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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Zalando-Gründer rechnet mit etabliertem Handel ab - das Aus für fast alle Händler?



urban
11.03.13, 12:36
Textilwirtschaft Online: http://www.textilwirtschaft.de/business/Zalando-Gruender-rechnet-mit-etabliertem-Handel-ab_85455.html

Oliver Samwer, Miteigentümer des Internet-Unternehmens Rocket Internet und Mitgründer von Zalando, räumt dem stationären Handel wenig Perspektiven ein. „Die absolut professionellen Offline-Händler werden überleben, aber 80% werden es nicht schaffen″, prophezeite der Unternehmer an diesem Freitag bei einer E-Commerce-Veranstaltung.."

Dieser Meinung schließe ich mich nicht an, da das Internetshoppen gravierende Nachteile hat als da wären:

ein Downgrade der Qualität, da die Leute nur nach Fotos kaufen auf denen man diese kaum oder schlecht erkennen kann,
was in vielen Fällen dazu führt, dass die Käufer auch nicht mehr allzu viel erwarten.
die Haptik eines Artikels kann nicht via Foto vermittelt werden
die Passform ebenso wenig: Sakko, Hemd, Schuhe, Hose
der Geruch/Duft einer Ware wie z.B. bei Leder, oder auch der Gestank von...
und es bleibt die Frage wie lange noch werden die Onlineshopper z.B. getragene Schuhe mit Gehfalten als "neu" akzeptieren?
Würde je ein Kunde solche Schuhe in einem Ladengeschäft akzeptieren und wenn ja, mit welchem Rabatt?
Schließlich soll ja auch so mancher Onlinehändler sehr viele Retouren haben,
und es werden umso mehr je verwöhnter die Kunden sein werden.

Und meine praktische Erfahrung ist auch eine andere, denn es gibt immer noch jede Menge Leute,
die das Onlineshoppen (und auch die Outlets) rundum ablehnen, weil das Einkaufen und alles, was dazugehört,
für sie noch ein Erlebnis ist.
Unbestritten läßt auch die Beratungsqualität in gar so manchem Geschäft zu wünschen übrig - da wird sich etwas
ändern müssen, um konkurrenzfähig zu bleiben.
Nur diskutiert (noch) niemand über die Beratungsqualität von Internetshops, die in vielen Fällen ebenso zu wünschen offen läßt
oder praktisch gar nicht gibt (falsche, gefärbte oder unvollständige Antworten zum Beispiel).

Es gibt aber unbestreitbar einen klaren Trend hin zum Internetshopping und seinen "günstigen" Preisen nicht zuletzt,
weil das immer noch viele Leute glauben.
Ich sehe eher eine Dreiteilung des Marktes (Beobachtungen, die auch mein eigenes Einkaufsverhalten mit einschließen):

Internetshopper
Outletshopper
Ladenkunden

Ich glaube nicht, dass es so düster aussieht wie von Oliver Samwer beschrieben - aber auch verständlich, dass gerade er es gerne so hätte....

Ich glaube vielmehr, dass der Vertrieb via Internet und die lokalen Geschäfte einander ergänzend bzw. kooperierend
zusammenwachsen werden, denn über das Wie habe ich mir auch schon einige Gedanken gemacht.

urban
13.03.13, 09:37
Der Einkauf in so gar manchen Geschäften kann auch viele Nachteile haben - der gravierenste wäre wohl das desorientierte Verkaufspersonal:
hat von vielem Ahnung nur nicht von dem was es verkauft und bemustert die Kunden.
Es gibt aber auch noch viele Fachgeschäfte, die sich nicht ohne Grund so bezeichnen - es werden nur leider immer weniger,
da nicht zuletzt die Medien allenthalben verbreiten, dass "preiswert shoppen" IN ist wo doch gerade die Journalisten ganz genau
über den Wert Bescheid wissen, aber immerhin klingt "preiswert" besser als "billig"!:D

Aber - die These lautet, dass der Onlinehandel (in der aktuellen Form) 80 % des Einzelhandels in den Ruin treiben kann.