorerst gilt es aber die Frage zu klären wodurch und anhand von welchen Merkmalen sich
    ein wirklich guter Schuh auszeichnet."

    Ich war also auf der richtigen Fährte!
    "Es ist nämlich gar nicht so einfach einen 'Blender' von einem qualitativ hochwertigen Schuh auf den ersten Blick zu unterscheiden,
    es sei denn der Käufer hat durch jahrelang Übung ein Auge dafür bekommen.....
    Deshalb muss man für den Anfang mit zwei Kriterien auskommen: dem Preis und der Marke."


    Sic estne?!?
    Ich war baff - das wußte ich auch noch nicht: die Marke macht's!
    Es geht doch nichts darüber einen versierten Schuhkenner zu lesen! Ich komme der Sache näher.


    "Beginnen wir mit dem Preis. Ein guten rahmengenähter Kalbslederschuh aus fabrikmäßiger aber
    dennoch handwerklicher Fertigung kostet etwa 600 Mark."

    1999 bis jetzt - na sagen wir heute 600 €, also ungefähr sind die Preis gleich geblieben, aber was gilt denn nun:
    Fabrikarbeit oder Handwerk?
    Und hier kommt dann auch noch anschließend der Tipp:
    "Wer dieses Geld nicht ausgeben kann oder will, dem seien Schlußverkäufe empfohlen, bei denen es Preisnachlässe bis zu 50 % gibt."
    Der Ratschlag ist ja wirklich bares Geld wert! Aber welchen Schuh nun tatsächlich kaufen?

    "Entgegen dem weit verbreiteten Vorurteil ist eine gute Marke ein Garant für gute Qualität."
    Aber welche Marke ist denn nun gut, welche die beste, welche bietet das Nonplusultra an Tragekonfort und
    behält die Form über Jahre hinweg bei?


    "Bevor der potentielle Käufer sich nach Schuhen umschaut, sollte er sich ein paar Namen einprägen.
    Für rahmengenähte Schuhe sind folgende Hersteller relevant:
    Church's
    Allen-Edmonds
    Alden
    Tricker's
    Foster & Son
    Edward Green
    John Lobb Paris
    Ludwig Reiter
    Crockett & Jones
    Cheaney
    Lotusse
    Die Reihenfolge der Nennung ist nicht willkürlich, sondern stellt eine Wertung dar.
    Mit Crockett & Jones beginnt die gehobene Mittelklasse."


    Nun ja, Church's als Spitzenreiter, gefolgt von AE und Alden? C&J als Mittelklasseschuh auf dem drittletzten Platz?
    Aber warum? Wieso Church's unangefochten auf Platz eins? Keine Ahnung! Keine Erklärung, aber vielleicht kommt die ja noch?


    "Wer in einem guten Schuhgeschäft auf eine Marke stößt, von der noch nie jemand etwas gehört hat [wer ist jetzt der niemand?]
    und die auch befreundeten Schuhenthusiasten unbekannt vorkommt, darf mit Recht mißtrauisch sein.
    Es gibt im Schuhregal zwar eine ganze Reihe von kleinen regionalen Marken, die sehr gut sein können, wie etwa J.B. WESTON in Frankreich, Wildsmith in England oder Harai in Deutschland, doch es besteht ebenso die Gefahr, an ein No-Name-Produkt zu geraten. Wenn es sich nicht gerade um ein ausgesprochenes Sonderangebot handelt, sollte lieber in eine renommierte Marke investiert werden - außer man ist sich ganz sicher, einen echten Geheimtipp aufgetan zun haben."


    Nur renommierte Marken? Kein no-name-shoe - nun ist mir alles klar! Die bekannte Marke macht die Qualität!

    Dann schlüsselt der Schuhexperte die Schuhmarken nach Ländern auf, USA und England hatten wir ja schon, und benennt
    aus Italien:
    Gucci
    Moreschi
    Gravati
    Fratelli Rosetti
    J.P. Tod's
    aus Frankreich John Lobb Paris, aus Spanien Lotusse und aus Österreich Ludwig Reiter."


    So weit - so gut, ein paar dieser bemerkenswerten Namen kannte ich schon über 10 Jahre vor dem Erscheinen dieses Buches
    und hatte die Schuhe auch getragen.
    Aber der ultimative Tipp? Rahmengenähte Schuhe, schön und gut, aber warum denn nun eigentlich?


    "... Oft trägt hier der Inhaber des Ladens oder der Verkäufer selbst Church's, Alden
    oder eine Schuhmarke vergleichbarer Qualität,
    und wenn Sie Glück haben, wird es ein altes aber gut gepflegtes Modell sein, an dem Sie erkennen können,
    dass es sich in jeder Hinsicht lohnt, Geld für gute Schuhe auszugeben."


    Das war's dann für's Erste!
    Nun weiß ich endlich warum Mann rahmengenähte Markenschuhe kaufen soll,
    kenne alle vom Autor empfohlenen Schuh-Marken,
    die mir noch in meiner Sammlung an Tragerfahrungen fehlten und
    weiß ganz genau worauf es bei einem guten Schuh - so lautet die Überschrift - tatsächlich ankommt!


    Übrigens schafft es noch nicht einmal eine einzige Schuh-Marke der Roetzel'schen Liste auch nur in die Vorauswahlliste der 10 besten Serienschuhe (RTW) dieses Forums!
    Ursprünglich wurde dieser Artikel in diesem Thema veröffentlicht: Rahmengenähte Schuhe - ja warum eigentlich? - Erstellt von: urban Original-Beitrag anzeigen