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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : RETRO nur ein Modetrende oder doch zurück zu Qualität?



urban
25.02.12, 20:51
In der aktuellen Ausgabe des Focus überflog ich einen Artikel über den Retro-Trend in der Mode, oder besser: bei der Fashion.
Ich habe mir dabei die Frage gestellt ob es dabei nur um Designmerkmale längst vergangener Kollektionen geht oder ob sich eine Tendenz weg von den Brands, Labels und Logos
hin zu Marken, und damit zu besserer Qualität, eingeläutet wurde.
Wenn ich hier in der Fußgängerzone die Augen offen halte, dann sehe ich unheimlich viele Menschen mit einem Tatzenlogo auf der Jacke, oder Damen mit meilenweit identifizierbaren, großen Handtaschen.
Ich mache mir aber keine großen Gedanken mehr darüber, ob Fake aus dem letzten Urlaub oder ob der Tartanschal im nahen Outletcenter gekauft wurde:
ich empfinde die Teile so oder so nur noch als überaus peinlich weil geschmacklos! Litfaßsäulen, die sich auf das Stilempfinden und die Designer von Brands verlassen.

OK - diese Merkmale von zur Schau gestelltem Wohlstand sind recht leicht zu erkennen, Qualitätsware ohne deutlich sichtbare Logos oder Labels schon viel schwerer.
Aber glauben Sie mir: ich traue mir schon zu zu erkennen was etwas "taugt".
In Gesprächen betonen die Damen und Herren aber schon, dass sie gerne mehr Qualität, also Marken mit (mehr) Authentizität, kaufen möchten....
Liegt es nun - die alte Diskussion: Huhn oder Ei? - daran, dass diese Waren nicht angeboten werden, wohl aber nachgefragt werden würden wenn es sie denn gäbe - oder sind die Absichtserklärungen nur Schall und Rauch?
Denn eins ist mir klar: Es gibt nur ganz wenige Menschen, die sich überhaupt für die Qualität, sei es das Design, die Verarbeitung oder das Material interessieren,
oder gar bereit sind sich damit auseinanderzusetzen:
Sie vertrauen einfach auf die bekannten Brands! Und glauben oft, das wurde mir z.B. ernsthaft und mehrfach versichert, dass z.B. die Tatzenjacken eine sehr gute Qualität hätten....
Und wehe mir wenn ich widersprochen habe! Deshalb unterlasse ich das ja mittlerweile auch...
Andere Leute kaufen bewußt teure Luxusprodukte mit extrem hohen Wiedererkennunsgwert - vermutlich um ihren hohen Preis zur Schau zu stellen und sich so vom "gemeinen Volk" abzuheben.
Na ja - wenn's gefällt - und einfallslos ist es allemal!
Ich verstehe z.B. nicht warum sich die Damen und Herren nicht ihre Taschen vom Feintäschner nach eigenen Ideen und Vorschlägen für einen Bruchteil dessen machen lassen,
was sie für gebrandete Ware bezahlen und dann u.U. noch 1 Jahr und länger darauf warten - es wird wohl an meinem Verständnis liegen:
Luxus ist für mich ein möglichst individuelles Teil in höchster Material- und handwerklicher Qualität - aber nicht für Tand viel Geld zu bezahlen und so zu zeigen, dass ich mir das leisten kann.

Ganz, ganz selten sehe ich mal eine Dame mit einer dezent gemachten, edlen Handtasche, Herrenschuhe allerdings auch nicht alle Tage, Hemd und Krawatte (nein, nicht die vom Discounter, sondern schöne)
aber Brands begegnen mir alle 5 Meter, und seien es nur die trendigen Sneakers als aktuelles Must Have(?).

Nur - gibt es tatsächlich einen Trend zurück, zurück zu echter Qualität? Es ist immerhin die Grundidee zu diesem Forum...

urban
27.02.12, 12:46
Man sägt nicht den Ast ab auf dem man sitzt!

Ein Spruch, den viele kennen aber leider nur wenige danach handeln.
Es wäre mir ein Herzensanliegen wenn Sie, werter Leser, bei Ihrem nächsten Einkauf darauf achten würden woher das Produkt stammt, das Sie kaufen möchten,
woher und von welchem Hersteller das verwendete Material stammt und welche Firma oder welcher Handwerker das finale Produkt daraus angefertigt hat.
MADE IN EUROPE mag wohl manchmal teurer sein als Made in sonstwo, muss es aber nicht zwangsläufig sein.
WENN Sie nur auf die Qualität achten und das Logo oder das Label weglassen, dann können Sie durchaus absolut erstklassige Ware aus Deutschland, Italien oder Frankreich kaufen,
zumindest weit bessere als sie sonstwo irgendwo auf dieser Welt produziert und als Brand teuer verkauft wird.

WENN alle, oder immer mehr Leute, "made in billiglohncountry" kaufen....
Wie, wo und als was wollen Sie in Zukunft Ihr Geld verdienen? Und wenn ja, wie viel noch?